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Ärger über Bürgerinitiativen am Lesertelefon

„Das Weserbergland wird abgehängt!“

Hameln. Seit 30 Jahren fährt Helga Freitag fast täglich mit dem Bus. Oft fährt sie aus Holtensen zum Einkaufen in die Kernstadt, „denn ich habe kein Auto“, sagt sie. Und auch wenn ihre kleine Enkelin zu Besuch ist, unternimmt die 75-Jährige gern einen Ausflug in die Rattenfängerstadt. Bei einem dieser Ausflüge allerdings passierte es:

veröffentlicht am 19.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 09:16 Uhr

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Wiebke Kanz

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Wiebke  Kanz Reporterin (in Elternzeit) zur Autorenseite
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Die Schranke, die sich direkt hinter dem Fahrersitz befindet und die nach dem Hindurchgehen automatisch zurückschnellt, traf ihre Enkelin am Kopf. „Die Kleine hat fürchterlich geweint und hatte eine Schramme am Kopf“, berichtet Freitag – und stellt den Sinn der Schranken generell in Frage: „Auch wenn ich vom Einkaufen komme und in beiden Händen Taschen habe, kann ich die Schranke oft nicht abfangen und bekomme sie gegen den Bauch“, sagt die Holtenserin. „Die Dinger haben ja offensichtlich keine Funktion – warum schafft man die nicht ab?“, fragt sie sich.

Nicht ums Abschaffen, sondern ums Abhängen geht es Renate Tegtmeyer-Scherfeld: „Gegen alles gründet sich im Weserbergland gleich eine Bürgerinitiative“, moniert die Hamelnerin. Ob nun Windräder, Umgehungsstraßen, Bahnstrecken oder – wie aktuell geplant – Stromtrassen gebaut werden sollen, überall rege sich sofort Widerstand. „Alle wollen Strom, aber keiner will die Leitung im eigenen Vorgarten“, sagt die 73-Jährige. „Wenn wir diese Mentalität nicht ablegen, wird das Weserbergland irgendwann abgehängt.“

Anke Bogumil ist Busfahrerin in Hameln. Normalerweise parkt sie ihr Gefährt in den Pausen oder nach Schichtende direkt vor ihrer Haustür: auf dem Parkstreifen in der Nähe der Bushaltestelle Beethovenstraße. Seit kurzem dürfen dort allerdings nur noch Autos parken – die Hamelnerin fiel aus allen Wolken. „Irgendwo finde ich zwar immer einen Parkplatz für meinen Bus“, sagt Bogumil, „ich frage mich aber trotzdem, was die sich dabei gedacht haben.“ Zumal sich gegenüber des Parkstreifens ein Supermarkt befindet, der von Lkw beliefert werde.

Über Laubhaufen auf dem Friedhof Wehl ärgert sich Ute Paeschke. Das Laub werde dort zwar zusammengefegt, anschließend aber nicht abtransportiert. „Man muss einen richtigen Bogen um die Laubhaufen machen, für viele ältere Besucher des Friedhofs ist das ein Problem“, sagt die Hamelnerin. Und bei stärkerem Wind verteilten sich die Blätter wieder über den gesamten Friedhof – und die Arbeit gehe von vorn los. Paeschke finde das unsinnig: „Gerade vor dem Hintergrund, dass die Friedhofsgebühren erst kürzlich wieder gestiegen sind.“



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