weather-image
23°

Umfrage zum 100. Todestag Dudens

„Dass“ oder „das“ – das ist für viele die Frage

Hameln (sh/job). 1871 veröffentlichte Konrad Alexander Friedrich Duden seine ersten Rechtschreibregeln. Die galten damals nur für das Gymnasium Schleiz, einer Stadt im Südosten Thüringens, an dem der am 3. Januar 1829 auf dem Gut Bossigt in Lackhausen am Rhein geborene Philologe und Lexikograf als Direktor tätig war. Diese Regeln richteten sich nach einem ganz einfachen Prinzip: Schreib so wie du sprichst. Denn gesprochen wurden am Schleizer Gymnasium gleich drei verschiedene Dialekte. Und die galt es, in einem Werk zu vereinen.

veröffentlicht am 02.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 07:21 Uhr

Starb gestern vor 100 Jahren: Konrad Duden.
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Die Idee von einer einheitlichen Rechtschreibung kam bereits bei Dudens Zeitgenossen gut an, und so fand sein Wörterbuch bald in allen Fachkreisen Verwendung.

Gestern jährte sich der Todestag des Mannes, dem der Duden seinen Namen zu verdanken hat, zum hundertsten Mal. Doch seit seinem Tod hat sich in der deutschen Rechtschreibung einiges getan. Sprache ändert sich mit den Jahren und so folgte eine Rechtschreibreform der nächsten. Da fällt es schwer, den Überblick zu behalten, denn so, wie man spricht, wird heute längst nicht mehr geschrieben.

An seiner ehemaligen Wirkungsstätte Schleiz wurde dem ehemaligen Pädagogen an seinem Todestag mit der Einweihung einer nach ihm benannten Bibliothek gedacht. In Hameln schenkte die Dewezet Duden anlässlich dieses Datums besondere Aufmerksamkeit und stellte Passanten in der Innenstadt auf die Probe. Denn die Rechtschreibung bereitet Deutschen nach wie vor Probleme.

„Delphin“ oder „Delfin“ – das war die Frage, die Johanna Böhnke gestern Passanten in der Fußgängerzone stellte. Foto: Wal

Wie heißt es denn nun? „Delphin“ oder „Delfin“? Und wie oft steckt der Buchstabe „f“ in dem Wort „Sauerstoffflasche“? Auf diese beiden Fragen wussten die angesprochenen Personen stets die richtigen Antworten: Dass sich beim Delfin etwas getan hat, haben sie inzwischen verinnerlicht. „Ich habe das Wort noch mit ‚ph‘ schreiben gelernt“, erklärt eine Passantin, „weiß aber, dass es mittlerweile mit ‚f‘ geschrieben wird.“ Und damit liegt sie genau richtig. Für alle, die sich aber noch nicht mit der neuen Rechtschreibung vertraut gemacht haben, drückt der aktuelle Duden ein Auge zu: Die „ph“-Variante ist nach wie vor erlaubt.

Und auch den Buchstaben „f“ gleich dreimal hintereinander zu schreiben, bereitet niemandem mehr ernsthafte Probleme. „Das sieht zwar komisch aus, ergibt aber nach kurzem Nachdenken durchaus einen Sinn“, sagt ein Befragter. Schließlich werde der Sauerstoff mit zwei „f“ geschrieben und die Flasche mit einem – ergibt zusammen also drei.

Schwieriger wird es dann beim „Portmonee“. Diese neue, laut dem Duden „eindeutschende“ Rechtschreibung, scheint noch niemand zu kennen. Anlehnend an die alte Schreibweise, haben viele noch ihre eigenen Ausdrücke für „Portemonnaie“ – so die alte Fassung – im Hinterkopf gespeichert. Weil das aus dem Französischen stammende Wort ziemlich lang und kompliziert ist, werden gerne mal ein paar Buchstaben weggelassen. Ob „Portemonie“, „Portmonai“ oder doch „Portemaie“ – die Befragten lieferten die unterschiedlichsten Antworten. Einig sind sich die Hamelner nicht – und richtig buchstabieren konnte das Wort niemand.

Opfer der Rechtschreibreform wurde auch das Wort „daß“. Die Schreibweise mit dem „ß“ ist veraltet, im Duden ist kein Platz mehr für sie. Stattdessen wird das Wort jetzt mit zwei weichen „s“ geschrieben. Erstaunlich: Viele wissen gar nicht, dass es unterschiedliche Schreibweisen gibt, sondern gebrauchen generell lediglich das einfache „Das“ – mit nur einem „s“.

Wer neugierig auf diese und weitere Antworten der Straßenumfrage geworden ist, kann sich die kompletten Statements im Internet unter www.dewezet.de ansehen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?