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Zahlen niedriger als vor dem Umbau

Dem Museum fehlt es an Besuchern

Hameln. Es ist ein echtes Schmuckstück. Seit der Wiederöffnung im Herbst 2011 bietet das Museum Hameln alles für einen spannenden Rundgang durch die Stadtgeschichte – wissenschaftlich fundiert, modern präsentiert. Allerdings: Mitbekommen haben das offenbar bisher nicht allzu viele. Die Besucherzahlen sind im Keller: 16 953 zählten die Mitarbeiter des Museums im vergangenen Jahr. Das sind 5309 weniger als noch im Jahr 2012. Blickt man weiter zurück, erscheint der Rückgang noch drastischer: 2006 beispielsweise besuchten 37 679 Hamelner und Touristen das damals noch längst nicht modernisierte Museum in Leisthaus und Stiftsherrenhaus.

veröffentlicht am 20.01.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 05:41 Uhr

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Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
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Zufrieden macht das Museumsleiter Stefan Daberkow, im Amt seit vergangenem Juni, nicht: „Grob die 20 000er-Marke“ möchte er gerne anpeilen – allerdings, schränkt er sogleich ein, „muss das im Verhältnis zur Vermittlungsqualität stehen“. Denn die Vermittlung der Inhalte steht für Daberkow im Zentrum. Gerne spricht er von Aktionen für Kinder und Jugendliche wie „Übernachten im Museum“ oder der „Luther-Rallye“ in Zusammenarbeit mit der Kirche. Allerdings weiß er selbst: In der Besucherstatistik bringt das wenig. Vier Kinder nahmen im vergangenen Jahr an der Rate-Rallye zum Reformationstag teil. Ein Tag der offenen Tür mit kostenlosem Eintritt oder der einst im Museum veranstaltete Weihnachtsmarkt sorgten hingegen früher für Ausschläge nach oben. Zudem sei das Ausstellen ja nicht die einzige Aufgabe eines Museums, betont der Museumsleiter. Auch „Sammeln, Bewahren und Erforschen“ zählten dazu.

Seit dem Umbau liegt nun das erste Jahr mit ständigen Sonderausstellungen – zum Rattenfänger, geborgenen Hamelner Dachboden-Schätzen und aktuell die Ausstellung „Weißt du noch …?“ – hinter dem Museum. Dennoch: Vieles „im administrativen Bereich“ habe in seinen ersten sieben Monaten als Museumsleiter auf der Agenda gestanden, sagt Daberkow. Zudem sei die eine Museumspädagogen-Stelle, die sich zwei Mitarbeiterinnen teilen, meist mindestens zur Hälfte vakant gewesen. Dennoch: In diesem Jahr nun soll sich der Blick verstärkt nach außen richten. Dazu gehört es dann etwa auch, endlich eine eigene Museums-Homepage zu starten – „bis zum Frühjahr“, hofft Daberkow. Auch der neue Namenszusatz „mit dem Rattenfänger“ habe hier für Verzögerungen gesorgt. Einen (bilderlosen) Wikipedia-Eintrag immerhin gibt es neuerdings. Auch die Verzahnung mit der Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT) solle künftig besser klappen. „Als die HMT ihre Programme druckte, hatte unsere Briten-Ausstellung weder einen Titel noch einen Termin“, sagt der Museumsleiter.

Die erste Sonderausstellung, die in diesem Jahr eröffnet wird, ist die über die in Hameln stationierten Briten. Mitte Mai soll es so weit sein. Eine zweite Sonderausstellung soll sich am Jahresende um ein gerade angekauftes Puppenspiel zur Rattenfängersage drehen. 1984 war es zum Rattenfänger-Jubiläum aufgeführt worden. Dann wurden Puppen – insgesamt etwa 50 – und Kulissen eingemottet.

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Große Publikumsmagneten – wie einst die Themen „Lego“ (2006) oder „Pippi Langstrumpf“ (2007) – sind dies aber voraussichtlich nicht. Populärere Ausstellungen werden in diesem Jahr wohl wenige Türen weiter präsentiert: im Hochzeitshaus. Daberkow findet es „schön, dass das Haus genutzt wird – das trägt zum kulturellen Leben bei“. Ein „Mitbewerber“ sei das Hochzeitshaus mit Ausstellungen zu Hundertwasser, John Lennon oder Leonardo da Vinci aber schon. „Wer ohne festes Programm für einen Tag nach Hameln kommt, wird sich wohl keine zwei Ausstellungen ansehen“, sagt Daberkow.

Der Museumsleiter setzt zum Beispiel auf Kooperationen mit Schulen oder Geburtstage im Museum – sei es das Kinderfest oder die erwachsene Festgesellschaft. Diese Gäste würden zu Multiplikatoren. Er ist optimistisch: „Der Pfeil zeigt auf jeden Fall nach oben, aber es ist noch einiges zu tun.“

Besucher des Museums 2006 bis 2013

2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013

ab Oktober Umbau Wiederöffnung

geschlossen 13. 11.2011

37 679

32 465

16 900

4020 22 262

16 953

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