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Dieter Kitzinger gibt Bierstube am Posthof endgültig ab / Wirt und Seelsorger in einer Person

Der Chef verlässt das „kleine Rathaus“

Hameln (CK). Eine Ära geht zu Ende: Mit Wirkung zum 1. November übergibt Dieter Kitzinger seine gleichnamige Bierstube am Posthof an seinen Nachfolger Michael Giannakos. Der 40-Jährige ist zeitweise bereits im Lokal tätig und für die Hamelner kein Unbekannter, stammt er doch aus dem (griechischen) Fährhaus an der Weser.

veröffentlicht am 20.10.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 09:21 Uhr

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„Es wird langsam Zeit, das Geschäft in jüngere Hände zu legen“, begründet der fast 70-jährige Kitzinger den Schritt in den teilweisen Ruhestand, der ihm – trotz allem – offenbar schwerfällt. Fast 20 Jahre lang hat er schließlich die Bierstube am Posthof geführt, davor ein Vierteljahrhundert die Gaststätte Kitzinger (heute „Ka-Wall“) am Kastanienwall.

Wenn Kitzinger aus dem vor einigen Jahren errichteten und nicht gänzlich unumstrittenen Anbau für die Raucher, der sogenannten „Pafferhütte“, nach draußen blickt, dann sieht er dort eine Eiche, die Freunde ihm zum 50. Geburtstag, dem Tag der Übernahme des Lokals, geschenkt hatten. Knapp zwei Jahrzehnte sind seither ins Land gegangen – Jahrzehnte, in denen nicht nur der Baum gewachsen ist, sondern neben zahlreichen Auswärtigen auch viele Hamelner in der Bierstube zu Stammgästen, teilweise sogar zu guten Freunden des Wirts wurden. Davon zeugen nach wie vor Freitage, an denen manchmal kein Durchkommen mehr ist. Und wenn Revision im Kernkraftwerk Grohnde ist, dann wird die Bierstube Kitzinger vielen Monteuren von auswärts regelmäßig zum zweiten Zuhause. Das Innenstadtlokal ist schließlich ein Familienbetrieb: Senior Fritz Kitzinger, früherer Obermeister der Fleischerinnung, ist zwar inzwischen 92 Jahre alt und längst nicht mehr im Betrieb, aber Gattin Beate und Schwägerin Heidi hielten den Laden jahrelang am Laufen.

Wenn der Spruch, dass eine Gaststätte mit ihrem Wirt steht oder fällt, zutrifft, dann hier: Vor allem „Kitzi“ selbst nämlich war immer die Seele des Lokals, das von einigen auch spöttisch „das kleine Rathaus“ genannt wurde. In der Tat war die Bierstube nicht nur eine ausgesprochen zuverlässige Nachrichtenbörse – hier trafen sich auch Kommunalpolitiker verschiedener Couleur nach ihren Sitzungen. Oder auch einfach nur mal so. „Klar wurde hier Politik gemacht“, sagt der 69-Jährige rückblickend. Nach draußen drang davon allerdings nichts, das schwört er. Denn Kitzinger ist durchaus stolz darauf, sich nicht nur viel angehört zu haben, sondern auch immer verschwiegen gewesen zu sein. Wirt und Seelsorger sei er stets gewesen, sagt er rückblickend.

Doch bekanntlich geht man niemals so ganz, und so wird Dieter Kitzinger der Bierstube erhalten bleiben, und das nicht allein im Namen des Altstadtlokals. „Für Fleisch und Wurstwaren und als Berater bin ich nach wie vor zuständig. Auch sonst ändert sich nichts. Die Bierstube wird als deutsches Lokal wie eh und je weitergeführt, die Mitarbeiter bleiben, für unsere Gäste hoffentlich auch, und die Silvesterfeier wird wie immer gefeiert“, verspricht der Gastronom.

Wirt mit Kultstatus: Zum 1. November gibt Dieter Kitzinger seine Bierstube ab und bleibt nur noch im Hintergrund tätig. Foto: CK



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