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Husten, Schnupfen, Kopfweh: Zahl der Infekte steigt / Was schützt vor Ansteckung?

Die Kälte geht – die Erkältung kommt

Hameln (fh). Plötzlich erwischt es alle: Die Reihen in den Büros lichten sich, in Kindergärten und Schulen ebenso – Schnupfen, Husten, Halsschmerz und Fieber haben Hochkonjunktur, Magen-Darm-Infekte ebenso. So hat es zumindest den Anschein.

veröffentlicht am 28.02.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 22:41 Uhr

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Solche Krankheiten seien jetzt akut, bestätigt Apotheken-Sprecherin Birgit Köpps-Padberg. „Bei uns waren am Sonntag mehrere Kunden wegen Magen-Darm- und Erkältungsinfekten“, berichtet sie die Chefin der Allee-Apotheke vom Notdienst am Wochenende. Sie macht den Temperaturwechsel mitverantwortlich. „Erst zehn Grad Minus, dann zehn Grad plus – das belastet schon“, sagt Köpps-Padberg. „Vielleicht verführt das wärmere Wetter auch dazu, sich nicht mehr richtig anzuziehen.“

Bei den Ärzten schrillen jedoch noch nicht die Alarmglocken. „Wir haben, dem Bundestrend entsprechend, eine leicht zunehmende Tendenz“, berichtet Dr. Raffael-Sebastian Boragk, Vorsitzender des Hamelner Ärztevereins. Dramatisch sei die Steigerung nicht. So empfunden wird sie allerdings wohl aufgrund des bisherigen Verlaufs der Erkältungs- und Grippesaison: „Erst war es sehr mild, dann knackig kalt.“ Zu kalt für die Viren, die es lieber feucht und etwas milder lieben, wie der Arzt erklärt. Nun, zum psychologisch gemeinsten Zeitpunkt, da der Frühling schon fast in Sicht ist, schlagen die Infekte zu.

Gleichwohl: Im Vergleich zum Februar 2010 und 2011 ist der derzeitige Krankenstand undramatisch. Das sagt zumindest der „Influenza-Wochenbericht“ des Robert-Koch-Instituts. Auch hier wird zwar ein steter Anstieg der „akuten Atemwegserkrankungen“ verzeichnet. Allerdings liegen die Werte – für Niedersachsen/Bremen wie auch bundesweit – noch immer unter dem Niveau der vergangenen Jahre. Ermittelt wird vom Robert-Koch-Institut die Anzahl der Arztbesuche wegen entsprechender Krankheiten. Doch die eher undramatischen Zahlen trösten diejenigen wenig, die sich dann doch mit Kopfschmerzen, Husten und Schnupfen auf den Weg zum Arzt machen – die Wartezimmer sind voll. Was also tun, um gar nicht erst krank zu werden? „Vieles ist ja von der Schweinegrippe noch bekannt“, sagt Dr. Boragk und empfiehlt regelmäßiges gründliches Händewaschen. Wo es sich vermeiden lässt, sollte man sich lieber nicht in schlecht gelüfteten Räumen mit vielen anderen Menschen aufhalten. „Die Heizungsluft trocknet die Schleimwege aus und erhöht die Infektionsanfälligkeit.“ Wer sich eine Erkältung oder gar Grippe eingefangen hat, sollte lieber in den Ärmel als in die Hand husten oder niesen – so verringert sich das Risiko, andere anzustecken. „Auf Händedruck oder Umarmung sollte man derzeit verzichten“, rät Apothekerin Köpps-Padberg. Das Immunsystem mit Sport und richtiger Ernährung zu stärken sei ebenfalls wichtig. Auch angemessene Kleidung und ausreichend Schlaf können helfen. Und wie sieht es mit Medikamenten aus? Stimmt die alte Faustregel:„Eine Erkältung dauert mit Medikamenten sieben Tage – und ohne eine Woche“? Ärztesprecher und Apothekensprecherin wollen das so nicht ganz gelten lassen: „Medikamente können dafür sorgen, dass es Erkrankten besser geht“, sagt Köpps-Padberg. „Manchmal ist es schon ein Gewinn, wenn man sich einfach besser fühlt“, betont auch Boragk, „auch das ist Medizin.“

Doch warum hat die medizinische Forschung es eigentlich bis heute nicht geschafft, Schnupfen, Husten und Halsweh ein zuverlässiges Ende zu bereiten? „Allgemein tut sich die Medizin schwer, heilende Mittel gegen Viren herzustellen“, sagt Boragk. Und anderseits: „Die Abwehrkräfte sollen ja auch lernen, mit banalen Infekten fertig zu werden.“ So sei die medizinische Keule gegen jeden Schnupfen letztlich auch „nicht gewünscht“.

Und wie sieht es aus bei den tückischen Magen-Darm-Infekten? Hier gäbe es immer mal wieder Wellen von Infektionen, sagt Boragk. „Eine solche Welle nehme ich im Moment allerdings nicht wahr.“ Für alle, die es trotzdem erwischt, gilt auch hier: Ein schwacher Trost.



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