weather-image
So soll das Ex-Britengelände an der Weser aussehen

Der Natur und dem Fluss überlassen

Hameln. Ein Rückzugsraum für bedrohte und scheue Tiere und Pflanzen: Auf dem früheren Wasserübungsplatz der britischen Pioniere bei Klein Berkel soll ein Auenwald entstehen (wir berichteten). Die Renaturierung des Wouldham Camps könnte 2017 starten, wenn es mit der Finanzierung klappt.

veröffentlicht am 10.02.2016 um 16:27 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 19:41 Uhr

olle

Autor:

Andreas Timphaus
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Rund 90 Prozent der anfallenden Kosten von bis zu 200 000 Euro sollen aus der Landeskasse kommen – die Chancen stehen nach Einschätzungen im Rathaus sehr gut. Die Renaturierung soll in drei Schritten erfolgen: Zunächst sollen die auf dem Gelände befindlichen Gebäude abgerissen werden. Anschließend werden die Oberflächen entsiegelt und danach das Gelände neu modelliert. Wir haben in die städtischen Pläne geschaut und zeigen Details des Auenwald-Projekts.
1. Das 22,4 Hektar große Gelände liegt im Überschwemmungsgebiet der Weser. Eine Neubebauung ist deshalb kaum möglich. „Wir sehen dies als Gelegenheit, um etwas für den Naturschutz zu tun und wollen der Weser ein Stück zurückgeben“, sagt Ralf Wilde, Leiter des Fachbereichs Umwelt im Rathaus. Durch kleine Senken soll das Gelände an einigen Zonen versumpfen, auch eine Beweidung mit Rindern ist vorgesehen.
2. In der Auenlandschaft soll sich der Weißstorch ansiedeln. Deshalb wird am Rand der Grünfläche eine Nisthilfe für den Vogel aufgebaut. Aufgrund der Gegebenheiten könnte sich womöglich auch ein menschenscheuer Schwarzstorch dort ansiedeln, dafür müssten aber alle Bedingungen optimal sein.
3. Im vorderen Bereich an der Ohrschen Landstraße wird weiterhin eine Nutzung erlaubt sein, zum Beispiel durch die Hundestaffel der Polizei. Ein bepflanzter Grünstreifen soll dieses Gebiet sichtbar vom übrigen Auenwald abtrennen. Eine weitere Abtrennung könnte ein geplanter Radweg sein, der womöglich am Rand des Auenwalds entlanggeführt wird und schließlich wieder zur Straße abknickt.
4. Am Ende eines Schotterwegs soll ein Aussichtsturm für Vogelbeobachtungen entstehen. Dies wäre auch der Treffpunkt für geführte Führungen, die vom Naturschutzbund angeboten werden könnten. „Im Gegensatz zum Upnor-Gelände, welches der Erholung dienen soll, ist der Auenwald vornehmlich für den Naturschutz vorgesehen. Hier können sich Tiere zurückziehen“, sagt Helga Auhage aus dem Umweltamt.
5. Die alten Militärhallen auf dem Gelände gehören momentan noch der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Die Stadt befindet sich in Verhandlungen. Wie teuer ein Abriss wird, soll ein Gutachter feststellen. Es stehen geschätzte Kosten von rund 600 000 Euro im Raum. Auch die betonierten Flächen sollen aufgebrochen werden.
6. Im Außenbereich entlang der Weser hoffen die Experten, den Fischadler ansiedeln zu können. Der Greifvogel, der in den 60er-Jahren fast ausgestorben war, ist bisher vor allem im Nordosten Deutschlands verbreitet.
7. Es ist geplant, das Ufer der Humme zu beiden Seiten großflächig zu öffnen. An drei Stellen sollen auch Brücken zurückgebaut werden. Die zur Ohrschen Landstraße gelegene Humme-Seite werde der „natürlichen Sukzession“ preisgegeben, kündigt Wilde an. Auf dem Areal werde lediglich eine Schmutzwasserpumpe der Stadtwerke bestehen bleiben.
8. An der Mündung der Humme sollen die Spundwände entfernt werden. Durch Abschnitte mit einem Steilufer werden Nisthilfen für den Eisvogel geschaffen, der sich an der Weser zunehmend heimisch fühlt.
9. Entlang der Weser soll an mehreren Stellen das Ufer abgeflacht werden. In den Buchten – sogenannten Flachwasserzonen – könnten sich Insekten und Amphibien ansiedeln. Eine Weichholzaue, zum Beispiel mit Weiden, gibt weiteren Rückzugsraum.

ollen weg: die alten Militär-Gebäude auf dem Wouldham Camp. Dana
  • ollen weg: die alten Militär-Gebäude auf dem Wouldham Camp. Foto: Dana


Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt