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Tränen gelacht beim Benefiz-Varieté-Dinner im Lalu

Der Inder und die Null des Lebens

Hameln. Er kam, sah, steckte sich zu viele Tischtennisbälle in den Mund und siegte. Sanjay Shihora, „der Inder“ im mannigfaltigen Programm des Weihnachtsvarietés im Hefehof, zwang die Gäste in die Knie. Mit seiner unwiederbringlichen Erzähl-Reise durch den ewigen Kreislauf, „die Null“ des Lebens, mit dem einfachen Satz: „Der Inder verarscht mich doch!“, blieb fast kein Auge trocken.

veröffentlicht am 30.11.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 14:21 Uhr

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Autor:

von Nina Reckemeyer
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Das Benefiz-Varieté-Dinner im Lalu war ein voller Erfolg. Fünf Varietékünstler zeigten beeindruckende Körperkunst. Eine vollschlanke Elke Winter, travestierende Moderatorin, führte – unverfroren und gnadenlos – mit viel Bling Bling am Kostüm durch den bunten, sehr kurzweiligen Abend. Ein erlesenes Vier-Gänge-Menü vom Spitzenkoch Achim Schwekendiek aus dem Schlosshotel Münchhausen machte die Veranstaltung perfekt. Rund 5000 Euro Spendenerlös, „Tendenz zunehmend“, kamen für einen guten Zweck zusammen. Dr. Jobst-Walter Dietz stellte zu Beginn die beiden Sozialprojekte vor, die von den rund 150 geladenen Gästen finanziell unterstützt werden konnten: Tanzania – Wir helfen! – ein Verein, um Hunger, Leid und medizinische Unterversorgung in Tanzania zu lindern – und Interhelp, die von Ulrich Behmann ins Leben gerufene Gesellschaft für internationale Hilfe. Der Spendenerlös für Interhelp kommt der Hameln Montessori School auf Sri Lanka zugute. „Dort tragen die Kinder sogar Schuluniformen in Blau, Rot, Weiß – den Farben des Hamelner Wappens“, schloss Dietz den von ihm selbst genannten „Werbeblock“ ab und überließ die Unterhaltung der Gäste fortan der schillernden Elke Winter. Die kleidete sich mal in Paillette, mal in Lametta, immer eng genug, um den „Bauch-Weg-Slip“ zum Einsatz zu bringen. Den erklärte Elke allerdings für eine schlechte Erfindung: „Ich sage Ihnen, das Fett sucht sich seinen Weg. Kaum hast du das Ding an, drückt sich das Fett vom Bauch hoch zum Hals!“ Die blonde Travestieerscheinung gab sich ungeniert und auch sonst machte sie vor nichts und niemandem Halt. Weder die Herren im Publikum noch jedwede Obszönität waren vor Elke sicher, und so glitt sie auf einem wahren Wasserfall der Schlüpfrigkeiten entlang, ohne sich selbst zu ernst zu nehmen.

Das Varietéprogramm des Abends bestimmten vier Artisten, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Der verrückte Inder Sanjay etwa erklärte seinem Publikum den Unterschied zwischen Deutsch und Indisch: „Sie sagen: ,Was ich heute kann besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.‘ Ein Inder sagt: ,Dinge, die dir widerstreben, verschiebe auf das nächste Leben‘“. Seine Gäste forderte er auf, ihn „mit ein schönen Hammelapplaus“ zu begrüßen. Gemeint war natürlich ein kräftiger Hameln-Applaus, um ordentlich Punkte auf dem „Karma Konto“ zu sammeln.

Arthur Bezkorinnyy überzeugte mit einer Körperspannung, wie man sie selten sieht: Ein offenes Klappmesser auf zwei Händen, mit denen er sich wie ein lebendiger Kreisel um die eigene Achse drehte, im Fachausdruck Handstandequilibristik genannt. Maxim sorgte mit „Rula Rula“, halsbrecherischer Akrobatik in der Höhe, für angespannte Gesichter, die schöne Julia verbog sich, als bestünde ihr Körper aus schmiegsamem Gummi. Und Tobias Rademacher glich einem jonglierenden Agenten aus der Matrix. Mit leuchtenden Kegeln malte er bunte Feuerräder in die Dunkelheit. Fazit: Mehr geht nicht.

2 Bilder

Eine Bildergalerie von Frank Neitz gibt es im Internet auf www.dewezet.de

„Verrückter Inder“: Sanjay Shihora demonstrierte den Besuchern des Weihnachtsvarietés den ewigen Kreis des Lebens, der stets endet und von Neuem beginnt – als Moleküle (Bälle) im Universum (seinem Mund).fn



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