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Interessengemeinschaft erhebt keinen Werbegroschen mehr / Jugendwerkstatt bleibt außen vor

Der Weihnachtsmarkt: Mystisch, weil dunkel?

Hameln (CK). Neue Querelen um den Weihnachtsmarkt: „Er wird mystisch werden“, sagt Peter Ehlerding zynisch. Was der Vorsitzende der IG Weihnachtsmarkt damit meint: Es bleibt weitgehend dunkel. Denn in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung hat die IG beschlossen, für dieses Jahr keinen „Werbegroschen“ zu erheben für die Finanzierung der Ausschmückung und der Inhalte des Marktes.

veröffentlicht am 01.10.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 21:41 Uhr

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„Aufgrund fehlender Planungssicherheit für die IG und nicht zuletzt wegen einer Erhöhung der Standgebühren um 30 Prozent sind die ,bekannten und bewährten’ Mitglieder nicht mehr in der Lage, eine Gesamtsumme in Höhe von etwa 250 000 Euro aufzubringen“, führt Ehlerding als Begründung an. Nach seinen Worten gibt es eine Umlage zur Deckung der jährlich anfallenden Vereinskosten. Das bedeutet im Klartext: In diesem Jahr wird es weder eine Pyramide noch ein Knusperhaus noch einen großen Tannenbaum geben. Und an den Eingängen zur Innenstadt (Grüner Reiter oder Neuetorstraße) bleibt’s dunkel: Die Leuchttransparente der IG Weihnachtsmarkt werden ebenfalls nicht aufgehängt, wie Ehlerding sagt.

Besonders betroffen ist die Jugendwerkstatt Hameln (JWH). „Wir werden aus wirtschaftlichen Gründen in diesem Jahr nicht am Hamelner Weihnachtsmarkt teilnehmen“, bedauert deren Leiter Klaus-Dieter Jösten. In den Vorjahren hatten die Jugendlichen stets die Pyramide und das Himmelstor aufgebaut, hatten den überdimensionalen Adventskranz installiert, vor allem aber einen regelrechten Weihnachtswald mit Tannen und einem Dorf auf dem Lütjen Markt geschaffen. Für das alles hatte die Werkstatt von der IG zirka 10 000 Euro erhalten. Das fällt jetzt weg, außerdem würde auch für die JWH die Erhöhung der Standgebühren zu Buche schlagen. „In diesen schweren Zeiten kann ich kein finanzielles Risiko eingehen, auch wenn ich es schade finde, dass unsere Jugendwerkstatt sich deshalb nicht auf dem Weihnachtsmarkt präsentieren kann“, so Jösten.

Ungeachtet der Querelen wollen die Mitglieder der IG Weihnachtsmarkt, die nach Ehlerdings Worten „in den letzten sieben Jahren über eine Million Euro in den Weihnachtsmarkt investiert haben“, das Treiben aber nach ihren Vorstellungen stimmungsvoll gestalten. Der Vorstand hat an alle appelliert, die Betriebe „trotz der miserablen Situation“ zu schmücken, auszuleuchten und Tannenbäume aufzustellen. Übrigens: Nach wie vor anhängig ist der Rechtsstreit um „Etes Hütte“. Ete und Zladko Hodko hatten keinen Stand bekommen, weil sie angeblich die per Gericht abgesegneten Bewertungskriterien der Stadt nicht erfüllt und deswegen das Verwaltungsgericht angerufen hatten. Stammgäste hatten sich mit einer Unterschriftensammlung für die beiden starkgemacht. Und wie es aus gut unterrichteten Kreisen heißt, soll eine Richterin bei der Stadt inzwischen sämtliche Bewerbungen von Ausstellern des Vorjahres angefordert haben. Ergebnis: offen. Mit Enttäuschung hat die Stadt auf die Entwicklung reagiert. „Wir hatten gehofft, dass es die IG Weihnachtsmarkt nicht so weit kommen lassen würde. Der Werbegroschen diente in der Vergangenheit dazu, die Attraktivität des Weihnachtsmarktes zu erhöhen. Mehr Attraktivität heißt, dass auch mehr Besucher kommen – und davon profitieren vor allem die Beschicker“, sagt Sprecher Thomas Wahmes. Und: „Wir können die Beschicker nur davor warnen, an dem Ast zu sägen, auf dem sie sitzen. Wenn sie ihr Engagement in Sachen Weihnachtsmarkt zurückfahren, schaden sie letztlich sich selbst.“

Die von der IG Weihnachtsmarkt angeführten Argumente sind aus Sicht der Stadt nicht nachvollziehbar. „Die Standgebühren, die den Beschickern in Rechnung gestellt werden, sind tatsächlich in dieser Höhe entstanden und müssen daher auch von ihnen getragen werden. Es wäre nicht zu rechtfertigen, diese Kosten der Allgemeinheit, also dem Steuerzahler aufzubürden“, so Wahmes weiter. „Wir appellieren an die Beschicker, freiwillig zur Ausgestaltung des Weihnachtsmarktes beizutragen, auch im eigenen Interesse. Wir müssen endlich mal nach vorne schauen, wenn wir weiterhin Besucher nach Hameln ziehen wollen.“



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