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Vier Wochen zu früh blühen schon die Haselsträucher: Was Allergiker wissen und beachten sollten

Den Pollenflug kann nur noch Kälte stoppen

Hameln. Die Nase läuft, juckt und brennt, die Augen sind geschwollen und tränen. Man fühlt sich hundeelend. Was auf den ersten Blick nach einer typischen Wintererkältung aussieht, muss keine sein. Es kann sich stattdessen um Heuschnupfen handeln. Für Allergiker beginnt das Jahr 2012 ausgesprochen mies: Die ersten Pollen sind unterwegs – vier Wochen früher als üblich. Haselsträucher haben den Anfang gemacht. Für Allergiker beginnt jetzt wieder ein langer Leidensweg, der bis zum allergischen Asthma und Bronchialbeschwerden mit Atemnot führen kann.

veröffentlicht am 12.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 05:41 Uhr

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Autor:

Karin Rohr
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In die Pollenflugsaison starten in der Regel Pflanzen, die nur eine kurze Winterruhe halten. Wie die Haselsträucher. Bleibt es weiter mild, wird als Nächstes die Erle blühen. Danach die Birke. Stoppen kann den so früh einsetzenden Pollenflug nur ein plötzlicher Kälteeinbruch. Doch der, sind sich die Meteorologen einig, ist weit und breit nicht in Sicht.

Was man zum Thema Pollenallergie wissen und beachten sollte:

Der Allergietest gibt Auskunft darüber, worauf der Betroffene reagiert. Für den Test werden Pollenextrakte auf die Haut aufgetragen und diese dann leicht eingeritzt. Bei einer Allergie röten sich diese Stellen und schwellen an. Ein Bluttest auf Antikörper gegen die Allergene kann den Test bestätigen. Zusätzlich gibt es einen sogenannten Provokationstest, bei dem die jeweiligen Pollen auf die Nasenschleimhaut gesprüht werden, um Symptome zu provozieren.

Als Therapie hat sich die Hyposensibilisierung, die ein Facharzt durchführen muss, als wirksam erwiesen. Hier wird dem Allergiker das Pollenallergen in immer höheren Dosen verabreicht. Ziel dieser Immuntherapie ist es, den Patienten unempfindlich gegen die Pollen zu machen. Die Therapie dauert normalerweise drei Jahre und sollte im Herbst, in der pollenfreien Zeit, begonnen werden.

Als Medikamente zur Linderung von Heuschnupfensymptomen werden meistens Antihistaminika oder Asthma-Medikamente eingesetzt. Ein Arzt muss die richtige individuelle Dosis und Kombination festlegen.

Eine Kreuzallergie liegt vor, wenn Pollenallergiker auch auf Lebensmittel reagieren, die mit den Blütensamen verwandt sind: zum Beispiel Nüsse, Äpfel, Birnen oder Pflaumen, aber auch Gemüse und Getreide. Juckreiz und Schwellungen der Schleimhäute sind dann typische Symptome.

Das Leiden lindern lässt sich nur, indem man die Pollen vermeidet. Das ist nicht leicht, da sie der Wind viele Kilometer weit tragen kann. Aufschluss über die Stärke des Pollenflugs gibt die tagesaktuelle Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes. Ist die Konzentration sehr hoch, sollten Allergiker den Aufenthalt im Freien meiden.

Beim Lüften daheim sollten Allergiker auf die Pollenkonzentration achten: In ländlichen Gebieten ist die Konzentration morgens höher, in der Stadt dagegen in den Abendstunden. Nach einem Regen oder bei Windstille fliegen generell weniger Pollen. Tagsüber sollte das Fenster geschlossen bleiben oder man bringt Pollenschutzgitter vor den Fenstern an.

Kleidung abends nie im Schlafzimmer ablegen. Und in besonders schweren Fällen abends die Haare waschen, um sie von Pollen zu befreien.

Den Urlaub sollten Allergiker so legen, dass er möglichst in die pollenfreie Zeit fällt oder in einer Region verbracht wird, wo keine oder kaum Pollen fliegen, wie zum Beispiel auf Inseln, an Küsten und im Hochgebirge.

Nicht nur im Hamelner Bürgergarten, auch andernorts blühen bereits die Haselsträucher. Ihre Pollen sorgen für einen ersten Leidensschub bei Pollenallergikern – vier Wochen früher als sonst. Auch Erle und Birke werden eher blühen, falls es nicht noch einen Kälteeinbruch gibt.

Foto: Dana



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