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Vorab-Premiere vom „Sommernachtstraum“ zum Münster-Jubiläum

Der rote Faden geht nie verloren

Hameln (git). Dass das Hamelner Münster viel mehr sein kann als nur ein gewöhnliches Gotteshaus, bewies die Aufführung von William Shakespeares Sommernachtsraum des jungen Theaters „Didel-Dadel-Dum“ der St.-Magnus-Kirchengemeinde aus Beber. Ihre eigens aufgebaute Theaterbühne im linken Teil des Kirchenschiffs fügte sich wie selbstverständlich ins räumliche Innenleben des alten Hamelner Gotteshauses. Allerdings verlangten die Kirchenstühle bei drei Stunden Aufführung den Zuschauer einiges ab.

veröffentlicht am 11.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 14:41 Uhr

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Didel-Dadel-Dum ließ auch das schnell vergessen. Die bearbeitete Form des Stückes hauchte der historischen Komödie aus dem sechzehnten Jahrhundert ihren ganz eigenen Charme ein. Das kam an bei dem Publikum: Es machte stets neugierig auf die nächste Szene. Da war zum Beispiel der Auftritt Helenas (Ann-Katrin Scheibe) mit flottem Cityroller und neckischem bauchfreiem Top, die vielen unterschiedlichen mutigen Tanzeinlagen der Darsteller, die pantomimischen Liebesbezeugungen von Lysander (Kolja Mainitz) an Helena oder gar die Rolle des stummen Baumes, die Hans-Georg Schwebe innehatte. Außergewöhnliche Requisiten wie das Kostüm des Elfen Puck oder die handgestickte Eselsmütze auf dem Kopf des Athener Handwerkers Zettel vervollständigten das Bühnenstück. Den rote Faden, den Shakespeare in seinem Verwechslungsstück gesponnen hatte, ging den Laiendarstellern dabei in keinem Fall verloren. Es wurde sich ebenso unabsichtlich „verwechselnd“ verliebt wie im Original, und ebenso gab es ein Stück im Stück. Im Prinzip ist es auch egal, ob nun ein Egeus oder eine Eugenia (Monja Schewe) ihrem Kind Hermia (Lorena Keding) nahelegt, sich mit Demetrius (Swen Güttinger) zu vermählen. Ob es nur einen Elf gibt oder im Gefolge der Elfenkönigin Titania in Nebenrollen gleich sechs.

Äußerst gekonnt besetzt waren die Rollen des Oberon und des Theseus mit dem zwanzigjährigen Torben Holle, der sicherlich noch eine große Theaterkarriere vor sich hat. Auch der Hamelner Swen Güttinger (15) bewies in seinem dritten Jahr bei Didel-Dadel-Dum als Demetrius, das er eine Hauptrolle bravourös meistern kann. Mama Eva schwärmte zum einen vom Sohnemann und zum anderen von der gigantischen Gemeinschaft des Theaterteams. Nicht zuletzt sei auch der Elf Puck erwähnt, dessen Mimik und Gestik durch Linda Lachmann (19) jeden Applaus wert war. Lachmann stand trotz langfristiger Kreuzbandprobleme auf der Bühne. Neben ihm wurde aber auch Lorena Keding (Hermia) durch eine Gehhilfe gestützt: Die Hermia-Darstellerin war bei der Generalprobe umgeknickt. „Egal, wie schmerzhaft es ist, ich wollte heute auf der Bühne stehen“, sagte die Laiendarstellerin.

Die rund 130 Gäste waren am Samstag in den Genuss einer seltenen Vorab-Premiere gekommen. Denn auf heimischer Bühne in Beber geht es für Didel-Dadel-Dum erst ab Ende Oktober richtig los. Auf Einladung der Veranstalter des Münsterjubiläums spielten sich die 30 jungen Erwachsenen, Jugendlichen und Kinder aber sehr gerne schon mal in Hameln „warm“.

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