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Podiumsdiskussion des NDR / Beitrag wird heute gesendet

Den Patientinnen reicht’s

Hameln (sto). Emotional, kontrovers, trotzdem aber recht sachlich – viele „Gesichter“ hatte die Podiumsdiskussion mit NDR 1 am Dienstag in der Elisabeth-Selbert-Schule. Podiumsteilnehmer waren Dr. Bernhard Specker, Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung, Dr. Sibylle Trapp-Dammaschke, Hameln, sowie Gisela Hölscher von der Patienteninitiative zum Erhalt des Brustzentrums am Sana-Klinikum.

veröffentlicht am 06.12.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 02:21 Uhr

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Gefordert von den rund 40 Zuhörern wurde ein uneingeschränkter Zugang zu spezialisierten Ärzten, eine Gesetzgebung, die Versorgungsqualität auch für Kassenpatienten sichert und Patientenrechte respektiert. „Weg von dem Zweiklassensystem, das Privatversicherte bevorzugt – sogar bei der Vergabe eines dringend benötigten Mammografietermins“, lautete ein Appell aus dem Publikum. Gefordert wurden eine schnelle Realisierung überfälliger Gesetzesänderungen und die Wiederherstellung der uneingeschränkten Behandlungsmöglichkeiten im Brustzentrum des Sana-Klinikums. „Wir fordern freie Ärztewahl für Kassenpatienten, unabhängig davon, ob der Arzt des Vertrauens in einer Praxis oder in einer Klink tätig ist“, appellierte Gisela Hölscher. Gefordert werde eine qualifizierte Betreuung „aus einer Hand“.

Hintergrund: Seitdem zwei niedergelassene Hamelner Ärzte Klage gegen die sogenannte Ermächtigung der spezialisierten Klinikärzte eingereicht hatten, ist eine Brustkrebsnachsorge am Sana-Klinikum nur noch eingeschränkt möglich. Lediglich Privatpatienten und aufgrund einer Sondervereinbarung auch Versicherte der AOK können das seit mehr als 30 Jahren bestehende Angebot in Anspruch nehmen. Eine ausreichende ärztliche Versorgung aller Patienten sei dennoch gewährleistet, so Bernhard Specker. Die Entscheidung des Gerichts steht noch aus. Von der Patienteninitiative waren mehr als 14 000 Unterschriften gesammelt worden, die mittlerweile dem „Gemeinsamen Bundesausschuss“ in Berlin zugeleitet worden sind. „Aber wie von uns befürchtet, fühlt sich niemand zuständig“, bedauerte Gisela Hölscher.

Welche Folgen hatte die Reduzierung der Brustkrebsnachsorge am Sana-Klinikum?, so lautete die Frage von Moderator Hans-Jürgen Otte das Publikum. „Zum Beispiel Wartezeiten auf einen Mammografietermin von bis zu siebeneinhalb Monaten“, so eine Zuhörerin. Sibylle Trapp-Dammaschke widersprach: „Im Verdachtsfall wird ein sofortiger Termin vergeben“, betonte die Onkologin. Sie ist Klägerin gegen die eingangs genannte Ermächtigung. Das Sana-Klinikum habe die Patienten nicht ausreichend darüber informiert, dass eine Nachsorge auch außerhalb des Brustzentrums möglich sei, antwortete die Ärztin auf die Frage des Moderators, ob die Klinik „Patientenabwerbung“ betrieben habe. Sie habe mit dem Krankenhaus Gespräche „auf Augenhöhe“ gesucht, die jedoch nicht zustandegekommen seien.

Bedauert wurde von allen Teilnehmern der Podiumsdiskussion, dass kein Vertreter des Sana-Klinikums anwesend war. Harsche Töne gab’s von Ulrich Watermann. „Für mich ist das feige“, betonte der heimische SPD-Landtagsabgeordnete. Er war nicht der einzige Politiker der Veranstaltung: Auch die Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller (SPD), Ratsvorsitzender Walter Klemme (CDU) und Kreistagsmitglied Heinrich Fockenbrock (FDP) saßen im Publikum.

Der Beitrag der Streit-Sendung unter dem Motto „Jetzt reicht’s“ ist am heutigen Donnerstag um 20 Uhr auf NDR 1 Niedersachsen zu hören.

Podiumsdiskussion mit Bernhard Specker,

Dr. Sibylle Trapp-Dammaschke, Hans-Jürgen Otte und Gisela Hölscher (v. li.). Foto: sto



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