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2891 Tonnen weniger CO2 pro Jahr möglich – dafür müsste Hameln 1,4 Millionen Euro investieren

Das Ziel: Umsatteln für den Klimaschutz

Hameln. „Fahrradfreundliche Stadt Hameln“ – an diesem Titel soll jetzt in der Rattenfängerstadt mit Hochdruck gearbeitet werden. Damit verbunden ist ein von Rat und Verwaltung erhoffter Beitrag für den Klimaschutz, denn ließe sich die Zahl derer, die sich statt ins Auto aufs Fahrrad setzen von derzeit geschätzten fünf Prozent verdoppeln, könnte der CO2-Ausstoß pro Bürger und Jahr um 0,049 Tonnen gesenkt werden. „Bei einer Einwohnerzahl von 59 000 wären das 2891 Tonnen pro Jahr“, rechnete Edzard Hildebrandt gestern vor dem Ausschuss für erneuerbare Energien, Bau und Umwelt vor. Der Diplom-Ingenieur und einer von drei Geschäftsführern der Planungsgemeinschaft Verkehr (PGV) in Hannover hielt aber auch mit den Kosten nicht hinterm Berg: Rund 1,4 Millionen nicht vorhandene Euro wären vonnöten, sollte das bei der PGV in Auftrag gegebene Konzept Realität werden.

veröffentlicht am 18.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 22:16 Uhr

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Als begleitendes Qualitätsmanagement ist ein sogenanntes Bypad-Verfahren (Bicycle Policy Audit) durchgeführt worden. Dahinter verbirgt sich ein EU-weit erprobtes Instrument zur Analyse und Verbesserung kommunaler Radverkehrspolitik. „Mit der Zertifizierung wird bestätigt, dass die Stadt Hameln aktiv bestrebt ist, die Qualität ihrer Radverkehrspolitik zu verbessern“, erläuterte Hildebrandt. „Die Hälfte aller Punkte sind erreicht“, lobte der Ingenieur, „aber man darf jetzt nicht stehen bleiben.“

Die Voraussetzungen, Hameln eine fahrradfreundliche Stadt werden zu lassen, bezeichnete Hildebrandt nicht zuletzt wegen des vorhandenen, fast flächendeckenden Radverkehrsnetzes als „gut“. Wegen der Ebenheit sei zudem eine hervorragende Topografie vorhanden und es bedürfe keiner „mutigen Lösungen“, um dem erklärten Ziel näherzukommen. Mit der hohen Zentralität der Innenstadt und dem guten S-Bahn-Angebot am Bahnhof sei ein großes Potenzial für den Radverkehr vorhanden. Ausdrücklich lobte Hildebrandt das Öffnen von Einbahnstraßen für den Fahrradfahrer.

Aber auch Schwachpunkte hat der Ingenieur bei seiner Bestandsaufnahme entdeckt. So sei nicht zu erkennen, dass in Politik und Verwaltung Einigkeit über den hohen Rang der Radverkehrsförderung besteht. Auch sei in der Vergangenheit viel zu wenig in den Ausbau von Radwegen investiert worden. Dass die neue Werderbrücke nicht auf Radfahrer ausgelegt worden sei, nannte Hildebrandt eine „verpasste Chance“, denn jede Möglichkeit, die Weser zu queren, habe auch unter touristischem Aspekt eine „besondere Bedeutung“. Zudem werde Radfahrern die Anbindung an die Innenstadt durch Kfz-orientierte Gestaltung vieler Knotenpunkte erheblich erschwert. Als Beispiele nannte der Ingenieur Senior-Schläger-Platz, Münsterwall/Mühlenstraße, Grüner Reiter und Thiewall/Domeierstraße. Gelungene Stellen seien dagegen die Hafen- und die Friedhofsquere. Der Experte sprach sich dafür aus, unter anderem die Wettor-, Sedan- und Scharnhorststraße zu reinen Fahrradstraßen auszuweisen. Autoverkehr sei dann zwar möglich, „aber nur für Anlieger“, unterstrich Hildebrandt, der auch das Aufstellen von Fahrradparkhäuschen an Bushaltestellen und in der Innenstadt empfahl. Das Manko: Jede dieser Einrichtungen kostet zusätzliche 11 000 Euro. Die Politik will nun beraten, welche Anregungen aus dem Konzept umgesetzt werden können.

Das Anlegen separater Spuren für Fahrradfahrer – wie hier auf der alten Weserbrücke – ist in Hameln noch ausbaufähig.

Foto: Wal



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