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Dax-Talfahrt verunsichert heimische Anleger

veröffentlicht am 09.08.2011 um 17:54 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:35 Uhr

Börse

Hameln (HW). Achterbahn-Fahrt an den deutschen Börsen. Der als „Crash“ bezeichnete extreme Kurseinbruch der vergangenen Tagen bei den spekulativen Wertpapiere lässt auch Hamelner Anleger um ihr Geld fürchten.

Dabei besteht nach Ansicht von Friedrich-Wilhelm Kaup kein Grund zur Panik. Die derzeitige Nervosität an den Finanzmärkten spiegele nicht die weltwirtschaftliche Realität wider. Deshalb hält der Vorstandvorsitzende der Sparkasse Weserbergland Panikverkäufe für unangebracht: „Wer jetzt Aktien verkauft, hat die Verluste realisiert.“ Der Banker rät zum Aussitzen, empfiehlt aber derzeit auch noch keinen Neueinstieg. „Die Märkte sind volatil, werden in den nächsten Tagen und Wochen weiter schwanken,“ glaubt Kaup. Die Krise aber sei hausgemacht und rübergeschwappt von den USA, jetzt sei die Politik gefordert. „Wenn sich europäische Staatsoberhäupter zu einem Gipfel versammeln, sich dann aber in den Urlaub verabschieden und die Forderung nach weiterer Erhöhung des Rettungsschirms in Höhe von 400 Milliarden laut wird, beunruhigt das Menschen und Märkte“, sagt der Vorstandschef und sieht auch die EZB in der Pflicht: „Die aber tut sich noch schwer mit ihrer neuen Rolle.“

Auch bei der Stadtsparkasse Hameln reagieren die Börsenspekulanten überlegt. „Wir stellen keine nennenswerten Verkäufe fest, da unsere Kunden eine breit angelegte Vermögensstruktur haben mit jeweils klar definierten Anlagezielen,“ berichtet Vorstandsmitglied Klaus F. Tobisch. Dennoch fragten Anleger verstärkt, wie lange diese Marktentwicklung anhalte.

Das Ende der Fahnenstange aber ist nicht in Sicht, glaubt auch Heinz-Walter Wiedbrauck. „Ich sehe den Dax noch unter 5000 Punkten“, orakelt der Chef der Volksbank Hameln-Stadthagen, der allen Anlegern empfiehlt, das Geld in Deutschland zu lassen, weil es bei heimischen Banken durch Einlagenschutz gesichert sei: „Am besten als Tagesgeld, weil es dann jederzeit verfügbar ist.“ Auch vom Gold-Kauf rät er ab: „Der Preis ist zu hoch.“ Das findet zwar auch Kaup, er sieht jedoch noch leichtes Potenzial nach oben. „Unsere Kunden nehmen in ihrer Anlagestrategie Edelmetalle allenfalls als Beimischung auf. Eine Flucht ins Gold können wir nicht feststellen“, weiß Lars Papalla, Sprecher der Stadtsparkasse Hameln.

Als Ursache der aktuellen Schuldenkrise sehen die heimischen Banker die in Europa geschnürten nationalen Sparpakete wie beispielsweise in Griechenland, Spanien oder Italien. Hinzu käme, dass auch die USA nach langem parlamentarischem Ringen ein umfangreiches Sparprogramm aufgelegt und gleichzeitig die Schuldenobergrenze erweitert hätten. „Jetzt haben die Sparer Angst, dass diese wirtschaftlich geplagten Länder die Konjunktur abwürgen“, begründet Wiedbrauck die Talfahrt der Börsen.



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