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Was sagen die Hamelner und Gäste zum Plan des Oberbürgermeisters, Altstadt-Häuser zu kaufen?

„Das tut der Stadt gut“

HAMELN. Der Verfall der Hamelner Altstadt wird zunehmend deutlicher. So deutlich, dass die Stadt Ende vergangenen Jahres zum ersten Mal verlauten ließ, selbst Häuser ankaufen zu wollen, um die Entwicklung aufzuhalten. Wir wollten wissen, was die Hamelner und Besucher dazu sagen.

veröffentlicht am 03.02.2019 um 15:35 Uhr

Die Altstadt aus der Luft aufgenommen. Foto: Dana/Archiv

Autor:

Karin Kellerer
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In seiner Haushaltsrede erklärte Oberbürgermeister Claudio Griese, dass er für den Kauf einzelner Häuser 2019 und 2020 jeweils eine Million Euro bereitstellen will, für die beiden Folgejahre jeweils 500 000 Euro.

Das nahm die Redaktion zum Anlass, in der Hamelner Fußgängerzone eine Umfrage zu starten. „Ich finde es sehr gut, das tut der Stadt gut“, so Dr. Damaschke, Hameln (83).

„Endlich tut die Stadt etwas. Es wird höchste Zeit. Es ist wichtig, dass der Charakter und die Lebensqualität der Stadt auch für die nächsten Generationen erhalten bleiben. Die Stadt könnte ihren Ruf der Rattenfängerstadt sonst verlieren“, äußert sich Matthias Hoberg (69).

Karin Warneke (77) und Lieselotte Dubigk (79) aus Stolzenau bewundern die schönen alten Häuser. „Die Gebäude sind einfach fantastisch“, schwärmen die beiden. „In den neuen Bundesländern wurde sehr viel restauriert, was nicht unbedingt notwendig gewesen wäre. Und Fachwerk wie hier in Hameln ist einfach etwas Wunderschönes und sollte auf alle Fälle erhalten bleiben“, appellieren die Damen. „Es gibt keinen besseren Einsatz der Gelder als zur Erhaltung von historischen Gebäuden“, lautet ihre Meinung.

Angelika Prus (58) aus Koblenz ist begeistert von der Altstadt: „Es gibt keine Diskussion, die Häuser sind ein Traum, das muss unbedingt erhalten bleiben. Schließlich machen diese Gebäude die Stadt doch aus“, so Prus.

„Wir glauben nicht, dass das Geld ausreichen wird.“ Da sind sich Marcus (30) und Sabine (31) aus Braunschweig einig. „Es ist eine sehr schöne Altstadt und wir sind begeistert“, so die beiden. „In Braunschweig ist es ähnlich wie hier – die Obergeschosse stehen leer.“

Susanne Hinrichs findet es vom Prinzip in Ordnung, aber sie ist der Meinung, dass zu Beispiel Kitas ebenso wichtig sind, eher wichtiger. „Das sollte man nicht vernachlässigen“, ist ihre Meinung. Eine 66-jährige Hamelnerin findet, dass es allmählich Zeit wird. „Gebäude wie in der Alten Marktstraße solle man auf gar keinen Fall verfallen lassen. Die Stadt muss insgesamt aktiv werden und nicht weiter vor sich hinträumen“, so ihre Meinung. „Dresden ist eine sehr aktive Stadt und dazu gehört auch die Erhaltung von historischen Gebäuden. Das macht eine Stadt attraktiv. Es ärgert mich zwar, dass die Gebäude hier verfallen, aber um das alles aufzuhalten, ist es zu teuer.“

Klaus Schuster (70) vertritt eine völlig andere Meinung: „Digitalisierung muss das Thema sein. Da muss Hameln etwas unternehmen. Südkorea macht es uns vor, die stehen mit dem Thema auf Platz Eins. Wo stehen die Deutschen? Auf Platz 84.“ Und weiter: „Ich bin IT-Fachmann und weiß worüber ich rede. Wenn ich YouTube empfangen will, fehlt einfach die Power hier in Hameln. Da sollte Geld investiert werden. Schlecht ist es natürlich nicht, die Gebäude zu erhalten, aber die Stadt sollte lieber mehr an die praktischen Dinge denken, von denen die Bürger profitieren können.“

Eine 37-jährige Hamelnerin sieht in der Erhaltung der Gebäude einen Gewinn für die Innenstadt.

Stefan (45) aus Hameln und seine Frau finden es prinzipiell sehr gut und interessant, die historischen Gebäude zu erhalten, aber man sollte abwägen, ob das Geld eventuell an anderer Stelle dringender gebraucht wird, meint er. „Die Bewahrung kulturellen Erbes oder die Zukunft gestalten, das gilt es abzuwägen. Wir meinen damit die Zukunft der Kinder, sprich die Bildung und Erziehung“, so die beiden.

Wolfgang (71) und Monika (67) Schmodter sind der Meinung, dass der Kostenrahmen geprüft werden sollte. „Trümmer-Else hat doch auch etwas bewirkt, von daher muss doch die Stadt das auch hinbekommen“, so Wolfgang Schmodter, „die Stadt soll keine Bruchstadt werden und Geld muss doch dafür da sein“. „Das Eckhaus in der Kleinen Straße ist ein sehr gutes Beispiel, wobei hier wohl die Eigentumsfrage nicht geklärt ist. Das ist eines der Probleme, mit der die Stadt auch zu kämpfen hat“, lautet das Fazit des Hamelner Ehepaares.

„Für Kauf und Sanierung wird die Stadt sicher mehr Geld in die Hand nehmen müssen. Aber es ist auf jeden Fall ein Anfang für die dringendsten Fälle“, unterstreicht Hans-Heinrich Markhof (78) seine Meinung zu dem Thema.



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