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Was passiert eigentlich, wenn... – Fragwürdiges rund um die Zeitumstellung

Die doppelte Stunde

Vor? Zurück? Wie war das nochmal? Eselsbrücken helfen bei der Zeitumstellung. Für die Gartenfreunde ist dieser Gedanke im Angebot: „Im Frühjahr kommen die Gartenmöbel vors Haus und im Herbst wieder zurück ins Haus.“ Stadtbewohner können die Gartenmöbel gedanklich durch Straßencafé-Stühle ersetzen.

veröffentlicht am 24.10.2015 um 07:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 07:41 Uhr

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Autor:

von andrea tiedemann
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Freunden der englischen Sprache hilft der Merkspruch: „Spring forward, fall back.“ Das Drehen an der Uhr kann aber nicht nur persönlich für Verwirrung stiften. Wir haben ein paar ungewöhnliche Fragen rund um die Zeitumstellung beantwortet:

Was ist, wenn zweimal zur „gleichen“ Zeit ein Kind geboren wird? Ein Gedankenspiel auf der Geburtsstation: In der Nacht zum Samstag wird ein Kind geboren, um 2.17 Uhr. Dann wird exakt eine Stunde später noch einmal ein Kind geboren. Wegen der Zeitumstellung also wieder um 2.17 Uhr. Und dann? Das Sana Klinikum klärt auf: Dieser Fall sei durchaus möglich, denn auf der Geburtsurkunde wird kein Unterschied zwischen Sommer- und Winterzeit gemacht. Der feine Unterschied würde nur in den Unterlagen des Klinikums festgehalten. In den letzten 18 Jahren allerdings sei dieser – ja wirklich sehr seltene – Fall nicht eingetreten, lässt eine Mitarbeiterin von der Geburtsstation wissen.

Was ist, wenn jemand Nachtschicht hat? Wer in der Nacht zu Sonntag arbeiten muss, für den ist die geschenkte Stunde eher ärgerlich – wie etwa bei der Polizei in Hameln. Zwar bekommen die Kollegen das laut Sprecher Jens Petersen natürlich bezahlt, wie auch die Mitarbeiter im Sana Klinikum, anstrengend sei es aber trotzdem. Die Wochen-end-Schichten dauerten nämlich ohnehin schon 12 Stunden. Komme dann noch ein Unfall hinzu, der noch zu Ende bearbeitet werden müsse, dauere die Schicht insgesamt sehr lang.

Was ist, wenn in dieser Zeit eine Straftat begangen wird? Bei der Aufklärung kommt die Zeit als wichtiger Faktor ins Spiel. Die Rechtsmedizin braucht genaue Uhrzeitangaben, um den Todeszeitpunkt berechnen zu können, aber auch für einen Unfallhergang ist für die Polizei wichtig, exakt zu arbeiten. Wie aber protokolliert man die Uhrzeit, wenn es sie am selben Tag gleich zweimal gibt? „Zunächst mal hoffen wir, dass in der Stunde nichts passiert“, sagt Petersen scherzhaft. Sollte es doch dazu kommen, muss der Vermerk „Sommerzeit“ bzw. „Winterzeit“ händisch eingetragen werden – „der PC kann das nicht.“ Dieser Hinweis sei für alles, was später für einen Gerichtsprozess wichtig werden könnte, von Bedeutung. Wie etwa der „Alkomat-Test“, der automatisch einen Zettel mit Uhrzeit ausspuckt. Hier müssten die Kollegen „peinlichst genau drauf achten“, den Hinweis dazuzuschreiben.

Was ist, wenn Gottesdienstbesucher vergessen, die Uhr umzustellen? Ob zu früh oder zu spät – Pastor Risel nimmt‘s mit Humor und empfängt sie in beiden Fällen herzlich, sagt er. Allerdings sind die Langschläfer offenbar in der Überzahl: Denn jetzt im Herbst sei es nur vereinzelt so, dass bei der Umstellung Menschen eine Stunde zu früh kämen, während bei der Umstellung im Frühjahr doch öfter mal mehrere Leute zu spät kämen, so Risels Beobachtung. Die Kirchturmuhr an der Marktkirche wird natürlich auch angehalten – allerdings schon am Samstagabend. Damit der Küster nicht nachts aufstehen muss, wird sie schon am Abend umgestellt.



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