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Kriminalpräventionsrat zeichnet mutige Bürger aus / Diesmal gibt’s gleich mehrere Preisträger

Die Hamelner Gesichter der Zivilcourage

Hameln (tis). Der Zivilcouragepreis 2010 geht gleich an mehrere Preisträger: Nazmi Hisenaj und sein Sohn Alim aus Afferde wurden ebenso ausgezeichnet wie Cornelia Schwan und Günter Wiegmann aus Hameln. Nach zwei Wahlgängen in der Arbeitsgruppe Zivilcourage standen beide Fälle punktgleich als Sieger fest. „Daher haben wir uns entschlossen, den Zivilcouragepreis zweimal zu vergaben“, erklärt Polizeioberkommissar Jörn Schedlitzki, Leiter der Arbeitsgruppe.

veröffentlicht am 28.02.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 02:21 Uhr

Die Tanzgruppe der Fathi-Moschee sorgte für den kulturellen Rahmen.
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„Würden alle Hamelner so schnell und so entschlossen handeln wie Sie, dann bräuchten wir keine Kampagnen und Aktionen für Zivilcourage“, meinte Hamelns Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann bei der Preisvergabe in der Aula des Albert-Einstein-Gymnasiums. „Alle nominierten Fälle waren vorbildlich. Nur musste die Jury einfach eine Entscheidung fällen.“ Der Aufruf für Zivilcourage und gegen Gewalt lautet „Zivilcourage hat viele Gesichter – zeig Deins!“ „Und eben dieses Gesicht zeigten die Ausgezeichneten“, stellte Susanne Lippmann fest.

Da waren zum einen Vater Nazmi (50) und Sohn Almi (10) der Familie Hisenaj aus Afferde. Sie informierten nach einem Überfall auf eine Seniorin die Rettungskräfte, betreuten das Opfer bis zum Eintreffen von Polizei und Rettungsdienst und stellten sich am Folgetag nach einem Medienaufruf der Polizei als Zeugen zur Verfügung. Cornelia Schwan (26) und ihr Lebensgefährte Günter Wichmann (28) aus Hameln wiederum entschieden sich nach einem Diebstahl zur Hilfe und unterstützten eine angegriffene Ladendetektivin. Bis zum Eintreffen der Polizei hielt der 28-Jährige sogar den Täter fest. „Der Jury ist es wichtig, dass man die Fälle nicht bis ins letzte Detail bewerten muss. Und so fiel die Entscheidung für beide Fälle“, bemerkt Jörn Schedlitzki.

Die Oberbürgermeisterin und die Arbeitsgruppe Zivilcourage bedankten sich bei den Preisträgern für ihr vorbildliches Verhalten. Sie hätten sich an die sechs Regeln gehalten, die es für solch einen Ernstfall gibt: Helfen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen; lautstark auf die Situation aufmerksam machen; andere aktiv und direkt zur Mithilfe auffordern; Hilfe organisieren unter der Notrufnummer 110; sich um das Opfer kümmern; sich als Zeuge zur Verfügung stellen. Neben dem Zivilcouragepreis in Form einer Plastik erhielten die Sieger auch Sachpreise: Bei der Familie Hisenaj ist es etwas für das Hobby Modellbau, Cornelia Schwan und Günter Wichmann erfuhren Unterstützung bei dem Vorhaben, ihren Kindern ein neues Zimmer einzurichten.

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Doch auch der drittplatzierte Ralf Scheweman aus Klein Berkel ging nicht leer aus. Zum einen betonte Susanne Lippmann: „Verlierer gab es bei dieser Entscheidung nicht, denn für die Gesellschaft, für den sozialen Zusammenhalt sind Menschen wie Sie ein großer Gewinn.“ Und als kleinen Trost konnte der 62-Jährige zum anderen zwei Theaterkarten mit nach Hause nehmen. Er hatte ohne zu zögern bei einem Unfall in einer Tiefgarage Erste Hilfe geleistet. Alle Nominierten werden zudem an das Ministerium für Inneres, Sport und Integration gemeldet und haben somit bei dem von „Toto-Lotto Niedersachsen“ gestifteten, landesweiten Preis für Zivilcourage 2010 gute Chancen.

Die Preisverleihung wurde abgerundet durch einen Festvortrag von Norbert Wolf (Generalstaatsanwalt bei der Generalstaatsanwaltschaft in Braunschweig und Mitglied im Fachbeirat „Strafrecht“ der Opferschutzorganisation Weißer Ring e.V.) zum Thema „Opferschutz, Opferrecht, Opferhilfe – wozu noch Zivilcourage?“ Außerdem stellten sich der Verein „SAM – sozial-aktiv-menschlich e.V.“ und das Integrationsbüro mit Dr. Feyzullah Gökdemir in einem kurzen Interview vor. Den musikalisch-künstlerischen Rahmen der Veranstaltung bildeten die Tanzgruppe der Fathi-Moschee und das Schulorchester des Albert-Einstein-Gymnasiums.

Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann mit den Preisträgern.

Fotos: Wal



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