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Dachverband spricht von „Rekordjahr“ – doch in Hameln können nicht alle mitjubeln

Der Deutsche, ein Spendenkönig?

Hameln. Die Deutschen sind so großzügig, dass der Deutsche Spendenrat von einem „Rekordjahr“ spricht. Laut der Gesellschaft für Konsumforschung betrug das Spendenvolumen bis September 3,4 Milliarden Euro – ein Plus von 13,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Geld kommt nicht nur Flüchtlingen zugute – auch für andere Projekte seien die Zuwendungen stabil. Nicht alle in Hameln bestätigen das.

veröffentlicht am 19.12.2015 um 17:03 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:46 Uhr

Spenden
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Hameln. Die Deutschen sind so großzügig, dass der Deutsche Spendenrat von einem „Rekordjahr“ spricht. Laut der Gesellschaft für Konsumforschung betrug das Spendenvolumen bis September 3,4 Milliarden Euro – ein Plus von 13,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Geld kommt nicht nur Flüchtlingen zugute – auch für andere Projekte seien die Zuwendungen stabil. Nicht alle in Hameln bestätigen das.
 Der Kinderschutzbund meldet einen starken Einbruch. Allerdings, räumt die Vorsitzende Elisabeth Beerbom-Schönig ein, komme der Verein von einem hohen Niveau. Das vorausgegangene Jahr sei ein Jubiläumsjahr gewesen mit aufmerksamkeitsstarken Veranstaltungen. In diesem Jahr „haben wir erheblich weniger Spenden, nur noch die Hälfte, und etwas weniger als vor zwei Jahren“. Auf Landesebene dagegen spürt man keine Veränderungen. „Was wir gemerkt haben, ist, dass die Zahl der Anträge für Projekte zur Integration und zu Flüchtlingen steigen“, sagt Sprecherin Birgit Würdemann.
 Der Verein AkKi – Aktion für Kinder – stimmt bedingt in den Jubel ein. „Schön wär’s“, sagt die Vorsitzende Beate Niemeyer auf die Frage, ob der Verein von der Spendenbereitschaft profitiere. „Im Frühjahr haben wir schon gedacht, es wird schwierig“, erst jetzt vor Weihnachten seien kurzfristig drei größere Spenden hinzugekommen, so dass „gerade so“ das Niveau des Vorjahres erreicht werde. 46 000 Euro stünden dann zur Verfügung – vor fünf Jahren seien es schon mal 80 000 Euro gewesen.
 Über einen Geldsegen freut sich der Arbeitskreis Christlicher Kirchen in Hameln (ACKH). Udo Wolten, Pastor im Ruhestand, bezeichnet das Spendenaufkommen, das für die Flüchtlingshilfe eingesetzt wird, als „unglaublich“. „Es wurde so viel gespendet – wir könnten viel mehr ausgeben, als wir im Moment können“, sagt er. Was widersprüchlich klingt, ergibt einen Sinn: Nach und nach werden die Projekte initiiert, in die das Geld fließt. Gut 80 Prozent seien Privatspenden, hinzu kommen Serviceclubs und Kirchenkollekten. Der ACKH organisiert Einzelbegleitungen von Flüchtlingen, Patenschaften in Schulen, Deutschkurse, betreibt eine Fahrradwerkstatt und ein „Café International“ in der Hugenottenstraße. Auch beim Landkreis war ein Spendenkonto für die Flüchtlingshilfe eingerichtet worden, dort sind nach Auskunft der Verwaltung „aktuell 20 946,08 Euro“ eingegangen.
 Die Hilfsorganisation Interhelp stellt laut Ulrich Behmann fest: „Wir müssen leider sagen, dass die Bereitschaft, für Flüchtlinge Geld zu geben, nicht sehr hoch ist.“ Sie bewege sich im vierstelligen Bereich. Dennoch sei 2015 wie schon 2014 ein gutes Spendenjahr gewesen. Wie auch Interhelp berichtet das DRK, dass „die Spendenbereitschaft bei gezielten Aufrufen groß ist“. So sei in der Anfangsphase der Linsingen-Kaserne ein gezielter Spendenaufruf gestartet worden, „mit großem Erfolg“: Der Betrag von rund 14 000 Euro sei in relativ kurzer Zeit zusammengekommen. Außerhalb dieser Akutsituationen sinke die Spendenbereitschaft deutlich. „Es gibt freundliche Stammspender oder auch Menschen, die zur Weihnachtszeit Gutes tun – die Summe der Spenden beläuft sich jedoch auf maximal 2000 Euro.“
 Diese „Stammspender“ sind auch die verlässlichen Unterstützer der Lebenshilfe Hameln-Stadthagen. „Die Leute bleiben uns gewogen,“ sagt Anja Panitz. Es gebe keinen signifikanten Rückgang, aber auch keine vermehrte Spendenbereitschaft für Flüchtlinge.



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