weather-image
24°

„Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten!“ – Fundsachen erfolgreich versteigert

Den höchsten Preis erzielt ein Smartphone

Hameln. „350 Euro zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten!“ Der Hammer ist gefallen und das neuwertige iPhone 6 gehört Valerij Sander. Es ist das Stück, das an diesem Samstag bei der Versteigerung von Fundsachen in der Pausenhalle der Schule an der Königstraße die höchste Summe in die Kasse der Stadt Hameln spült.

veröffentlicht am 18.04.2016 um 19:04 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 13:46 Uhr

270_008_7860145_hm109_Versteigerung_wft_1904.jpg

Autor:

Wolfhard F. Truchseß
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Hameln. „310 Euro, dort hinten 320, 330, höre ich mehr? 350 Euro zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten!“ Der Hammer ist gefallen und das neuwertige iPhone 6 mit Powercase und ohne jegliche Gebrauchsspuren gehört Valerij Sander. Es ist das Stück, das an diesem Samstag bei der Versteigerung von Fundsachen in der Pausenhalle der Schule an der Königstraße die höchste Summe in die Kasse der Stadt Hameln spült. 360 Euro hatte Sander sich als Limit für sein Gebot gesetzt, 10 Euro darunter landete er fast punktgenau. Kurz zuvor hatte er bereits ein anderes iPhone 6 mit einem Neuwert von 540 Euro zum Preis von 270 Euro ersteigert. „Eines brauche ich selbst, das andere werde ich einem Verwandten verkaufen“, erklärt er zufrieden mit seinen Schnäppchen.

Ines Manzau, die als Leiterin des Bürgerbüros die Auktion routiniert und mit Charme durchführt, sichert den Erwerbern der Apple-Smartphones zu, dass der Hersteller die Geräte freischalten werde. „Da dürfte es kein Problem geben.“ Die Daten auf den Smartphones hatte die Stadtverwaltung zuvor von einem darauf spezialisierten Unternehmen löschen lassen. Pro Stück werde dafür je nach Menge der zu bearbeitenden Handys ein Preis von 20 bis 25 Euro verlangt. Woher die Geräte kommen? „Die sind auf der Straße gefunden worden, in Geschäften oder Cafés liegen geblieben“, beantwortet sie die Frage nach den Fundorten. „Mindestens ein halbes Jahr werden sie bei uns aufbewahrt, danach dürfen wir sie versteigern.“

Die Masse der Fundsachen aber sind nicht die Handys und vereinzelte Schmuckstücke, die je nach Wert auch mal zu „Silberpaketen“ zusammengepackt werden. Nur wenige Stücke gehen dabei nicht weg. Nur für zwei Pandora-Armbänder im Wert von 200 Euro, die Ines Manzau zunächst mit einem Mindestgebot von 100 Euro aufruft, interessiert sich niemand. Selbst zu 80 Euro will niemand die beiden Armbänder ersteigern – es ist die absolute Ausnahme an diesem Vormittag. Nur in ganz wenigen Fällen geht die Auktionatorin von ihrem Mindestgebot ab, bringt damit die Versteigerung aber meist wieder in Schwung.

Je nach Wert der Fundsache lässt sie mal um einen Euro erhöhen, mal um fünf oder auch um zehn Euro. Nur wer meint, er könne um 50 Cent erhöhen, hat bei Ines Manzau mit Zitronen gehandelt. „Da fehlt uns das Kleingeld, um herausgeben zu können“, verweigert sie die Annahme solcher Mini-Steigerungen der Gebote.

77 Fahrräder stehen am Morgen um 8.30 Uhr in der Pausenhalle und können, jedes Einzelne nummeriert, besichtigt werden. Kai Trudwig und seine Lebensgefährtin Harlona Prasuhn haben sich dabei zwei besondere Stücke ausgesucht. Das eine ist ein Elektro-Fahrrad ohne Akku, das zweite ein Alu-Rex Touring-Rad, dessen Schloss erst noch geknackt werden muss. 150 Euro haben die beiden sich als Limit für das Touring-Rad gesetzt, erhöhen dann aber doch noch auf 170 Euro, um das Bike für Tochter Nadine mit nach Hause nehmen zu können. Bei 200 Euro endet dagegen die Versteigerung des Prophete-Elektrorades – 250 Euro hatte Trudwig sich als Höchstgebot notiert. „Das ist ein echtes Schnäppchen“, erklärt, „und ich mache gerne echte Schnäppchen.“ Neu koste das Rad um die 1200 Euro und den Akku werde er problemlos kriegen.

Viele Räder, die von den Mitarbeitern des Bürgerbüros auf die Bühne der Pausenhalle geschoben werden, haben einen Platten, meist funktionieren die Bremsen, bei dem einen oder anderen gehe sogar das Licht, hebt Ines Manzau besondere Qualitätsmerkmale hervor. Holger und Violeta Haak haben bereits zwei Fahrräder zum Preis von insgesamt 55 Euro ersteigert. „Da werde ich eins für eines meiner vier Enkelkinder draus machen“, erklärt Haak. „Wir gehören ja zu einer Generation, die noch reparieren kann. Was noch zu brauchen ist, kommt in mein Ersatzteillager in der Garage, der Rest in die Wertstoffverwertung.“

Langsam leert sich die Pausenhalle, denn viele haben ihr Wunschschnäppchen schon ergattert. Die Folge: die Bereitschaft, die Preise in die Höhe zu treiben sinkt. Für 20 Euro geht ein gut erhaltenes Winora-Damenrad, das Manzau mit fünf Euro Mindestgebot aufgerufen hatte, schnell weg. Ein McKenzie-Rad mit leicht demoliertem Vorderrad findet für sechs Euro einen neuen Besitzer, ein Rennrad für elf Euro einen neuen Liebhaber.

Holger und Violeta Haak bleiben bis zum letzten Stück bei der Auktion und schlagen auch bei Kleinigkeiten wie nagelneuen Kinderschuhen oder einem Paar schwarzer Damenschuhe mit Größe 35 noch mal zu. Sieben Euro kosten die Kinderschuhe, einen Euro die flachen Damentreter.

Ines Manzau ist am Ende zufrieden mit dem Ergebnis. „So um die 4000 Euro sollten in der Kasse sein“, schätzt sie, „vielleicht sogar mehr, denn die Handys haben viel gebracht.“

Für 77 Fahrräder wurden neue Besitzer gesucht – und für so manches andere attraktive Fundstück.Fotos: wft



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?