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Ausschilderungen lückenhaft / Hamelns Forstamt kann Verkehrssicherheit nicht garantieren

Das Wandern ist des Fremden Frust …

Von Ute Waldeck

veröffentlicht am 05.02.2009 um 20:34 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 13:41 Uhr

Willi Bost
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Hameln. Der wandernde Tourist steht in Hamelns unmittelbarer Umgebung plötzlich „im Wald“. Und das ist im doppelten Sinne zu verstehen: Denn einerseits ist der Stadtwald nahe, andererseits fällt es Ortsfremden nicht leicht, die Orientierung zu finden oder zu behalten. Manche Schilder zeigen Wege auf, die plötzlich auf Privatgrund oder im Nichts enden – entweder, weil die Wanderkarte nicht (mehr) stimmt oder die Kennzeichnung nicht auffindbar ist. Da und dort ist die Kennzeichnung grün überpinselt. Das gilt zum Beispiel für die ehemals mit „R“ gekennzeichneten Rundwanderwege.

„Rattenfängerweg“

nicht mehr erkennbar

Heinrich Kreymeyer, Vorsitzender des Wandervereins Hameln-Weserbergland, erklärt das so: „Das Forstamt Hameln hat uns im Mai 2006 mitgeteilt, dass es für die vom Wanderverein gekennzeichneten und durch den Stadtwald führenden Wege keine Verkehrssicherheit mehr garantiert. Weil wir vom Verein die Verkehrssicherheit und damit die Haftung auch nicht übernehmen können, wurden die Markierungen übermalt. Damit ist auch der von uns im Jahre 1988 markierte 78 Kilometer lange Rattenfängerweg nicht mehr erkennbar.“

Wer sich in der Gegend nicht auskennt, hat noch die Möglichkeit, sich einem der heimischen Wanderführer anzuvertrauen. Sowohl Kreymeyer wie auch Wolfgang Helmboldt (Vortragswart der Sektion Hameln im Deutschen Alpenverein), Jürgen Bröstedt (Wanderwart des TC Hameln) und Gisela Isenbart (ehemalige Wanderwartin des VfL) sind sich einig, dass sie „ihre“ Wege finden, weil „wir selbstverständlich unsere geplante Route vorher einmal oder sogar mehrmals abgehen“. Auf diese Weise stellen sie fest, ob Hindernisse im Weg liegen, wie Kreymeyer berichtet, was vor allem nach dem Orkan „Kyrill“ wichtig gewesen sei. „Wenn Markierungen fehlen, suche ich mir meinen Weg für die Gruppe selbst“, schildert Bröstedt. „Geht nicht, gibt es bei mir nicht. Schöne Wege habe ich in den letzten Jahren immer gefunden und eine gastronomische Möglichkeit für eine Schlusseinkehr auch. Steigende Wandererzahlen zeigen, dass wir auf dem richtigen Wege sind.“

Heidi Gatzlaff, zweite Vorsitzende des Wandervereins Hameln-Weserbergland und Stadtführerin, bedauert, dass „einfach so losgehen“ nicht möglich sei. „Ich bin davon überzeugt, dass Hameln für pflastermüde Touristen wegen der umliegenden Wälder herrliche kleine Wanderungen bieten könnte. Eine Runde zwischen fünf und zehn Kilometern auf Waldboden ist doch Erholung pur.“ Doch entweder finde der Fremde den Einstieg nicht oder die Markierung höre einfach auf.

Weserbergland wirbt

als Wanderregion

Gisela Isenbart vom VfL Hameln und ihre Kollegen aus den anderen Vereinen würden sich freuen über den schon lange angekündigten „runden Tisch“, bei dem alle mit dem Thema Wandern Befassten miteinander arbeiten könnten.

„Fest steht“, sagt Kreymeyer, „dass wir zum Rattenfänger-Jubiläumsjahr hier keinen wunderbaren wanderbaren gekennzeichneten Weg für die ganze Familie haben.“ Das ehemals begehrte Rattenfängerabzeichen samt Urkunde und Stempel könne auch heute bei Touristen gut ankommen. Die damals gut erschlossenen Wege – Rattenfängerweg R1 und auch R2 über den Basberg und den Schweineberg – seien besonders zur Märzenbecherblüte eine Augenweide. „Einen wanderbaren Weg, den R3, in Richtung Tündern hätten wir ja eigentlich auch …“

An gutem Willen, wanderbare Qualitätswege zu finden, scheint es nicht zu mangeln. Petra Wegener, Geschäftsführerin von Weserbergland Tourismus, betont: „Wir sind im doppelten Sinn auf einem gutem Weg. Wir haben die besten Voraussetzungen hier: erdige Wege, die sich durch liebliche Landschaft schlängeln, viele herrliche Ausblicke und jede Menge Kultur.“ Für den Weserbergland-Wanderweg von Hannoversch Münden bis Porta Westfalica durch drei Bundesländer und sieben Landkreise werde das Qualitätssiegel des Deutschen Wanderverbandes angestrebt.

Im Juni steht ein großes Ereignis bevor: Hameln soll umwandert werden. Der ausrichtende Alpenverein wird diese etwa 70 Kilometer lange Tour bewerben. An mehreren Orten kann ein- und ausgestiegen werden, kündigt Organisator Wolfgang Helmboldt an.



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