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Raabe-Schule wird nicht verkauft: Nach Vorlage des Prüfberichtes rudert die Politik nun zurück

„Das war‘s wohl“

Hameln. Ausgaben von bis zu 46 Millionen Euro, eine Mitfinanzierung durch den Landkreis sei nicht gesichert, eine perspektivische Schulplanung unmöglich: Nachdem die Stadt Hameln am Freitag ihren Prüfbericht zum Verkauf der Wilhelm-Raabe-Schule vorgelegt hat, rudern nun auch die Politiker zurück.

veröffentlicht am 04.04.2016 um 14:39 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:18 Uhr

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Wiebke Kanz

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Wiebke  Kanz Reporterin (in Elternzeit) zur Autorenseite
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Hameln. Eigentlich habe man hier den zweiten Schritt vor dem ersten gemacht. Bevor die Hamelner Politik öffentlich so offensiv mit dem Thema „Verkauf des Standortes Lohstraße der Wilhelm-Raabe-Schule“ umging – und damit eine Welle des Protests auslöste –, hätte sie erst einmal die Prüfungsergebnisse abwarten müssen, sagt Ursula Wehrmann. „Da hätten wir alle mehr dran denken müssen“, sagt die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Hamelner Stadtrat, „auch ich.“

Jetzt, da die Ergebnisse des Prüfauftrages vorliegen – Ausgaben von bis zu 46 Millionen Euro drohen, eine Mitfinanzierung durch den Landkreis sei nicht gesichert und an anderen Schulstandorten sei nicht genug Platz, um die Schüler unterzubringen, bis der Standort an der Königstraße fertig erweitert ist (wir berichteten) –, sei es jedoch erforderlich, sagt die Fraktionsvorsitzende der Grünen, den Rücken gerade zu machen und zu sagen: „Das war’s wohl.“

Noch Ende der letzten Woche hat Wehrmann wegen der neuen Entwicklungen in Sachen Wilhelm-Raabe-Schule kurzfristig eine Fraktionssitzung einberufen. Ergebnis: „Meine Fraktion wird diesem Verkauf nicht zustimmen.“ Es gebe zu viele Unwägbarkeiten, eine perspektivische Schulplanung sei nicht mehr möglich – vor allem aber das Finanzielle mache Wehrmann Sorgen: „Wir müssten alle anderen Investitionen für Jahre, Jahrzehnte beerdigen“, sagt sie. Das Schulzentrum Nord, das voraussichtlich 30 Millionen Euro kosten wird, drücke bereits enorm auf den Haushalt. Da sei auch der „best case“, eine Erweiterung des Schulstandortes Königstraße für „nur“ 25 Millionen Euro, „keine Option“.

In einer kurzfristig einberufenen Fraktionssitzung entschied sich gestern Nachmittag auch die CDU-Fraktion gegen einen Verkauf der Raabe-Schule, wie Thomas Meyer-Hermann am Abend mitteilte. „Aus Kostengründen“, wie der CDU-Fraktionschef sagt, aber auch, weil eine Schulentwicklungsplanung fehle. Die schwarz-grüne Ratsmehrheit wird damit gegen den Verkauf stimmen – und dieser somit vom Tisch sein.

Für die Technische Akademie (TA), die Interesse an dem Gebäude an der Lohstraße bekundet hatte, tue es Ursula Wehrmann leid. „Ich würd die TA gerne in Hameln behalten.“ Der TA „gern unter die Arme gegriffen“ hätte auch Hans Wilhelm Güsgen, Fraktionsvorsitzender der FDP. Nach den neusten Entwicklungen aber, sagt er, „hat sich das natürlich erledigt“ – und meint den Verkauf des Gebäudes. „Wir waren nie für einen Verkauf der Raabe-Schule und haben das auch von Anfang an deutlich gesagt“, sagt Lars Reineke, Vorsitzender der Linken-Fraktion. Die Ergebnisse, die das Rathaus nun vorgelegt hat, bestätigen seine Zweifel an dem Vorhaben, wie er sagt.

Am 20. April entscheidet der Rat, ob der Haushalt der Stadt Hameln für die Schließung des Schulstandortes Lohstraße und die Erweiterung des Gebäudes an der Königstraße um 1,3 Million nach oben korrigiert wird – nur für das Jahr 2016. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass der Verkauf damit vom Tisch ist.



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