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Türkisch-islamische Gemeinde stellt neuen Vorstand und Pläne vor

„Die Jugendlichen sind unsere Hauptzielgruppe“

Hameln. So eine richtige Moschee, mit Türmen – das kleine Modell, das im Gebetsraum der türkisch-islamischen Gemeinde am Thiewall steht, steht bisher nur für einen Wunschtraum. Aber träumen darf man ja ein bisschen. Und an ihren Wünschen und Plänen möchte die Gemeinde nun mehr als bisher alle Hamelner teilhaben lassen. Bisher sei dies vor allem wegen sprachlicher Barrieren schwierig gewesen, doch im nun neu gewählten Vorstand sind mehrere Mitglieder vertreten, die gut Deutsch sprechen.

veröffentlicht am 13.02.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 19:41 Uhr

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Autor:

von andrea tiedemann
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„Die Jugendlichen sind unsere Hauptzielgruppe“, sagt Murat Bas, erster Vorsitzender des Vereins, in dem sich die Ditib-Gemeinde organisiert hat. Es gehe vor allem darum, ihnen Bildungsangebote zu machen und auch Vorbilder zu präsentieren. Sei es der Arzt, der selber Gemeindemitglied ist oder die Polizei, die Ausbildungsmöglichkeiten vorstellt – die Jugend soll im Fokus stehen. Für Kinder im Vorschulalter wird Islam- und Türkischunterricht angeboten – denn für manche der Kinder türkischer Eltern, die in Deutschland aufgewachsen sind, ist Türkisch mittlerweile eine Fremdsprache. Groß gefeiert werden soll auch das traditionelle türkische Kinderfest im April. Nuri Onder ist im Vorstand für die Jugend-Themen verantwortlich.

Doch auch für die Erwachsenen sei Weiterbildung wichtig, so Bas. Ein Bildungsreise nach Amsterdam ist daher ebenso auf der To-do-Liste wie die Einrichtung einer Bücherei. Zudem arbeiten mehrere islamische Gemeinden aus der Region bei der Planung des Ramadan-Festes im Juni zusammen.

Ein anderes wichtiges Thema sei die kultursensible Pflege. Hier will die Gemeinde ihre Mitglieder mit Vorträgen informieren. Die Gemeinde arbeitet unter anderem mit dem DRK, den Integrationslotsen sowie dem Seniorenrat zusammen, ebenso mit dem Netzwerk „Frau und Wirtschaft“. Die Frauen seien in der Gemeinde ohnehin eine tragende Säule, erklärt Suna Baris. Sie organisierten die meisten Veranstaltungen. Wichtig sei Baris, auch etwas geben zu können. Wenn die Gemeinde mit anderen Institutionen zusammenarbeite, werden man auch als Fachleute in Anspruch genommen.

Im Verein der Gemeinde sind rund 200 Mitglieder eingetragen – durch den Zustrom der Flüchtlinge seien aber teilweise „400 bis 500 Leute bei den Gebeten“, erklärt Baris. „Eigentlich brauchen wir mehr Platz.“ Die Gemeinde ist seit fast dreißig Jahren in dem Gebäude am Thiewall untergebracht. Sie ist staatlich, das heißt, der türkische Staat stellt den Imam.

Erst seit wenigen Monaten ist der neue Imam, Arif Cankaya, in der türksich-islamischen Gemeinde. Der 36-Jährige hat in der Türkei Theologie studiert und ist für etwa fünf Jahre nach Hameln abgeordnet. „Wir sind aber nicht politisch gebunden“, sagt Bas. Der Imam habe einen religiösen Auftrag, keinen politischen. Aber wer kommt überhaupt in die Gemeinde? Natürlich seien es überwiegend Menschen türkischer Nationalität, sagt Baris – offen sei der Raum aber für alle. Die Mehrheit der Gläubigen, schätzt Cankaya, sind Sunniten.

Die türkisch-islamische Gemeinde hat einen neuen Vorstand: Gunay Eren, Murat Bas, Osman Cakir, Arif Cankaya, Ercan Akdogan, Suna Baris und Sennur Eren (sieben der zehn Mitglieder, von links).

Foto:Dana



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