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Der Impfstoff - noch nicht da und kaum gewollt

veröffentlicht am 26.10.2009 um 19:08 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:37 Uhr

schweinegrippe

Hameln (jhe). Eigentlich hatte Michael Hümme sich alles so einfach vorgestellt: Er geht zum Arzt, lässt sich gegen die Schweinegrippe impfen und geht wieder nach Hause. Fertig. Doch ganz so einfach lief das Impf-Prozedere gestern für den Selbstständigen, der sich beruflich viel in Krankenhäusern aufhält, nicht ab. Obwohl tagelang verbreitet worden war, dass gestern deutschlandweit die Impfungen gegen das A/H1N1-Virus starten sollten, gab es in Niedersachsen noch keinen Impfstoff.

„Wir sind abhängig von dem, was der Hersteller liefern kann“, erklärt Heinke Traeger. Das niedersächsische Ministerium für Gesundheit habe laut der Sprecherin in der vergangenen Woche schon darauf hingewiesen, dass der Impfstoff nicht unbedingt gleich zu Beginn der Woche geliefert werden könne. Sie gehe aber davon aus, dass „spätestens Ende der Woche“ die rund 400 ausgewählten Apotheken im Bundesland mit dem Impfstoff versorgt seien. Acht dieser „Pandemie-Impfstoff-Bezugs-
Apotheken“ liegen im Landkreis Hameln-Pyrmont: in Bad Münder, Bad Pyrmont, Emmerthal, Hessisch Oldendorf, Salzhemmendorf und drei in Hameln.
 Auch wenn der Impfstoff gestern noch nicht in den Apotheken lagerte, sondern erst vom Dresdener Hersteller Glaxo Smith Kline zu den zehn Arzneigroßhandelsniederlassungen in Niedersachsen transportiert wurde, blieb es in der Hamelner Raths-Apotheke ruhig, was die Impfstoff-Bestellung anging. „Wir haben letzte Woche schon gesagt, dass wir nicht wissen, ob wir am Montag schon beliefert werden“, sagt die Apothekerin Adriana Nitsch und ergänzt: „Mit den Ärzten haben wir abgemacht, dass wir sie anrufen, sobald der Impfstoff da ist.“

Aber die Bevölkerung scheint kein besonders Interesse an dem Pikser gegen die Schweinegrippe zu haben. Dr. Eva-Maria Kraske sagt zwar, dass sie ihre Patienten „von morgens bis abends“ über das Thema informiere, aber es sei noch keiner bei ihr gewesen, der sich habe impfen lassen wollen. Ihre Kollegin Sabina Grau will erst gar keine Impfungen gegen das A/H1N1-Virus anbieten, da sie die Impfung „für überhaupt nicht ausgereift“ halte und darin mehr Risiken als Vorteile sehe. Die Patienten sehen dies nach Graus Angaben ähnlich: „Fast 100 Prozent wollen sich nicht impfen lassen.“

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