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Polizei räumt Gebäude an der Süntelstraße und ermittelt verdächtigen Personenkreis

„Die Meldung ging durch Mark und Bein“

Hameln. „Man hat die Bilder vom Attentat auf Landrat Rüdiger Butte sofort wieder im Kopf“, sagt Sabrina Zimmermann. Der Grund dafür, dass der Service-Center-Mitarbeiterin der Hamelner Arbeitsagentur die Tat aus dem April plötzlich wieder so präsent ist, ist eine Bombendrohung, die gestern um genau 9.48 Uhr einging und dem Hamelner Jobcenter galt. Ein bislang noch Unbekannter hatte nach Angaben von Polizeisprecher Jörn Schedlitzki in einem Call-Center des Jobcenters in Uelzen angerufen und damit gedroht, das Hamelner Gebäude an der Süntelstraße 5 in die Luft zu sprengen.

veröffentlicht am 07.08.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 10:21 Uhr

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Autor:

von jennifer bremer
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Da einige Mitarbeiter des Jobcenters auch Büros in der gegenüberliegenden Arbeitsagentur an der Süntelstraße 6 haben, wollte man laut Polizeisprecher „auf Nummer sicher gehen“ und ließ beide Gebäude räumen. „Nicht zuletzt auch deswegen, weil wir Angst hatten, dass der Anrufer vielleicht doch die Arbeitsagentur meinen könnte.“ Denn nicht selten komme es vor, dass beide Einrichtungen miteinander verwechselt würden, so Schedlitzki weiter. Das Gelände wurde großräumig von der Polizei gesperrt, mehrere Sprengstoffspürhunde durchsuchten Zimmer für Zimmer – und fanden nichts. Gegen 12 Uhr konnten die Jobcenter-Mitarbeiter ihre Arbeit wieder aufnehmen, eine Stunde später war auch das Gebäude der Arbeitsagentur wieder für den Publikumsverkehr freigegeben.

„Immerhin wissen wir jetzt, dass unsere Sicherheitskette gut funktioniert“, sagt Rudolf Kallmeier-Voss, Pressesprecher des Jobcenters. Die zuständigen Sicherheitsbeauftragten beider Einrichtungen hätten schnell reagiert, nach fünf Minuten sei das Gebäude an der Süntelstraße 5 geräumt gewesen, nur wenig später auch die Arbeitsagentur. Mitarbeiter wie etwa Brigitte Ansbach-Schrader, persönliche Ansprechpartnerin im Jobcenter, seien über spezielle Notfall-E-Mails über den Vorfall informiert worden. „Zudem ist Geschäftsführer Gerhard Durchstecher mit einem Megafon durch die Gänge gegangen, um sich zu vergewissern, dass auch wirklich alle von der Räumung erfahren haben“, so Kallmeier-Voss.

Auch wenn es dieses Mal falscher Alarm war, so kehrten viele Mitarbeiter doch mit einem mulmigen Gefühl in ihre Büros zurück: „Die Meldung ging durch Mark und Bein“, sagt Christine Kroll aus dem Service-Center der Arbeitsagentur. „Es ist schon ein komisches Gefühl, weiterzuarbeiten als hätte es die Drohung nie gegeben.“ Das finden auch Dirk Busche und André Themann, beide persönliche Ansprechpartner im Jobcenter: „Man hat ein komisches Gefühl, dabei versuchen wir doch nur, den Kunden mit unserer Arbeit zu helfen.“

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Am späten Nachmittag teilte Polizeisprecher Schedlitzki mit, dass die Polizei zwar noch keinen Tatverdächtigen habe, aber zumindest einen bestimmten Personenkreis ermitteln konnte, den es nun zu überprüfen gelte. Er wies darauf hin, dass es sich bei einer Bombendrohung um einen Straftatbestand handele, der umgehend verfolgt würde und entsprechende Strafen zur Folge habe.

Übrigens: Allen, die durch die Bombendrohung ihren Termin bei der Arbeitsagentur oder im Jobcenter verpasst haben, drohen keinerlei Sanktionen, versichert Gerhard Durchstecher und reagiert damit auf verunsicherte Kunden, die gestern vor verschlossenen Türen standen. „Wir hoffen, dass das eine einmalige Aktion war, die wir alles andere als lustig finden“, sagt der Jobcenter-Geschäftsführer. „Unsere Kunden können wir nur um Verständnis bitten.“

Eine Bildergalerie und ein Video gibt’s auf dewezet.de

Sprengstoffspürhunde durchsuchten gestern Jobcenter und Arbeitsagentur in Hameln. Sie fanden jedoch nichts.



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