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Sanierung des Pfarr- und Gemeindehauses Tündern: Historische Optik soll wieder hergestellt werden

Der Glanz vergangener Zeiten

Tündern. Die Fenster im Gemeinde- und Pfarrhaus der Kirchengemeinde Tündern sind undicht, die Beschläge teilweise defekt und von Denkmalschutz kann wohl keine Rede sein. Eine Sanierung wäre also dringend erforderlich, was allerdings Kosten in Höhe von 70 000 Euro mit sich bringt. „Jetzt wollen wir das Projekt angehen, nicht zuletzt, weil die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung uns einen Zuschuss von 20 000 Euro gewährt hat“, erklärt Friedrich-Wilhelm Schünemann vom Kirchenvorstand in Tündern.

veröffentlicht am 09.09.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:21 Uhr

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Autor:

Friedrich-Wilhelm Thies
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Rein optisch wollen die schlichten Holzfenster nicht so recht passen in das 1882 erbaute Pfarr- und Gemeindehaus, das mit der rund 800 Jahre alten Kirche sicher ein architektonisches Ensemble bildet. Als sie in den 1980er Jahren eingebaut wurden, hatte man den Denkmalschutz wohl hinten angestellt. „Inzwischen sind die Fenster zudem teilweise blind, die Flügel sind ohne Dichtungsband, die Beschläge marode und die Verbindung zum Mauerwerk ist schlecht abgedichtet“, erklärt Schünemann, im Kirchenvorstand für die Bauverwaltung und Finanzen zuständig. Das Haus wird in der unteren Etage vollständig von der Kirchengemeinde genutzt, oben wohnt das Pastorenehepaar Haffke.

Bei einem Austausch der Fenster schreibt das Amt für Bau- und Kunstpflege der Landeskirche Hannover aber eine Ausführung in ihrer damaligen historischen Ausgestaltung vor, wenn denn nicht unerhebliche Zuschüsse von der Landeskirche fließen sollen, so Schünemann. „Der Architekt hat sich damals sicher etwas dabei gedacht und wollte das Gebäude auch nach außen als Pfarrhaus sichtbar machen. Deshalb wurden die Fenster wohl mit einem Kreuzmotiv gefertigt“, meint Pastor Bernhard Haffke.

Das ist heutzutage ganz verschwunden, es gibt nur einen schlichten Flügel. Auch die gemauerten Abrunden im Erdgeschoss sind bei den jetzigen Fenstern begradigt worden. All das soll bei einer Erneuerung behoben werden und die originale kleinteilige Fassadengestaltung des Einzeldenkmals wiederhergestellt werden. „Im Rahmen der energetisch notwendigen Arbeiten sollen nach den Vorgaben des Amtes für Bau und Kunstpflege der Landeskirche in Hannover die Fenster so rekonstruiert werden, wie sie im Jahre 1882 eingebaut worden sind, zweiflügelig mit den Sprossen als Kreuz ausgelegt“, sagt Schünemann. Da zudem als Baustoff Holz, und zwar Lärche, vorgeschrieben ist, treibt das die Kosten nach oben. Sie werden auf 70 000 Euro für die 33 Fenster veranschlagt. Schünemann als Finanzfachmann des Kirchvorstandes suchte nach Zuschüssen. Sich um EU-Mittel zu bewerben, schien aussichtslos. Aber vom Niedersächsischen Amt für Denkmalpflege kam der entscheidende Hinweis auf die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung. „Dort habe ich unsere Unterlagen eingereicht. Es hat etwas gedauert und ich musste mehrmals nachfragen, aber jetzt kam der positive Entscheid über einen Zuschuss von 20 000 Euro“, freuen sich Schünemann und die Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Doris Ahlswede-Meyer.

„Die neuen denkmalgerechten Fenster ermöglichen neben der Energieeinsparung auch eine Verbesserung der klimatischen Verhältnisse für die Musikinstrumente des Chors, die Gemeinderäume, das Pfarrarchiv sowie die Bibliothek“, begründet der Bingo-Stiftungsgeschäftsführer Karsten Behr die Förderung. Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung fördere Umwelt- und Naturschutzprojekte sowie Projekte zugunsten der Entwicklungszusammenarbeit und eben der Denkmalpflege. „Die Stiftung finanziert sich aus der Glücksspielabgabe und vor allem aus Einnahmen der Bingo-Umweltlotterie“, so Karsten Behr. Die heimische Firma Heinrich Grope GmbH aus Fischbeck erhielt den Auftrag im Rahmen einer beschränkten Ausschreibung und will mit dem Einbau Mitte September beginnen.

Kirchenvorstand Friedrich-Wilhelm Schünemann (l.) und Pastor Bernhard Haffke studieren die Pläne für die Sanierung. Danach sollten die Fenster wieder so aussehen, wie auf diesem Foto aus dem Jahr 1958.Dana



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