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Fachtagung „Gut behütet in der Krippe“ sucht nach Lösungsmöglichkeiten

Das Zauberwort heißt „dritte Kraft“

Hameln. Der Countdown läuft – bis August müssen auch in Hameln Betreuungsplätze für 35 Prozent aller Kinder unter drei Jahren gewährleistet sein. Die Eltern haben somit einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz. Hört sich plausibel an, ist es aber nicht, denn die Umsetzung der Bundesvorgabe wirft viele Fragen auf. Reichen die vorgehaltenen Plätze überhaupt aus? Was geschieht, wenn der Bedarf über die 35-Prozent-Regelung hinausgeht? Wie wird es möglich sein, den hohen Anforderungen einer Krippenbetreuung gerecht zu werden, wenn lediglich zwei Fachkräfte zur Verfügung stehen? Das Zauberwort heißt „dritte Kraft“ – vorzugsweise eine pädagogische Fachkraft.

veröffentlicht am 11.03.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 11:21 Uhr

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Autor:

Christian Stolte
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„Aber wir sind keine Fantasten, sondern wir wissen, dass eine dritte Fachkraft in Anbetracht der knappen Finanzlage der Stadt Hameln derzeit nur Wunschdenken ist“, betont FiZ-Projekleiter Bernd Himler. Das in der Geschäftsstelle „Familie im Zentrum“ installierte „Pädagogische Forum“, das Fachgremium Hamelner Träger in der Kindertageserziehung, hat sich deshalb in seinem Frühjahrsgespräch „Gut behütet in der Krippe“ Gedanken darüber gemacht, wie die Betreuungssituation für Kinder unter drei Jahren in Hameln verbessert werden könnte. Erarbeitet und in der Veranstaltung vorgestellt wurde ein „Praxisvorschlag für Hameln“.

Er sieht vor, die Krippenarbeit trotz angespannter Haushaltslage mit einer „dritten Kraft“ zu verstärken. Keiner Fachkraft, sondern mit jungen Leuten aus dem Bundesfreiwilligendienst (BuFDi). Der Gesamtbedarf an BuFDi-Mitarbeitern wurde mit 33 errechnet. „Das ergibt jährliche Kosten in Höhe von 118 800 Euro“, so Himler. Auch ein Finanzierungsbeispiel wurde bereits erarbeitet. Eine Möglichkeit könnte sein, die U3-Betreuungsgebühr um 15 Euro im Monat zu erhöhen, das wären 53 280 Euro, und zusätzliche Haushaltsmittel beziehungsweise Drittmittel in Höhe von 65 520 Euro bereitzustellen. In Bezug auf die Relation der jährlichen Gesamtausgaben im Bereich der Kindertageseinrichtungen sei der Finanzierungsanteil verschwindend gering, heißt es in dem Vorschlag. „Wir hoffen, dass die Stadt Hameln unseren Vorschlag zum Kindergartenjahr 2013/2014, spätestens aber 2014/2015 realisiert“, betont Doris Volkmer vom Verband der evangelisch-lutherischen Kindertagesstätten.

Die zu dem Gespräch eingeladenen Politiker signalisierten, den Vorschlag in die politischen Beratungen mit einzubeziehen. „Das ist ein wichtiges Thema, das alle angeht“, betonte beispielsweise Gerhard Paschwitz von der CDU-Fraktion. Auch SPD, Grüne und FDP bekundeten die Wichtigkeit und Dringlichkeit der Angelegenheit. Das Interesse und die Offenheit der anwesenden Politiker beurteilten die Forumsmitglieder als erfreulich. „Sie haben sich nah dran an unserem Vorschlag gezeigt“, betonte Doris Volkmer.

Die Politik war eingeladen worden, um Einblicke in die Krippenarbeit zu bekommen. Anhand eines Begleitfilms wurde aufgezeigt, welcher Kraftakt zur Betreuung von unter Dreijährigen bei einer Gruppenstärke von beispielsweise 15 Kindern von nur zwei Fachkräften täglich geleistet werden muss. Ein BuFDi könnte den Fachkräften beim Wickeln, beim Küchendienst und beim Anziehen der Kinder helfen sowie mit ihnen spielen. „Für die beiden Fachkräfte wäre so ein BuFDi die fünfte und sechste Hand“, erläutert Himler.

Von den 28 Hamelner Kindertagesstätten bieten 25 Krippenbetreuung an. Derzeit sind in Hameln 296 Krippenplätze vorhanden. Der Bedarf geht aber darüber hinaus. „Im Laufe des Jahres werden in drei Kitas weitere 45 Plätze eingerichtet“, betont Himler. Ob sie ausreichen, bleibe abzuwarten. Eine Alternative seien qualifizierte Tagesmütter, die mit den vorhandenen Krippenplätzen in Hameln die 35 Prozent erfüllen.

Betreuung in der Krippe wird in Hameln in 25 Einrichtungen angeboten. Der Bedarf geht aber darüber hinaus.

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