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Podiumsdiskussion von Dewezet und Radio Aktiv mit OB-Kandidaten bringt kaum neue Erkenntnisse

„Die haben ihre Elfmeter alle verschossen“

Hameln. Die Spannung steigt. In fünf Tagen wird in der Rattenfängerstadt ein neuer Oberbürgermeister gewählt, können die Hamelner zwischen Anke Blume (FDP), Claudio Griese (CDU) und Ralf Wilde (SPD) entscheiden, wer die Nachfolge der parteilosen Amtsinhaberin Susanne Lippmann antreten wird. Gestern Abend trafen die drei Kandidaten für den Chefsessel im Hamelner Rathaus bei der Podiumsdiskussion von Dewezet und Radio Aktiv noch einmal zu einem direkten Duell in der Sumpfblume aufeinander.

veröffentlicht am 21.05.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 08:41 Uhr

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Trotz des hochsommerlichen Wetters war der Saal gut gefüllt. Weit über 150 Interessierte waren gekommen, um zu erleben, wie die Moderatoren, Dewezet Chefredakteur Frank Werner und Hagen Wolf von Radio Aktiv, versuchten, dem Kandidaten-Trio auf den politischen Zahn zu fühlen. Kein leichtes Unterfangen für die beiden gestandenen Journalisten, denn viele der Aussagen der drei Bewerber blieben trotz intensiven Nachfragens wenig konkret und schwammig. Der geneigte Wähler, der sich vor dem Urnengang am kommenden Sonntag entscheidende Akzente erhoffte, hatte das Nachsehen. „Die haben ihre Elfmeter alle verschossen“, bilanzierte ein Besucher unmittelbar nach dem Ende der knapp zweistündigen Veranstaltung.

Mehr Menschlichkeit und mehr Familien will Ralf Wilde im Falle seiner Wahl nach Hameln bringen. „Berufsleben und Kinder müssen vereinbarer werden“, antworte der Sozialdemokrat auf die Frage nach seinen Visionen für die kommenden fünf Jahre. Dazu müsse auch die Infrastruktur ausgebaut werden. Allerdings räumte Wilde ein: „Bei der aktuellen Kassenlage ist es schwierig, etwas zu entwickeln.“

Eine „Stadt der klugen Köpfe“ schwebt Anke Blume für die Zukunft vor. Deshalb sei es wichtig, in die Bildung und einen Campus zu investieren. Auch Claudio Griese möchte Hameln zu einer Familienstadt entwickeln und in die Infrastruktur investieren, sich dabei dem Großraum annähern. Allerdings betonte der CDU-Politiker auch: „Wir reden die Stadt oft schlechter als sie ist.“

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Wie das alles zu finanzieren sei? Nun, das wissen auch die drei Bewerber nicht so ganz genau. „Bei allen Projekten müssen wir besser prüfen: warum und in welcher Höhe“, sagte Wilde. Auch könne nicht mehr alles so bedient werden, wie die Hamelner das gewohnt seien. Das Theater solle zwar erhalten bleiben, der Landkreis aber an der Finanzierung beteiligt werden. Zwar nannte Wilde nicht, auf was denn verzichtet werden müsse, schloss aber Gebühren- und Steuererhöhungen nicht aus. Um zu sparen, will Griese die interkommunale Zusammenarbeit forcieren und mit der Zusammenlegung der Rechnungsprüfungsämter beginnen. „Auch alle Fachbereiche im Rathaus müssen auf den Prüfstand“, sagte der Christdemokrat, der sich zudem dafür aussprach, die städtischen Bäder in eine Gesellschaft zu überführen. Er wurde bei Nachfragen nicht konkreter. Anke Blume sprach sich für eine „abgespeckte“ Form der Rathaus-Sanierung aus und möchte innerhalb der Verwaltung sparen. Und sie will das Image der Rattenfängerstadt aufpolieren. „Damit sich Firmen ansiedeln“, wie die Liberale begründete. Auch zu möglichen Kostensenkungen beim Bau des Schulzentrums Nord, das mit derzeit 21,2 Millionen beziffert ist, oder zur Übergabe der Schulträgerschaft an den Landkreis kamen keine neuen Ideen. Vielmehr nutzten die Kandidaten unisono die Möglichkeit, noch einmal ihre bekannten Argumente an die Wählerin und den Wähler zu bringen.

Das galt in weiten Teilen auch für die Fragen aus dem Auditorium. Wer bis gestern nicht wusste, welchem der drei Oberbürgermeister-Kandidaten er am Sonntag seine Stimme gegeben soll, der wird es auch heute nicht wissen. So kurz vor dem Finale hatten die drei höflich und fair miteinander umgehenden Bewerber wohl Angst, ins Abseits zu geraten.

Eine Aufzeichnung der Podiumsdiskussion wird heute ab 18.05 Uhr in voller Länge von Radio Aktiv gesendet.



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