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Viele Fragen zur Zukunft der JWH offen

„Das zieht einem den Boden unter den Füßen weg“

Hameln (fh). Ganz überraschend kam die Nachricht für die Mitarbeiter der Jugendwerkstatt nicht. Wie kritisch die Lage für die diakonische Einrichtung bereits seit Jahren ist, war bekannt. Und dennoch: „Wenn nach 20 Jahren in einem Betrieb die Kündigung droht – das zieht einem den Boden unter den Füßen weg“, sagt Siegfried Wulf, Vorsitzender der Mitarbeitervertretung des Kirchenkreises Hameln-Pyrmont und damit auch zuständig für die JWH. Am Mittwochabend haben die Mitglieder des Kirchenkreistages beschlossen, die Jugendwerkstatt entschieden zu verkleinern (wir berichteten). Von der bisherigen Einrichtung bleibt wenig übrig: Die Zahl der Mitarbeiter soll von derzeit 53 auf voraussichtlich 10 bis 15 schrumpfen. Der bisherige Standort wird aufgegeben. Doch am Tag nach dieser Entscheidung sind mehr Fragen offen als beantwortet.

veröffentlicht am 16.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 04:41 Uhr

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Gestern Nachmittag kam die JWH-Belegschaft zu einer Mitarbeiterversammlung zusammen. Zwei Stunden lang wurde diskutiert – über Abfindungen und andere nun drängende Themen. „Es gibt viele Fragezeichen“, sagt Siegfried Meyer, Leiter der JWH-Medienwerkstatt, im Anschluss. Ein Konzept, wie die kleine Jugendwerkstatt überhaupt aussehen soll, wird der Kirchenkreis erst noch ausarbeiten müssen. Als Starttermin für die geschrumpfte Jugendwerkstatt wird derzeit der 1. Januar 2014 angepeilt.

Siegfried Meyer sieht den Superintendenten, seinen Namensvetter Philipp Meyer, als Hauptverantwortlichen für das Ende der bisherigen Jugendwerkstatt an der Ruthenstraße: „Meyer will die Jugendwerkstatt nicht retten“, glaubt das IG-Metall-Mitglied. In dieser Woche hatte Siegfried Meyer bereits die Ablösung des Superintendenten gefordert. Andere Stimmen verweisen nun auf den langjährigen JWH-Leiter Klaus-Dieter Jösten, Vorgänger des heutigen Geschäftsführers Michael Lange: Unter Jösten, heißt es dann etwa, sei das Defizit der Jugendwerkstatt geringer ausgefallen als heute. Ein Minus von jeweils mehr als einer halben Million Euro weist die diakonische Einrichtung im vergangenen und wohl auch im laufenden Jahr auf. Jösten hatte 2011 seinen Posten räumen müssen, nachdem finanzielle Unregelmäßigkeiten ans Licht gekommen waren.

Offen ist nun auch, welche Bereiche der Jugendwerkstatt am Ende erhalten bleiben: Ein Minus bescheren der JWH bisher beispielsweise die Fahrradwerkstatt, das Expo-Café und der Mensabetrieb für die Klütschule. Ebenso die Durchführung verschiedener Maßnahmen wie die der „Jugendrichterlichen Weisungen“, für die die JWH allein 20 000 Euro im Jahr aufbringen muss. Für schwarze Zahlen sorgen hingegen der Garten- und Landschaftsbau, die Holz- und die Metallwerkstatt.

In der Jugendwerkstatt will man nun „so engagiert weiterarbeiten, wie es geht“, sagt Siegfried Meyer. „Schließlich haben wir eine Verpflichtung den Jugendlichen gegenüber.“

Sorgen um die bisher in der JWH untergebrachten jungen Leute treiben Superintendent Philipp Meyer jedoch weniger um: „Auf dem Bildungsmarkt gibt es inzwischen viele Anbieter, die sich Konkurrenz machen“, sagt er. Letztlich sei es also wohl kein Problem, die Jugendlichen anderweitig unterzubringen. Eine Einschätzung, die Rudolf Kallmeier-Voss, Sprecher des Jobcenters Hameln-Pyrmont, teilt: „Die Jugendlichen werden anderswo unterkommen – auch in Hameln“, ist er überzeugt.

Auch das Expo-Café und die Fahrradwerkstatt bescheren der Jugendwerkstatt rote Zahlen.Fotos: Dana



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