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Landrat sieht „hehre Ziele“

Die glorreichen Sieben: Syrische Flüchtlinge gründen Verein

HAMELN. Sieben Personen braucht es, um einen Verein zu gründen. Damit sind viele Formalitäten verbunden. Sieben Flüchtlinge haben nun einen Verein gegründet. Sie wollen anderen Flüchtlingen helfen, die eigene Kultur zu pflegen – und den Austausch zwischen der syrischen und arabischen und der deutschen Kultur fördern.

veröffentlicht am 31.05.2018 um 17:52 Uhr
aktualisiert am 31.05.2018 um 18:48 Uhr

Der Vereinsvorstand: Bashar Dahdal (v. li. im Uhrzeigersinn), Rania Kesh Keya, Marwan Kraja, Nsrin Taha, Ihab Awad, der Vorsitzende Ghassan Kraja und Mohamad Mohamad. Foto: pk
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Alle sieben wissen, wie es ist, seine Heimat aus der Not heraus verlassen und in einem fremden Land neuanfangen zu müssen. Diese Erfahrung wollen diese sieben anderen Flüchtlingen zugutekommen lassen, ihnen beim Ankommen in der Fremde helfen. Wieso ausgerechnet sieben? Die braucht es, um einen Verein zu gründen. Sieben Männer und Frauen bilden den Vorstand des gerade gegründeten „Syrisch-Deutschen Vereins Hameln-Pyrmont“.

Einer von ihnen ist Bashar Dahdal. Der gut zwei Meter große Mann hat eine eindrucksvolle Biografie: Er war Handballer der syrischen Nationalmannschaft. Als Reporter berichtete er für Al Jazeera über den Bürgerkrieg in Syrien. 2013 flüchtete er mit seiner Frau, Rania Kesh Kaya, und den vier Kindern über Jordanien nach Deutschland.

Zusammen mit anderen Flüchtlingen riefen sie den Verein ins Leben, um vor allem anderen Schicksalsgefährten den Einstieg hier zu erleichtern. Bereits vor der Vereinsgründung erledigten sie mit Flüchtlingen Behördengänge, begleiteten sie bei Arztbesuchen, sorgten für soziale Zusammenkünfte oder waren als Übersetzer tätig. Besonders die ganz jungen, wie der 21-jährige Ihab Awad, sprechen fließend Deutsch. „Wir sind wie Notärzte – immer im Einsatz“, beschreibt Awad ihr Tun und lacht. Unter den Vorstandsmitgliedern sind auch Ghassan Kraja, der Vorsitzende, und dessen Frau Nsrin Taha. 2015 sollte die syrische Familie Kraja abgeschoben werden – am Ende durfte sie bleiben (wir berichteten).

Drei von elf Kindern, die derzeit an dem arabischen Sprachkurs des Syrisch-Deutschen-Vereins im Englischen Viertel teilnehmen. Foto: Bashar Dahdal/pr

Der Verein, so Bashar Dahdal, sei ein Langzeit-Projekt. „Auch wenn alle Flüchtlinge irgendwann Deutsch gelernt haben, machen wir weiter“, sagt er. Denn das andere Ziel des Vereins sei, die eigene Kultur und Sprache zu pflegen. Schon jetzt gibt es immer samstags einen arabischen Sprachkurs im Englischen Viertel. Dort, in den Räumen des Haydnwegs, hält der Vorstand bislang seine Treffen ab.

Darüber hinaus gehe es darum, den Austausch zwischen der syrischen, arabischen und kurdischen Kultur auf der einen Seite und der deutschen auf der anderen zu fördern. So ist es auch in der Satzung des Vereins verankert, der bereits 130 Mitglieder zähle – darunter auch Deutsche. Einer von ihnen ist Landrat Tjark Bartels. Er ist eines der Gründungsmitglieder und begrüßt die „hehren Ziele“, die sich der Verein gesetzt habe. „Wer es in Deutschland schafft, einen Verein zu gründen, der ist angekommen“, sagt Bartels mit augenzwinkerndem Blick auf den Aufwand, der für eine Vereinsgründung nötig ist.

Kontakt: Wer mit dem Verein in Kontakt treten möchte, geht auf www.syrisch-deutscher-verein.org, schreibt eine E-Mail (info@syrisch-deutscher-verein.org) oder wendet sich an Bashar Dahdal, Telefon: 01 60 / 98 99 71 95.



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