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Heimische Wirtschaft erwartet Gutes vom neuen Jahr – die Konjunkturlage spielt ihr in die Karten

Der Motor läuft rund

„Typisch Hameln!“, heißt es in Internetforen schnell, wenn in Hameln irgendetwas nicht so optimal gelaufen ist. Dabei gibt es doch so viel anderes, was das Prädikat „typisch Hameln“ zu Recht und als Auszeichnung tragen könnte. Denn die Stadt hat viel Positives zu bieten. In der ersten Januarwoche soll es in der Dewezet an jedem Tag auch um die schönen und gelungenen Seiten unserer Stadt gehen.

veröffentlicht am 03.01.2018 um 19:32 Uhr
aktualisiert am 04.01.2018 um 10:00 Uhr

Blick auf den Hamelner Schutzhafen und das südliche Industriegebiet Hamelns: Hier sind viele Unternehmen zu Hause, die ihre Produkte weltweit vermarkten. Foto: Dana
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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HAMELN. Den Unternehmen in Hameln und dem Weserbergland geht es im Moment ziemlich gut. Die Betriebe schauen jedenfalls weitgehend optimistisch auf das Jahr 2018. Das hat zunächst einmal einen Grund, der nicht ausschließlich im Hamelner Stadtgebiet und nicht nur im Weserbergland verortet ist. Die Konjunktur brummt deutschlandweit; der sogenannte Jobmotor läuft zurzeit auf Hochtouren. Zum Jahreswechsel prognostizieren Unternehmen, Verbände und Wirtschaftsinstitute dem neuen Jahr rosige Aussichten: Die Arbeitslosenzahlen sollen noch weiter sinken und das Wirtschaftswachstum werde dieses Jahr voraussichtlich die Zwei-Prozent-Marke locker knacken.

Diese Entwicklung, sagt Jürgen Lohmann, Vorsitzender des Arbeitgeberverbands der Unternehmen im Weserbergland (AdU), betrifft gewiss nicht nur Unternehmen in Hameln (siehe Kasten), dem zentralen Wirtschafts- und Einkaufsstandort des Weserberglandes, sondern auch alle anderen mittelständischen Betriebe im Weserbergland. Die Region hinkt nach Lohmanns Ansicht zwar traditionell dem Deutschland- und Niedersachsen-Trend etwas hinterher – von „abgehängt“ könne aber keinesfalls die Rede sein.

So sorgt die bundesweite Konjunkturentwicklung laut Lohmann auch hierzulande für ein „sehr gutes Investitionsklima“. Es werde gebaut und erweitert – und damit Arbeitsplätze erhalten und im besten Fall geschaffen.

Größter Arbeitgeber in Hameln: die BHW-Bausparkasse der Postbank-Gruppe. Foto: Dana
  • Größter Arbeitgeber in Hameln: die BHW-Bausparkasse der Postbank-Gruppe. Foto: Dana

Was den Unternehmen nach wie vor bei Investitionen zu schaffen macht, seien umständliche Genehmigungsverfahren. Doch auch hier sieht Lohmann Lichtblicke: Die Politik sei auf dem Weg, Regelungen zu „entrümpeln“ und „Planungsverfahren zu beschleunigen“. „Das sind deutliche Signale“, sagt der AdU-Chef, die natürlich auch im Weserbergland aufgenommen werden.

Mit einer „positiven Grundstimmung“ blicken auch die Handwerksbetriebe dem Jahr entgegen. Die Betriebe würden insgesamt „hinreichend Aufträge und eine befriedigende Erlössituation“ mit in das neue Jahr nehmen, erklärt Ulrich Wichmann, der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hameln-Pyrmont. Die Auftragsbücher der meisten Handwerksunternehmen seien jedenfalls prall gefüllt – auch eine Folge der Niedrigzinsphase, die viele Handwerkskunden für die Finanzierung von Modernisierungen nutzen.

Für etliche Unternehmen eher problematisch, aber gut für die Arbeitnehmer in Hameln und dem Kreisgebiet: Die Betriebe, Handwerk wie Mittelstand, suchen nach wie vor nach qualifizierten Mitarbeitern. Gute Aussichten also für die, die gut ausgebildet sind. Auch gebe es ausreichend Lehrstellen im Handwerk, sagt Wichmann.

Um Fachkräfte frühzeitig an sich zu binden, sind viele Unternehmen der Region eine Kooperation mit der Hochschule Weserbergland mit Sitz in Hameln eingegangen. Durch ein praxisbezogenes Studium werden dort inzwischen junge Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet aus- und weitergebildet. Selbst bei einem so zukunftsweisenden Thema wie „Industrie 4.0“ kann die Hochschule mit einem eigenen, neu geschaffenen Zertifikatsstudiengang punkten.

Ebenfalls in Hameln beheimatet ist das Bildungszentrum der Technischen Akademie – ein bundesweit anerkannter Bildungsdienstleister für berufliche Fort- und Weiterbildung.

Produkte aus Hameln gehen um die Welt

Aus der Rattenfängerstadt Hameln werden etliche Produkte und Ideen in die ganze Welt getragen. Dafür sind Unternehmen verantwortlich, die über die Landesgrenzen hinaus international tätig sind und auch Vertretungen in aller Welt von Hameln aus steuern. So ist die Firma Volvo CE seit vielen Jahren für Großgeräte, die im Straßenbau eingesetzt werden, bekannt. Sie hat Abnehmer in aller Welt. Gleiches trifft wohl auf Reintjes zu. Das Unternehmen baut Schiffsgetriebe, die in Schiffen auf den Weltmeeren zum Einsatz kommen. Die Aufzählung lässt sich noch etwas weiter fortsetzen: Eisenbahnwaggons, die bei Kaminski in Hameln gewartet werden, sind auf dem gesamten europäischen Schienennetz unterwegs; Snacks und Knabbersachen von XOX gibt es in fast jedem Supermarktregal.

Die Firma Stephan Machinery ist mit ihren Maschinen und Anlagen für die Lebensmittelherstellung in mehr als 100 Ländern der Erde vertreten. Die Schweizer Siegfried-Gruppe produziert in Hameln Pharma-Produkte für den internationalen Markt. Größter Arbeitgeber in der Stadt ist weiterhin die Postbank-Gruppe mit der BHW-Bausparkasse. Hier sind knapp 3000 Menschen beschäftigt. Aber nicht nur die „Global Player“ oder gar „Hidden Champions“ seien für die wirtschaftliche Entwicklung Hamelns von Bedeutung, sondern viele weitere Unternehmen aus Mittelstand und Handwerk, sagt Thomas Wahmes, Wirtschaftsförderer im Hamelner Rathaus. Viele Betriebe zeichneten sich durch „ein hohes Maß an Innovation, Know-how und enormer Kundenbindung“ aus. „Es sind all diese Unternehmen, die Hamelns Wirtschaft so stark machen. Leider werden wir als Standort oftmals unterschätzt. Aber wir müssen uns gewiss nicht verstecken“, ist der städtische Wirtschaftsförderer überzeugt. Insgesamt sind in Hameln derzeit laut Wahmes mehr als 25 000 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Unternehmen würden wachsen und weitere Mitarbeiter einstellen, die Gewerbeflächen in der Stadt werden knapp. Im Rathaus sind die Verantwortlichen deshalb dabei, neue Gewerbegebiete auszuweisen. Die Erweiterung des Langen Felds bei Afferde ist ein Beispiel. Auch auf dem ehemaligen Depotstandort der britischen Armee am Gundolph-Park am Reimerdeskamp könnte sich alsbald etwas tun.

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