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Verwaltung will kategorisch Konzerte verbannen – was der Stadtmanager „nicht sinnvoll“ findet

Der verbotene Bürgergarten

Hameln. Der Bürgergarten ist ein Naherholungsgebiet – so steht es auf der Homepage der Stadt. Doch während die einen zur Erholung Ruhe suchen, wollen andere etwas erleben. Doch mit dem Erleben ist das im Bürgergarten so eine Sache. Die Verbotstafel am Eingang macht jedem Aktionsdrang schnell ein Ende: Kein Ballspiel, kein Gassigehen, kein Radfahren, kein Skaten, kein Zelten, keine Musik. Und jetzt legt die Stadt nach: Auch mit Musikveranstaltungen soll im Bürgergarten nun Schluss sein.

veröffentlicht am 07.11.2014 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 03:21 Uhr

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Autor:

VON ANDREA TIEDEMANN
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Hintergrund waren Beschwerden von Anwohnern, insbesondere des Seniorenzentrums Curanum und des Bellevue-Centers. 43 Anwohner hatten sich über die zum Teil extrem hohen Dezibel-Pegel beschwert. Diese dürften nun aufatmen: Die Verwaltung kündigte nämlich an, künftig keine Veranstaltungen mehr zuzulassen, bei denen die „Musik im Vordergrund“ stehe.

Eisbahn ja,

Eisdisko nein? Abgrenzung wird schwer

Doch was das genau bedeutet, wird sich erst im Einzelfall herausstellen. Klar ist: Rockkonzerte wie beim Rattenfänger Open Air werden wohl rausfallen. Doch auch Popgrößen wie Pur oder Chris de Burgh, die schon im Bürgergarten vorbeischauten, wären nach dieser Regelung nicht mehr willkommen. Weinfest und Fastenbrechen sollen weiterhin erlaubt sein, doch wie sieht es in Grenzbereichen aus? Die Eisbahn hat Musik nur zur Untermalung, doch was ist mit der Eis-Disko? Die Verwaltung wird mit dieser Regelung in den kommenden Jahren noch viel zu argumentieren haben.

„Sich so zu beschneiden, halte ich nicht für sinnvoll“, sagt Dennis Andres, Stadtmanager bei der Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT). „Musik in der richtigen Lautstärke kann im Bürgergarten ganz schön sein.“ Von einem kategorischen Ausschluss hält er nichts. Das Rattenfänger Open Air zum Beispiel, findet auch Andres, gehöre „in dieser Lautstärke“ nicht in den Bürgergarten. Aber auch klassische Konzerte zu verbannen, kann er nicht nachvollziehen. Die HMT selber habe aber ohnehin nur das Weinfest organisiert, das lautstärkemäßig unproblematisch sei, so Andres.

Wenn der Bürgergarten nun also für Konzerte tabu sein soll, stellt sich die Frage, wo man sie stattdessen durchführen könnte. Ideen hatte die Verwaltung bereits in der letzten Sitzung des Kulturausschusses parat. Infrage kommen demnach vor allem der Tönebönplatz, die Rattenfängerjalle und das Stadion. „Man muss hier nicht ohne Musik leben“, stellte Christine Barner, Leiterin der Abteilung Ordnung und Straßenverkehr, fest. Doch sind die vorgeschlagenen Orte eine echte Alternative zum zentralen Bürgergarten? „Für ein typisches Rockkonzert kann ich mir das vorstellen“, sagt Andres, bei klassischen Konzerten hingegen sei das schwierig. „Da spielt die Atmosphäre doch wieder eine wichtige Rolle.“

Herzlich willkommen im Bürgergarten? Auf der Verbotstafel am Eingang wird es langsam eng...Dana



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