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Was Hamelner Unternehmer sagen

Der Brexit und seine Folgen: „Gift für die Wirtschaft“

HAMELN. Der Brexit und seine Folgen – welche das sind, ist noch immer nicht absehbar. Es vergeht kein Tag, an dem nicht in irgendeiner Talkshow über das Thema gesprochen wird. Doch was sagen die Hamelner Unternehmer?

veröffentlicht am 18.01.2019 um 13:00 Uhr
aktualisiert am 18.01.2019 um 20:20 Uhr

Foto: dpa
Karen Klages

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Karen Klages Reporterin zur Autorenseite
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Seit über zehn Jahren baut die Firma Meisterstück-Haus in England Wohnhäuser. „Wir arbeiten dort regelmäßig“, sagt Geschäftsführer Markus Baukmeier. Wenngleich das Geschäft auf der Insel für sein Unternehmen nicht existenziell sei – der Brexit und seine Folgen sei schon ein wichtiges Thema. Doch nicht erst jetzt beschäftigt ihn das. Direkt nach dem Referendum am 23. Juni 2016 tauchte das erste Problem auf: der Wechselkurs. „Für meine Kunden in England ist das schlecht“, macht Baukmeier deutlich. Sie kaufen den Euro teuer ein. Doch das Schlimmste, so betont der Geschäftsführer, „ist die jetzige Phase: die Unsicherheit.“ Die unklaren Rahmenbedingungen seien „Gift für die Wirtschaft. Es gibt keine Sieger, nur Verlierer“. Noch so viele Projekte wie möglich möchte die Firma Meisterstück-Haus vor dem 29. März 2019 auf der Insel realisieren: Dann soll der Austritt aus der EU erfolgen. Mit seinen dortigen Kunden hat Baukmeier eine Ausstiegsklausel vereinbart: Damit ist geregelt, dass beide Seiten aus dem Vertrag aussteigen können, „falls sich die Rechtsgrundlagen so stark verändern, Mitarbeiter und Waren nicht mehr auf die Insel kommen“, erklärt Baukmeier. Seine Mitarbeiter hat er schon vor langer Zeit angewiesen, Reisepässe zu beantragen.

Diese Ungewissheit macht es schwer, im Moment wirksam zu planen.

Hannah Kitchener, Firma Volvo CE

Die Unsicherheit ist auch bei Volvo Construction Equipment an der Kuhbrückenstraße zu spüren. „Der UK-Markt ist wichtig für Volvo CE. Wir importieren und exportieren britische Ströme für unsere Baumaschinen. Es liegt in unserem besten Interesse und auch im Interesse unserer Kunden und des Vereinigten Königreichs insgesamt, dass eine unternehmensfreundliche Lösung gefunden wird“, betont Hannah Kitchener, Senior Account Director. Volvo CE ist im Bereich „Zukunft Bauen“ tätig. Investitionen werden derzeit nur mit Vorsicht getätigt. „Diese Ungewissheit macht es schwer, im Moment wirksam zu planen“, betont Kitchener.

Für die Firma Vorwerk, die mit ihren Teppichwerken in Hameln niedergelassen ist, ist Großbritannien laut Junior-Marketing-Managerin Vanessa Meyer „nur einer von einer ganzen Reihe an relevanten Märkten“. Einen expliziten Notfallplan im Fall eines Brexit gebe es noch nicht.

Laut Dieter Mefus, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbands der Unternehmen im Weserbergland (AdU) e.V., seien nicht viele, aber doch einige Unternehmen aus der Region vom Brexit unmittelbar betroffen. Es gebe allerdings Auswirkungen in indirekter Form, die manche Unternehmen unterschätzen würden. „Aber ich kann denen nichts raten“, gesteht Mefus und spricht von einer „chaotischen Situation“. „Wir hoffen, dass es Übergangsregelungen geben wird.“ Es sei schließlich noch nie da gewesen, dass man sich auf Geschäftsbeziehungen nicht mehr verlassen konnte. Mefus meint: „Viele gehen eher von einem ungeordneten EU-Austritt aus.“ Das vermutet Markus Baukmeier derzeit nicht. Er glaubt sogar, dass es ein zweites Referendum geben wird. Das für ihn schlimmste realistische Szenario sei, dass die EU eine ähnliche Beziehung zum Vereinigten Königreich eingehen werde, wie sie sie derzeit mit der Schweiz schon führe.



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