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Herrenloses Hängebauchschwein lebt am Rotenberg / Neues Zuhause in Aussicht

Die „Kampfsau“ vom Übungsplatz

Hameln. Wer einmal beim Militär gedient hat, weiß, wie es sich anfühlt, wenn er auf einem Übungsplatz durch den Dreck robbt — bestenfalls noch unterhalb der Grasnarbe. Als „Kampfschweine“ bezeichnen sich Rekruten, die im Gelände gedrillt werden, gern selbst. Auch die Spuren, die auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz der britischen Pioniere zu sehen sind, deuten auf ein militärisches Fortbewegen von „Kampfschweinen“ hin: Da wurden Grasnarben aufgebrochen und die Muttererde ist an vielen Stellen durchwühlt worden. Nur wird schon seit einer Weile niemand mehr durchs Ravelin Camp gejagt. Und das „Kampfschwein“ entpuppt sich bei genauer Betrachtung seines massigen Körperbaus als richtiges Schwein – als Hängebauchschwein.

veröffentlicht am 19.11.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 16:21 Uhr

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Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Vor sechs bis acht Wochen, ganz genau weiß er es nicht mehr, ist Christian-Georg Mohrahrend auf ein Schwein gekommen. Genau genommen hat der Fachgebietsleiter für Bundesimmobilien sie jetzt an der Backe, die Schweinebacke. Statt nur um Immobilien kümmert sich der Soltauer nun also auch noch um ein mobiles Objekt. „Es war plötzlich da, wie vom Himmel gefallen. Und es scheint niemandem zu gehören. Von den Briten ist es nicht“, erzählt Mohrahrend, der des Öfteren bei den Liegenschaften nach dem Rechten sehen muss.

Dafür spricht auch, dass das Schwein eher Pazifist als Angehöriger von Kampftruppen zu sein scheint. Denn allenfalls als Aufklärer leistet die Sau eine gute Arbeit, ansonsten ist sie gut geübt im organisierten Rückzug, aber Letzteres gekonnt. „Es ist neugierig und kommt heran“, erzählt der Mann von der Bundesbehörde, „aber wenn ich auf das Schwein zugehe, verschwindet es sofort wieder.“

Auch wenn das Schwein sich am Rotenberg sauwohl fühlen mag – es muss dort wieder weg. Anfragen bei Tierparks und Zoos, die das Tier hätten aufnehmen können, scheiterten. Und in dessen letztes und zudem wohl auch einseitiges Gefecht schicken, will Mohrahrend das Tier auch nicht: Zum Abschuss freigegeben werden soll die Sau auf keinen Fall.

In seiner Not wandte sich der Tierliebhaber an den Norddeutschen Rundfunk, der einen Bericht über den Paarhufer in seinem Regionalprogramm ausstrahlte. Und nun scheint ein Platz für das Schwein gefunden worden zu sein. Ein Tiergnadenhof mit Café und Restaurantbetrieb aus Schlangen ist bereit, die Sau aufzunehmen. „Man sagte mir, dass dort alle Vegetarier sein sollen“, zeigt sich Mohrahrend erleichtert. Und sein Wunsch, dass das Schwein unter Schweine-Kumpeln leben kann, geht ebenfalls in Erfüllung.

Ganz so allein scheint die Sau allerdings auch nicht gewesen zu sein. Der Bundesbeamte stellte in den letzten Tagen eine starke Vergrößerung der Schweinetaille fest. Das noch namenlose Tier scheint sich mit einem Eber vergnügt zu haben. Wenn daraus mal keine Ferkelei wird …



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