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Die kulinarische EM / Diesmal: Halu¨ky vernaschen!

Deftige Slowakei

HAMELN-PYRMONT. Endlich. Finale. Also fast. Die Gruppenphase ist überstanden und die deutsche Elf löste als Gruppen-Erster das Ticket ins Achtelfinale. Los geht es am Sonntag um 18 Uhr gegen die Slowakei. Können Jogis Jungs den Gegner vernaschen oder verbrennen sich Khedira und Co. an der heißen Platte?

veröffentlicht am 25.06.2016 um 16:15 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:50 Uhr

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Autor:

Christian Vogelbein
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Denn was die Slowaken so in ihrer Küche brutzeln, überzeugt nicht nur auf dem Rasen. Beispiel? Das Nationalgericht: die Brimsennockerl. Spätzle mit Schafskäse. Was bei Oma Danu¨a aus der Küche kommt, klingt zumindest aus dem Kochbuch vorgelesen sehr lecker. Aber was, wenn ein Deutscher am Herd steht? Vernaschen oder Verbrennen? Ausprobieren!

Im Grunde braucht es nicht viele Zutaten: Kartoffeln, etwas Mehl, Salz und Speck. Nur bei einer Zutat wird es schwierig. Bryndza. Der Frischkäse auf Basis von Schafsmilch wird ausschließlich in der Slowakei hergestellt und gibt dem Gericht erst seinen typischen Geschmack. In Deutschland wird als Ersatz gerne mit Hüttenkäse gearbeitet. Das machen wir auch, für die Würze kommt der Schafskäse in diesem Fall aus Rumänien. Ist dann so wie Thomas Müller: Erfolgreicher Fußballer, aber auf seine ganz eigene Art.

Also los: Kartoffeln schälen und reiben – kein Problem. Fleißarbeit. Erfolgreich ist, wer alle Fingerkuppen behält. Etwas Mehl dazu und einen Teig daraus machen, ist auch nicht so schwer, außer, man vergisst das Würzen. Ist nicht passiert: Salz und Pfeffer finden ihren Platz. Anschließend Salzwasser zum Kochen bringen und den Teig in kleinen Förmchen so lange im Wasser lassen, bis sie an der Oberfläche schwimmen.

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  • Fertig: Der geriebene Schafskäse wird zum Schluss über das Gericht gestreut. Foto: cv
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  • Kartoffeln werden roh gerieben.
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  • ie Halu¨ky schwimmen oben.

Abtropfen und abschrecken.

Nebenbei brutzelt in einer Pfanne schon Schinkenspeck mit Zwiebeln. Gerne dunkel werden lassen.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder das Speck-Zwiebel-Gemisch direkt zum Halu¨ky geben oder später auf dem Teller schön dekorieren. Unser Tipp: Vorher dazugeben und den Geschmack einwirken lassen.

Der Schafskäse kommt ganz zum Schluss fein gerieben oben drauf. Einwirken muss da nichts – der Geschmack ist von sich aus schon intensiv genug.

Viel Fleißarbeit, aber im Grunde genommen ein sehr einfaches, deftiges und - Überraschung – sehr leckeres Gericht. Ob es auch Mario Gomez am Sonntag so einfach haben wird, gegen Slowaken-Keeper Kozacik einzunetzen?

Der Koch ist jedenfalls zufrieden. Es bleibt aber zu hoffen, dass die deutsche Mannschaft am Sonntag deutlich souveräner auf dem Rasen steht als der Redakteur in der Küche. Apropos: Im Viertelfinale kommen dann entweder Spanien oder Italien. Dann kochen wieder Profis. Mahlzeit.

Slowaken in Hameln

Genau acht Slowaken sind derzeit in Hameln gemeldet. Insgesamt leben in Deutschland rund 25 000 Menschen mit slowakischer Staatsangehörigkeit. In der Slowakischen Republik selbst leben rund 5,5 Millionen. Fast drei Millionen leben derweil im Ausland, die meisten von ihnen in den USA. Ein wesentlicher Teil der Bevölkerung fühlt sich der römisch-katholischen Kirche zugehörig. Heißt: Weihnachten und Ostern Familie besuchen.

Fußball in der Slowakei

Die größten Stars des slowakischen Fußballs sind Marek Hamsik vom SSC Neapel und Martin Skrtel vom FC Liverpool. Beide starteten ihre Laufbahn in der slowakischen Fortuna-Liga.

Der Rekordmeister kommt aus Bratislava. Aber Fußball ist nicht alles: Slowaken stehen vor allem auf Extremsportarten. Aber: Die erfolgreichsten Sportler sind übrigens Ruderer.

Oma Danu¨as Küche

Traditionell setzen jene Slowaken, die in der Küche das Sagen haben, auf Zutaten wie Schweinefleich, Kartoffeln und Milchprodukte. Besonders stolz sind die Slowaken auf den heimischen Schafskäse, der laut EU-Recht nur in der Slowakei hergestellt und auch den Namen Brimsen, oder im Original bryndza, tragen darf. Sowohl in der Slowakei als auch in Tschechien haben Coca-Cola und Pepsi starke Konkurrenz. Denn dort wird lieber Kofola (Bild) getrunken.

Und die Tschechen?

Die Älteren wissen es noch: Früher gab es ein Land, das hieß Tschechoslowakei. Seit 1993 sind es wieder zwei Länder. Und die gute Nachricht vorweg: die Teilung erfolgte friedlich und ohne Kanonenkugeln. Damals konnten sich sowohl die Tschechen als auch die Slowaken nicht mehr auf eine gemeinsame Regierung einigen, sodass sich die damaligen Ministerpräsidenten auf eine friedliche Teilung einigten. Heutiger Präsident der Slowakei ist Andrej Kiska.



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