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„Demokratie, Freiheit und Menschenrechte sind nicht selbstverständlich“

Der Opfer des 9. November 1938 gedacht

HAMELN. Der 9. November – welch ein Schicksalstag für Deutschland: die Ausrufung der ersten Republik im Jahr 1918, Hitlers Marsch auf die Feldherrnhalle in München 1923, der Fall der Mauer 1989, aber eben auch und vor allem die Reichspogromnacht im Jahr 1938.

veröffentlicht am 09.11.2018 um 20:19 Uhr
aktualisiert am 09.11.2018 um 21:00 Uhr

Reinigung der Stolpersteine. Foto: wal
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Autor

Wolfhard F. Truchseß Reporter

Christiane Brendel und Daria Leuthier vom Vorstand der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit erinnerten am Freitag in einer von den beiden jüdischen Gemeinden und der Gesellschaft veranstalteten Gedenkstunde vor der Synagoge in der Bürenstraße mit eindringlichen Worten an die Nacht, in der auf Geheiß der Nazi-Führung in Deutschland mehrere Hundert Synagogen niedergebrannt, Tausende jüdische Geschäfte zerstört und zahllose Wohnungen verwüstet sowie zwischen 90 und 100 Juden erschlagen, niedergestochen oder zu Tode geprügelt worden waren.

Deshalb sei der 9. November ein Datum, „an dem sich die Ambivalenz des Lebens, die Ambivalenz deutscher Geschichte widerspiegelt“, erklärten die beiden Sprecherinnen. „Der 9. November führt uns vor Augen, dass Demokratie, Freiheit und Menschenwürde nicht selbstverständlich sind.“

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 sei auch die jüdische Bevölkerung Hamelns von den „sinnlosen Gewalttaten“ der Nationalsozialisten heimgesucht, Geschäfte geplündert und zerstört, jüdische Grabsteine umgestürzt, die Synagoge geplündert und in Brand gesetzt und jüdische Mitbürger vor die brennende Synagoge getrieben, verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt wurden. In Zeiten zunehmender antisemitischer Übergriffe sei es daher wichtig, „immer wieder daran zu erinnern, was damals geschah, um es im Gedächtnis zu behalten und aktiv so zu agieren, dass die Gräueltaten der Geschichte sich nicht wiederholen können“.

Kranzniederlegung während der Gedenkstunde. Foto: wal
  • Kranzniederlegung während der Gedenkstunde. Foto: wal

Elena Kraft, Jakob Jordan und Daniel Brendel verlasen die Namen der 107 jüdischen Mitbürger, die während der Nazizeit in Hameln ausgegrenzt, vertrieben oder in Konzentrationslagern ermordet worden waren. Die Rabbinerin Dr. Ulrike Offenberg verlas am Ende der Gedenkstunde das Kaddisch, das jüdische Totengebet. Die Gruppe „Schalom“ begleitete die Veranstaltung musikalisch.



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