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Stadtpark wandelt sich zum Treffpunkt

Der Bürgergarten lebt! Trotz der vielen Verbote

Hameln. Das Schild am Eingang des Bürgergartens spricht eine klare Sprache. Ballspielen, Skaten oder Radfahren: nicht erlaubt. Musik hören und Grillen: verboten. Gassigehen, Zelten oder Alkohol trinken: ordnungswidrig. Der Aktionsdrang lässt sich in dem städtischen Park wohl nur befriedigen, wenn man sich im neu geschaffenen Bewegungspark austobt. Auf einer der größten Grünflächen der Innenstadt müsste aufgrund der zahlreichen Verbote tote Hose herrschen. Eigentlich. Denn es hat den Anschein, als eroberten sich die Bürger „ihren Garten“ heimlich, still und leise zurück.

veröffentlicht am 26.08.2015 um 18:17 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 14:41 Uhr

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Autor:

Andreas Timphaus
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Immer häufiger – besonders in den Abendstunden und an den Wochenenden – erfüllen Stimmen von ballspielenden Kindern den Park. Auf dem Rasen liegen Pärchen, entspannen sich, genießen das Wetter, lesen ein Buch, plaudern und trinken mitunter auch ein Bier. Aus dem Radio erklingt Musik, Hundebesitzer üben mit ihren Tieren, wie man Stöckchen holt – sommerliches Leben in der grünen Oase.

Vergessen scheinen die Zeiten, in denen durch eine „Verordnung zur allgemeinen Gefahrenabwehr“ selbst das Hinlegen im öffentlichen Bereich streng genommen verboten war. 2012 wurde diese Regelung modifiziert, nachdem bundesweit Medien süffisant über das Verbot berichtet und der Rattenfängerstadt zu zweifelhafter Popularität verholfen hatten. Doch was ist aus dem damaligen Wirbel geworden? „Das Problem hatte sich nach der Überarbeitung des Regelwerks geklärt“, sagt ein Verwaltungssprecher. Ob sich inzwischen die politische Meinung zum Verhalten im Bürgergarten gewandelt habe, das müsse man die Politik selbst fragen, heißt es aus dem Rathaus.

Fakt ist: Der Bürgergarten wandelt sich mehr und mehr zu einem Treffpunkt der Menschen und erfüllt damit seine – auch auf der Homepage der Stadt beschriebene – „Naherholungsfunktion“. Im Rathaus wird die Veränderung gelassen zur Kenntnis genommen. Zwar müssten Ordnungswidrigkeiten „grundsätzlich weiterverfolgt“ werden. Aber dem munteren Treiben ein Ende setzen – das will seitens der Verwaltung anscheinend niemand. Wenn Jungen und Mädchen also im Stadtpark gegen den Ball treten, müssen sie auch künftig keine Sanktionen befürchten – solange alles in einem vernünftigen Rahmen bleibt.

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  • Wenig einladend: Die Tafel am Eingang des Bürgergartens zählt eine Reihe von Verboten auf.

Auch aus der Bevölkerung kommen nur selten Einwände gegen das Treiben im Bürgergarten. „In der jüngeren Vergangenheit hat es nur wenige Beschwerden gegeben“, sagt der Rathaussprecher. Einmal sei moniert worden, dass Kinder im Brunnen planschten, ab und an werde auch auf Drogen- und Alkoholprobleme hingewiesen. Alles füge sich momentan „auf natürliche Weise“, wie es aus dem Rathaus heißt. Es lässt sich also feststellen: Der Bürgergarten lebt – trotz aller Verbote.

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