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Unterstützung aus Berlin für den Kommunalwahlkampf / Bekannte Gesichter „einmal live sehen“

Das Stelldichein der Polit-Prominenz

Hameln-Pyrmont. Wenn Angela Merkel kommenden Freitag in der Rattenfänger-Halle davon spricht, wie schön die Grundschule am Mainbach in Haverbeck ist und wie wichtig die Verwirklichung der Tündernsee-Pläne … – dann ist der, der das hört, eingeschlafen und träumt. Mit den konkreten Bedürfnissen und Schwierigkeiten in Hameln dürfte die Bundeskanzlerin ebenso wenig vertraut sein wie Franz Müntefering mit kleinen Bad Pyrmonter Besonderheiten. Trotzdem ist die Polit-Prominenz aus Berlin in den kommenden Wochen in der Region unterwegs und zeigt Gesicht. „Einmal die Merkel live erleben“, ist vielen ein Bedürfnis, das weder an Parteibuch und an Wahlvorlieben gebunden ist.

veröffentlicht am 13.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 05:21 Uhr

Steinmeier, Merkel, Müntefering, Lindner und Roth kommen im Rahmen des niedersächsischen Kommunalwahlkampfes auch nach Hameln-Py
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Merkel ist in der heißen Wahlkampfphase die erste politische Berühmtheit, die in Hameln auftritt, und die Bekannteste, wenn man Google-Ergebnisse sprechen lässt: Auf die Eingabe des Suchbegriffs „Angela Merkel“ folgen über 29 Millionen Treffer, „Bundeskanzlerin“ bringt’s auf 3,2 Millionen. Um Merkels Auftritt hat sich in Hameln keiner bemühen müssen; die Organisation wurde vom Landesverband der CDU übernommen.

Um die „Joker“ der SPD hat sich die heimische Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller persönlich gekümmert. „Frank-Walter Steinmeier ist bei mir lange im Wort gewesen“, nach Hameln zu kommen, sagt sie. Er hätte ursprünglich schon im Rahmen der Bundestagswahl 2009 hier auftreten sollen. Mit zwei Jahren Verzögerung also kommt der ehemalige Bundesaußenminister und SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag jetzt nach Hameln. Am 3. September tritt der gebürtige Lipper voraussichtlich gegen 18 Uhr auf der Hochzeitshausterrasse auf und sagt – so der Plan und die Erwartung – in jedem Fall „etwas zur finanziellen Situation“. Anders der Parteifreund Münte. Franz Müntefering (mit rund 1,3 Millionen Google-Treffern 500 000 hinter Steinmeier) und Lösekrug-Möller arbeiten eng zusammen im parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung und werden in Bad Pyrmont am Mittwoch, 24. August, zwei Stunden lang in der Wandelhalle reden. Von 16 bis 18 Uhr ist der ehemalige Parteivorsitzende, einstige Arbeitsminister und Ex-Vizekanzler zu Besuch im vom demografischen Wandel stark betroffenen Kurort zu Gast – und das wird laut Lösekrug-Möller auch sein Thema dort sein.

Die Kommunalwahl ist eher eine Persönlichkeits- als eine Parteienwahl, bei der ein Gemeinderatsmitglied gewählt werden kann, nicht aber eine Claudia Roth. Dass die Parteien sich dennoch Rückendeckung von der Bundesebene holen, hängt auch mit dem erhofften Werbeeffekt für die Wahl als solche zusammen. „Was wir brauchen, ist Aufmerksamkeit für die Wahl“, sagt Lösekrug-Möller.

Unmittelbar vor dem Stichtag 11. September, am Freitag, 9. September, veranstalten die Grünen und die FDP jeweils ihren Wahlkampfabschluss und haben zwei bekannte Köpfe nach Hameln gebeten. Die Bundesvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen, Claudia Roth, kommt um 19 Uhr in die Sumpfblume. Nebenbei: Ihre Google-Häufigkeit beträgt 2,3 Millionen Treffer. Mechthild Clemens von den Hamelner Grünen hat Roth über den Landesverband gebucht. „Wir wollten Bärbel Höhn“, sagt Clemens, doch die Bundestagsfraktionsvorsitzende war nicht mehr frei. Sie selbst würde Steinmeier gerne mal live sehen; Merkel dagegen nicht unbedingt noch einmal – „die habe ich schon auf dem Kirchentag gesehen“. Merkel ist ohnehin nicht für die gesamte Öffentlichkeit bestimmt. Nur, wer ein Kontrollbändchen hat, kommt in die Rattenfänger-Halle.

Anders bei Christian Lindner, Generalsekretär der FDP. Der Mann mit einem Bekanntheitsgrad von 1,7 Millionen Google-Treffern tritt am 9. September um 19 Uhr in den Pavillons von Radio Aktiv an der Deisterallee auf. „150 Plätze“ sind dort für alle Interessierten vorgesehen, sagt Kathrein Bönsch, die Lindner um einen Besuch gebeten hat. Warum er? „Weil er zur neuen Garde der FDP gehört und sehr provokant in der Öffentlichkeit auftreten kann.“ Die Linken haben zwei Bundestagsabgeordnete eingeladen – wann und wo sie auftreten, ist noch offen.



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