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Serie: Dewezet begleitet Schwangere

Der Weg zur Geburt: „Jetzt wird es beschwerlich“

Schwangerschaft ist eine prägende Zeit im Leben eines Paares, ganz besonders aber im Leben einer Frau. In loser Folge wollen wir zwei Frauen auf dem Weg zur Geburt ihrer Kinder begleiten. Wollen wissen, wie es ihnen geht, was sie fühlen, was sie erwarten. Jessica Raudzis bekommt ihr erstes Kind im Mai. Wir haben sie zum Geburtsvorbereitungskurs begleitet.

veröffentlicht am 03.04.2018 um 08:41 Uhr
aktualisiert am 03.04.2018 um 10:30 Uhr

Marc und Jessica üben mit der Babypuppe. Foto: Doro
Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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HAMELN. „Jetzt wird es beschwerlich“, sagt Hebamme Jane Zimmermann. „Die Frauen können nicht mehr schlafen, gehen, stehen, sie bekommen keine Luft und essen wird schwierig.“ In ihrer Praxis sitzen am letzten Abend des Geburtsvorbereitungskurses die Pärchen auf weichen Matten, das Licht ist gedimmt, der Raum wohltemperiert, im Hintergrund spielt leise Musik. Einige Mütter haben ein Kissen im Rücken, die jungen Väter, allesamt Bartträger, wirken neben ihren Frauen fast schmal. Die wohlige Ruhe ruft beim einen oder anderen ein entspanntes Gähnen hervor. In einigen Wochen allerdings wird es vorbei sein mit der Ruhe, auch bei Jessica Raudzis und ihrem Freund Marco. Jessica ist nun in der 34 Woche (inzwischen in der 36) und wiegt 81 Kilogramm. Die letzte Phase der Schwangerschaft fordert sie. Ihre Handgelenke sind durch Wassereinlagerungen geschwollen. Weil sie permanent kribbeln, hat Jessica hat sie getaped. Vor Marco und Jessica liegt eine nackte Puppe, sie hat etwa die Größe eines Babys. „Es werden sich nach der Geburt viele Fragen stellen“, prophezeit Jane Zimmermann. Zum Beispiel: Wie bekomme ich den Body über das Köpfchen des Neugeborenen? Zum Üben hat der werdende Vater – na klar – den BVB-Body mitgebracht. Aber so richtig rund läuft die Sache noch nicht. Geduldig zeigt die Hebamme Marco, mit welchen Tricks das Anziehen besser klappt und warum es mit der Windel, die doch gut zu sitzen schien, so nicht funktioniert. Sie erklärt, was zu tun ist, wenn das Baby beim Wickeln schreit, wann und wie man das erste Mal rausgehen sollte (10 bis 15 Minuten, wenn es das Geburtsgewicht erreicht hat, aber nicht zum Shoppen), was dem wunden Babypopo guttut (Heilwolle) und warum die jungen Eltern nicht auf jeden gut gemeinten Ratschlag der Großeltern hören müssen. Sie weiß, dass im Wochenbett 12 bis 14 Stillmahlzeiten in 24 Stunden normal sind, schließlich habe das Baby einen kleinen Magen. Zum Vergleich hält sie eine etwas größere Murmel in die Luft. Sie erklärt, warum Stillen gut für Mutter und Kind ist und das man an wackelnden Ohrläppchen sehen kann, dass das Kind richtig saugt. Jane Zimmermann beantwortet viele Fragen an diesem Abend und stellt den werdenden Eltern genauso viele. Sie lässt auch schwierige Themen, wie den plötzlichen Kindstod, nicht aus. Die Ursache sei bis heute ein Rätsel, doch man wisse, „dass es Risikofaktoren gibt“. Die Sterblichkeitsrate konnte deutlich gesenkt werden, seit man sie beachtet. Vor allem sollte die Umgebung des Kindes gut belüftet sein (keine Kuscheltiere, kein Himmel, kein Nest) und nicht zu warm liegen (16 bis 18 Grad). Davor, dass sie ihr Kind im Schlaf im Elternbett überrollen oder ersticken, bräuchten die Eltern hingegen keine Angst haben. Sie garantiert ihnen, dass das schlicht nicht passiert. Überhaupt sei das Kind im ersten Jahr im Elternbett am besten aufgehoben, denn nichts ist besser als der Geruch und die Nähe der Eltern. Der Hebamme ist es wichtig, den Eltern Ängste zu nehmen und sich ein Stück weit auf ihren Instinkt zu verlassen, sich einzulassen auf die Situation. Jessica und Marco sind bereit. Die Tasche für das Krankenhaus ist fast fertig gepackt. Zwei wichtige Termine hat das Paar noch: in der nächsten Woche steht „Kunst am Babybauch“ an und am 18. April die Besprechung der Geburt im Sana-Klinikum.

Nächste Folge: Die Hebamme zu Hause bei Dorina Scholz.



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