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Neben dem reinen Menschenleben hat dieser Jesus noch eine andere Art von Leben

Das Wunder der Auferstehung

Um ganz ehrlich zu sein: Was wirklich geschehen ist an diesem allerersten Ostersonntag, vor fast 2000 Jahren, weiß ich nicht. Ich habe nicht einmal eine Theorie. Zu merkwürdig ist das alles. Und doch so kraftvoll.

veröffentlicht am 30.03.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 08:21 Uhr

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Autor:

von superintendent philipp meyer
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Die Frauen hatten es am Karfreitag selbst gesehen: Josef von Arimathäa hatte den Leichnam Jesu in Leinentücher gewickelt und in eine Felsenhöhle gelegt. Eine ganz normale Grablegung im damaligen Palästina. Nun kommen sie, nach dem Sabbat, dem Ruhetag, am frühen Morgen zum Grab. Sie wollen den Toten salben, wie es sich gehört. Bei der Ankunft sehen sie: Etwas ist nicht in Ordnung. Die Höhle ist offen. Jemand hat den Stein fortgewälzt, der sie verschlossen hat. Und die Höhle ist leer. Die Frauen sind entsetzt: Hat etwa jemand das Grab geschändet? Nun treten zwei Männer in glänzenden Kleidern auf. Sie sprechen die Frauen an: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“

Das ist eigentlich schon die ganze Geschichte. Die Frauen kehren um und erzählen den Jüngern von ihrem merkwürdigen Erlebnis. Engel. Die Jünger glauben es nicht so recht. Aber als Petrus die Höhle inspiziert, findet er nur noch die Leinentücher. Er geht fort und wundert sich. Offensichtlich ist noch nicht klar, was das eigentlich bedeutet: „Er ist auferstanden.“ Sonst wären die Frauen und die Jünger gleich in Freude ausgebrochen. Zunächst war es einfach ein großes Rätsel.

Was war das auch für eine Woche! Erst wird Jesus gefeiert, als er nach Jerusalem kommt. Dann sein dramatischer Auftritt im Tempel, als er die Händler vertreibt. Am Donnerstag das festliche Abendmahl und der Verrat des Judas. Jesus wird verhaftet. Und dann am Freitag das Ende aller Hoffnungen: Jesus wird ans Kreuz geschlagen. Bis dahin ist das alles ganz irdisch. So oder ähnlich mögen schon viele Prediger und Propheten gescheitert sein.

Das Unerhörte kommt danach. Es ist das Wunder der Auferstehung. Und das ist ein Wunder, selbst wenn man Zweifel an den biblischen Berichten hegt. Denn irgendetwas ist da geschehen, das völlig aus dem Rahmen fällt. Eine Wendung, wie sie nicht zu erwarten war. Jesus wird nicht als Versager abgestempelt und vergessen. Die Menschen fangen an zu glauben, dass gerade die Niederlage am Kreuz der entscheidende Sieg gewesen ist.

Nach und nach verbreitet sich dieser Glaube über alle Kontinente der Erde. Obwohl die Geschichte so rätselhaft ist. Oder vielleicht gerade deshalb? Vielleicht geht es gar nicht ohne das Wunderbare, ohne das Geheimnis. Wie soll denn eine schlichte Tatsache mein Leben verändern? Wirklich kraftvoll kann nur eine Botschaft sein, die meine Grenzen sprengt. Sie muss anders sein als alles, was ich kenne und verstehe.

„Er ist auferstanden“, das konnte nicht heißen „er hat überlebt“. Jesus war wirklich gestorben. Aber nach und nach wird den Jüngern klar: Neben dem reinen Menschenleben, dem Leben des Körpers mit Atem und Herzschlag, hat dieser Jesus noch eine andere Art von Leben. Ein Leben, das mit Gott zu tun hat. Ein Leben, das damit zu tun hat, was Jesus gelehrt und getan hat.

Und sie erkennen: Dieses andere, dieses geistliche Leben, das ist das wahre Leben. Zu diesem Leben, das niemand zerstören kann, will Gott die Menschen führen. Und der Weg zu diesem Leben ist der Glaube, der seinen Anfang nimmt in der guten Botschaft: „Er ist nicht hier; er ist auferstanden.“

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