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Hamelner Nachwuchsmusiker schöpfen bei Videodreh aus dem Vollen

Das volle hedonistische Programm

HAVERBECK. Noch und nöcher Nebel aus der Nebelmaschine, Schaumparty unter der Freiluftdusche, Schlammcatchen mit Wetteinsätzen, eine Sechs-Liter-Flasche Belvedere, Posen vorm Ferrari… das volle hedonistische Programm. Joel Enß, Jajah Bringts und Fleggo Beats haben bei ihrem ersten Videodreh nichts anbrennen lassen.

veröffentlicht am 29.08.2020 um 12:00 Uhr

Philipp Killmann

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Reporter zur Autorenseite

Es ist Samstagnachmittag. Die Sonne steht noch hoch am Himmel, der Ferrari für den Videodreh schon auf dem Hof. So auch der Schlammpool im Garten und die Hüpfburg am Mühlteich. Vor einer Viertelstunde war Drehbeginn. Eigentlich. Doch einer fehlt noch. Der Feature-Gast. Zeit für ein Gespräch mit den Künstlern, die an der alten Mühle ihr erstes Video drehen wollen.

Joel Enß und Nico Potthast alias Fleggo Beats machen es sich im Inneren der Mühle in ein paar ausrangierten Kinosesseln bequem. Yahya Abou Moulig alias Jajah Bringts nimmt auf der anderen Seite des Tisches Platz. Der 22-jährige Joel ist in Hameln vor allem als singender und Gitarre spielender Straßenmusiker bekannt. Ein paar Minialben hat er schon veröffentlicht. Zuletzt im Februar die Rap-Platte „Voll verpalmt“ mit dem 24 Jahre alten Fleggo als Produzent. Mit Rapper Jajah Bringts (22) haben sie auch schon zusammengearbeitet.

Kürzlich haben sie zu dritt einen weiteren gemeinsamen Song aufgenommen, für das sie nun das Video drehen wollen. Mit Max Paulig alias Medic als Feature-Gast. Star-Gast, könnte man fast sagen. Medic schindete 2019 mit einem erstaunlichen Live-Auftritt in der Sumpfblume Eindruck und machte mit seiner Single „One Take“ Anfang dieses Jahres auch in der Szene jenseits der Landkreisgrenzen von sich reden. Verschwitzt kommt er zur Tür herein, direkt aus Zersen angeradelt. Die Crew ist komplett, der Dreh kann beginnen.

Videograf Robin Illge sagt auf dem Hof, wo‘s langgeht. Mehr Nebel! Zu viel Nebel! In die Kamera kucken! Noch mal von vorne! Immer wieder. Bis die Szene sitzt. So wie Fleggo. Der Produzent hat‘s leicht. Muss bloß hinterm Steuer des Ferraris mit dem Kopf nicken.

Ungleich schwerer haben es Jajah Bringts und Emma Johanna Quinn bei der Schaumparty unter der eiskalten Freiluftdusche. Oder Joel Enß und Michelle Sidorova beim Schlammcatchen. Statt Joel war dafür eigentlich eine weitere Frau eingeplant. Die hat aber gerade spontan abgesagt. Ihre Begründung: „Zu sexistisch.“ Was den anderen auch irgendwie einleuchtet, sodass Joel sich kurzerhand opfert und wenig später von seiner Gegnerin aufs Kreuz legen lässt. Das Patriarchat liegt am Boden.

In sich zusammen kracht beim Dreh der nächsten Szene am Mühlteich auch das zwischen zwei Geländejeeps aufgebaute Trampolin, auf dem die beiden Frauen jetzt springen. Unter dem amüsierten Gelächter von Joachim Fischer, besser bekannt als Steiger, dem das Trampolin gehört und der sein Grundstück den Freunden seines Neffen für den Dreh zur Verfügung gestellt hat. Auch wenn er persönlich mit Hip-Hop nichts anfangen kann. „Ich gehör‘ eher zur alten Rockmusik-Fraktion“, sagt Steiger. Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre fanden an der Mühle die „Rock am Teich“-Festivals mit bis zu 2000 Teilnehmern statt.

Der nach einer Cannabissorte benannte und auf einem spanischen Musiksample basierende Song „Dos Si Dos“, für den das Video gedreht wird, ist vor allem ein hedonistischer Party-Track. Und das soll sich auch im Bild widerspiegeln. „Dafür hat die Kulisse hier einfach gepasst wie Arsch auf Eimer“, sagt Fleggo.

Robin Illge war sofort einverstanden. „Es sollte ja alles wie ein Schlaraffenland sein, wie ihr eigenes Paradies, in dem sie einfach Spaß haben, von daher hat das hier super gepasst“, sagt der Videograf.

Erscheinen sollen Song und Video in vier, fünf Wochen über den in Hessisch Oldendorf ansässigen Vertrieb Row Impact. Als Auftakt für eine ganze Reihe von Singles, die Joel, Jajah und Fleggo gemeinsam aufgenommen haben. Gefolgt von Joels und Fleggos EP „Fleur“ und einem Minialbum von Jajah.

Die Stimmung in der Corona-Krise ist gedämpft. In der Musik, der Kunst pulsiert das Leben ungedämpft weiter.



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