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Wie die Hamelner die Parksituation sehen

Die „Brötchentaste“ fehlt

HAMELN. Die aktuelle Diskussion über das Parkverbot an der Papenstraße hat die Redaktion dazu veranlasst, die Hamelner auf dem Wochenmarkt nach ihrer ganz persönlichen Meinung zum Thema Parken in der Innenstadt zu befragen. Das Ergebnis: Die Meinungen sind sehr verschieden.

veröffentlicht am 25.11.2018 um 14:58 Uhr

Die Meinungen sind gespalten: Die einen finden, das Parkangebot in Hameln sei ausreichend, andere halten es für mangelhaft. Foto: Dana

Autor:

Karin Kellerer
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„Die Parksituation ist recht angespannt, vor allem zu den Stoßzeiten. Gerade für uns als Handwerker ist es oft unmöglich, zu den Kunden zu kommen“, so Thomas Most (51). Hans-Heinrich Markhof (78) vermisst die „Brötchentaste“. Bisher gäbe es diesen 15-minütigen Parkbon nur in der Bahnhofstraße. „Ansonsten ist die Situation vor allem durch die Parkhäuser ausreichend.

Hans-Georg Kunz (67) stimmt dem zu, bringt einen anderen Aspekt ins Spiel: „Es gibt in der Innenstadt genug Parkmöglichkeiten. Gebühren und Parkzeiten sind okay. Viele Hamelner können die Innenstadt sehr gut zu Fuß, per Bus oder mit dem Fahrrad erreichen. Tagsüber ist das Angebot der Öffis sehr gut, abends könnte das Angebot besser sein“, so Kunz weiter, „damit ein Umstieg vom Auto zu umweltfreundlicheren Verkehrsmitteln erleichtert wird.“

Sandra Neupert (37) aus Völksen-Eldagsen sieht das Parken dagegen als „Glückssache“ an. „Mal findet man einen Parkplatz, mal nicht. Dann muss ich auch noch hoffen, dass ich nicht von anderen Autos zugeparkt werde. Und genügend Kleingeld sollte man ständig parat haben.“ „Das stimmt“, so Carsten (48), ein Unternehmer, „daher bin ich im Besitz eines Jahrestickets“.

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„Die Parksituation ist mehr als mies“, schimpft Monika (66). „Ab 9.30 Uhr ist es sehr schwierig, einen Parkplatz zu finden. Die Busverbindungen sollten verbessert werden. Vor allem Anwohner der anderen Weserseite haben es sehr schwer, denn die Busse fahren von dort nur stündlich.“ „Die Situation auf der Garten- oder Baustraße ist absolut chaotisch, man muss Glück haben, sonst geht da gar nichts.“ „Das Parken am Posthof ist sicher und gut, man kurvt nur viel zu lange durch die Gegend. Für einen kurzen Besuch beim Bäcker zum Beispiel sollte es Kurzzeitparkplätze geben“, so die Meinung etlicher, die anonym bleiben wollen. Es gibt aber auch positive Äußerungen. Ein 71-jähriger Anwohner aus Groß Berkel sieht kein Problem, das Busangebot hält er für völlig ausreichend. Er finde immer einen Parkplatz. Eine Anwohnerin aus Aerzen lacht bei der Frage und findet das Parkhaus am Rathaus sehr eng. Wenn man früh genug kommt, ist es okay, aber ab 8.30 Uhr werde die Parkplatzsuche kriminell. „Ich hätte mein Auto auch wieder nach Hause tragen können, so weit von der Innenstadt entfernt habe ich einen Parkplatz gefunden“, so Susanne aus Hameln (42). Olaf und Ina Michalke (45) sind der Meinung, der kostengünstige Zehn-Minuten-Takt sollte verlängert werden. „Was schafft man schon in zehn Minuten? Da hat man schneller ein Knöllchen, als man gucken kann.“ Die Kernstadt könne wesentlich mehr Besucher anlocken, wenn die Parksituation verbessert würde. „Aber wenn man sich ein wenig auskennt, findet man immer einen Platz.“ S. Burkhardt (36) aus Aerzen sieht kein Problem: „Es ist alles gut, solange man die richtige Zeit abpasst.“ Das Ehepaar Hellmann (beide 53) nutzt häufig den Bus. „Wenn wir mit dem Auto unterwegs sind, finden wir in der Stadtgalerie immer einen Parkplatz. Und wenn man zur richtigen Zeit unterwegs ist, ist es nicht besonders schwierig, sogar am Straßenrand zu parken.“ Dagegen diese Stimme: „Es ist eine absolute Anti-Autofahrerstadt, die Situation ist katastrophal. Mehr sage ich dazu nicht“, so ein aufgebrachter Hamelner. Auch Julia Mittmann (33) ist äußerst unzufrieden mit der Situation hauptsächlich außerhalb des ECE-Parkhauses: „Man ist nur am Rennen, um die Zeit der Parkuhr zu verlängern. Das sollte generell mindestens auf zwei bis drei Stunden verlängert werden. Ich sorgte für Aufsehen in der Fußgängerzone, als ich das Frisörgeschäft mit Handtuch auf dem Kopf kurzfristig verlassen musste, um Geld nachzuwerfen. Es fehlen eindeutig Langzeitparkplätze“, resümierte Mittmann.

Angelika und Bernd Engel aus Bad Münder sind zufrieden mit dem Angebot der Parkhäuser. „Viele Menschen sind einfach zu faul zum Laufen“, meint Bernd Engel. Ein 59-Jähriger aus Hameln ist tagtäglich mit dem Pkw in Deutschland unterwegs und kann aus Erfahrung berichten, dass andere Städte mit bestem Beispiel vorangehen. „15 Minuten kostenlos parken, das ist in anderen Städten gang und gäbe und funktioniert wunderbar. Kurz und teuer parken wie in Hameln, das geht gar nicht. Ich bin äußerst unzufrieden mit der Situation hier in Hameln, vor allem am Samstag ist es aussichtslos.“



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