weather-image
Hamelner Präventionsrat geht neue Wege / Große Umfrage unter 12- bis 18-jährigen Schülern

Den Risikofaktoren auf der Spur

Hameln. Der Präventionsrat in Hameln geht neue Wege mit dem in den USA in den 1980er Jahren entwickelten Programm „Communities That Care“ (CTC) – auf Deutsch: Gemeinde, die sich kümmert –, das auch in den Niederlanden mit Erfolg angewendet wird.

veröffentlicht am 25.04.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 12:41 Uhr

270_008_7110642_hm101_Mobbing_dpa_2504.jpg

Autor:

Wolfhard F. Truchseß
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Erster Schritt für eine wirkungsorientierte Präventionsplanung in der Kommune war eine großangelegte Umfrageaktion an Gymnasien, Real- und Hauptschulen sowie der Gesamtschule in den Jahrgängen sechs bis elf. Die Auswertung von rund 700 Datensätzen erbrachte zum Teil erschreckende, aber auch sehr unterschiedliche Ergebnisse für die drei als „Sozialräume“ bezeichneten unterschiedlichen Wohn- und Lebensbereiche in Hameln, die einschließlich der Ortsteile in die Bereiche Mitte/Süd-West, Nord und Süd-Ost gegliedert wurden. Antworten von Schülern mit Wohnort im Sozialraum Nord gelten mithin für die „Nordstadt“ ebenso wie für Welliehausen, Wehrbergen oder Holtensen, für Schüler aus Süd-Ost für Tündern ebenso wie für Afferde oder Rohrsen.

Als erschreckend kommentierten Besucher bei der Vorstellung der Ergebnisse und der Planung des Präventionsrates im Regenbogen am Mittwochabend beispielsweise die Tatsache, dass von den Kindern und Jugendlichen aus dem Sozialraum Nord 64 Prozent angaben, im letzten Monat vor der Befragung Bier oder Wein konsumiert zu haben. Es ist ein Wert, der dem Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Landespräventionsrates in Niedersachsen von 65 Prozent entspricht. Von häufigem Alkoholkonsum im letzten Monat sprach im Sozialraum Nord mit 23 Prozent (26 Prozent Niedersachsen) fast ein Viertel.

Ein neu formiertes „Gebietsteam“, bestehend aus einer repräsentativen Gruppe aus unterschiedlichen Bereichen mit Praxiswissen aus dem Alltag, soll dem CTC-Prozess mit der Einbindung von Bewohnern, Eltern und Jugendlichen Form und Inhalt geben. Vorrangiges Ziel ist dabei, Kinder und Jugendliche durch das Aufspüren von Risiko- und Schutzfaktoren davor zu bewahren, Opfer oder Täter zu werden, denn Prävention beginne weit früher als die Verhinderung von Gewalt, wie Schiller-Schulleiter Andreas Jungnitz als Mitglied der Lenkungsgruppe des Präventionsrates betonte, die den CTC-Prozess strategisch ausrichten und unterstützen soll.

Priorität setzt das mehrfach in Hannover geschulte Gebietsteam auf Bearbeitung des Risikofaktors zustimmende Haltung der Eltern zum Konsum von Substanzen wie Nikotin, Alkohol oder Drogen, weil Hameln hier mit 47 Prozent bejahenden Angaben der Jugendlichen deutlich über der 30-Prozent-Quote von Niedersachsen liegt. Selbiges gilt auch für den Risikofaktor „Soziale Desorganisation im Gebiet“, der umschreibt, dass in einer Wohngegend viel Müll auf der Straße liegt, viele Straftaten begangen werden, Leute mit Drogen handeln und sich Jugendliche nicht sicher fühlen. Dabei sticht der Sozialraum Süd-Ost mit 65 Prozent (42 Prozent Niedersachsen) besonders heraus.

Vier Punkte bezeichnete Gaby Willamowius, die Vorsitzende des Präventionsrates, als besonders wichtig für die künftige Präventionsarbeit. Sie müsse frühzeitig einsetzen, vernetzt, effektiv und langfristig sein.

Frühes und anhaltend unsoziales Verhalten, wie Mobbing in der Schule, gilt als Risikofaktor für die Entwicklung Jugendlicher. Es kann, muss aber nicht zwangsläufig zu Gewalt, Straffälligkeit oder anderen Auffälligkeiten führen.dpa



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt