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Was passiert auf den ehemaligen Briten-Flächen? Wir stellen den Stand der Pläne vor

Das sind die Pläne für den Baileypark

HAMELN. Im Sommer 2014 haben die Briten sich mit einer feierlichen Parade aus Hameln verabschiedet – aus Sicht der Stadtplaner eine große Chance. Nur selten bietet sich die Gelegenheit, teils mitten in der Stadt riesige Flächen neu zu überplanen und sie den Menschen oder der Natur zurückzugeben. Drei Jahre nach dem Abzug blicken wir auf die zehn Areale, zeigen auf, was dort passieren soll und wie weit die Planungen vorangeschritten sind. Heute: der Bailey-Park

veröffentlicht am 27.06.2017 um 11:42 Uhr
aktualisiert am 10.07.2017 um 08:50 Uhr

Blick auf den Baileypark der Zukunft, am unteren Rand der Reimerdes kamp mit Kreisel. So hat das Team der RTW-Architekten um Peter Teicher im vergangenen Jahr die Aufgabe „Wohnraum schaffen“ gelöst. Der Entwurf dient Hamelns Stadtplanern als Grundlag
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Unterwegs auf dem Reimerdeskamp stadtauswärts tut sich linksseitig vor allem eines auf: „Eine ganz große Betonfläche.“ So fasst Stadtbaurat Hermann Aden zusammen, wie der Baileypark sich jedem Hamelner präsentiert, grau, gespickt mit etwas Grün. Mit sichtbaren Veränderungen auf dem etwa sieben Hektar großen Gelände rechnet er noch länger nicht: Baubeginn „vielleicht in 2019/2020“. Die Reihenfolge anstehender Arbeiten, die dem vorgelagert sind: Altlasten klären, Grundstück kaufen, dann: loslegen, vor allem versiegelte Flächen aufbrechen. Die vorhandenen Altlasten, beispielsweise an der alten Gleisanlage mit „phenolgetränktem Holz“, seien noch nicht abschließend untersucht; das müsste als erstes geschehen.

Die Pläne für das Gelände sind schon weit gediehen: Eine Mischung aus wenig „störungsarmem“ Gewerbe auf der einen Seite und Wohnen auf der anderen soll auf der Fläche entstehen, die heute als „Störfaktor im Siedlungsgefüge“ empfunden werde.

Die zwei alten Werkstatthallen bleiben laut Plan – eine davon wird bereits von dem Hamelner Unternehmen Elektroma genutzt, die zweite könnte, so die Überlegungen innerhalb der Stadtverwaltung, von der Stadt selbst gekauft und als Lager genutzt werden, zum Beispiel vom Stadtarchiv und dem Museum.

Auf der gegenüberliegenden Seite sind Wohnhäuser vorgesehen. Für den einen, nördlicher gelegenen Bereich hat es im vergangenen Jahr bereits einen offenen Wettbewerb innerhalb der Architektenkammer Niedersachsen gegeben. Der Entwurf aus dem Büro „RTW Architekten“ soll aufgegriffen und modifiziert umgesetzt werden, sagt Aden und spielt auf „die Höhe“ der Gebäude an, die wohl für Diskussionen sorgen könnte.

„Sozialer Wohnungsbau“ ist ein Ziel, das die Stadtverwaltung in diesen Monaten verfolgt. Am Baileypark wird es Wohnungen geben, die ebenfalls mit Mitteln des „Sozialen Wohnungsbaus“ gefördert werden. „Ob und zu welchem Anteil dort unmittelbar preisgebundene Wohnungen entstehen oder ob wir auch dort im Wege der mittelbaren Belegung, andere Bestandswohnungen in die Mietpreisbindung aufnehmen, steht noch nicht fest“, sagt Aden. Zum Vergleich zieht er die Stüvestraße heran, an der zurzeit moderne Wohnungen durch die Hamelner Wohnungsbaugesellschaft HWG entstehen, die neuesten energetischen Standards entsprechen. Auch Bauplätze für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen sind im Baileypark denkbar.

Neben Wohnraum war den Hamelnern für den Baileypark vor allem „Grün“ wichtig, und zwar in Form einer Verbindung von der Stadt über den Reimerdeskamp hinaus, Richtung Rotenberg. „Details zur Grünanlagengestaltung sind noch zu klären“, sagt Aden, angedacht seien aber grüne Wegebeziehungen, die Freiräume für Freizeit beinhalten. Und dann ist da noch ein Skaterpark auf den Plänen zu sehen – ob der allerdings dort oder wie von der Politik zur Prüfung in die Verwaltung gegeben, auf dem Werder entsteht, ist ungewiss.

Noch gehört der Baileypark der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, für die abschließende Preisermittlung müssen die Altlastengutachten vorliegen. Bislang rechnet die Stadt mit Kosten für die Entwicklung des Baileypark in Höhe von 7,8 Millionen Euro, von denen 5,4 Millionen nicht gedeckt sind. Je ein Drittel der entfallen bei Förderung auf Bund, Land und auf die Stadt.

Information

Geld für Hamelns Projekte

Nicht nur für die Entwicklung des Baileyparks gab es die gute Nachricht, auch für andere Projekte, die bereits in den Förderprogrammen sind, gibt das Land weitere Mittel. Der Baileypark wurde jetzt neu in das Programm „Städteumbau West“ aufgenommen. Außerdem erhält Hameln für drei weitere Projekte positive Bescheide: 126 000 Euro im Rahmen des städtebaulichen Denkmalschutzes für die Altstadt, die auch von Hauseigentümern in Anspruch genommen werden können. Eine Million Euro gibt es in diesem Jahr für den „Kuckuck“ in Rohrsen aus dem Topf „Soziale Stadt“, und 1,072 Millionen Euro erhält die Stadt Hameln für die Weiterentwicklung des Linsingen-Geländes.

„Ich hoffe, dass die Stadt da gut aufgestellt ist“, sagt die Landesbeauftragte Karin Beckmann mit Blick auf das zur Verfügung stehende Personal. „Vier Quartiere für eine Stadt unserer Größenordnung sind viel“, gibt Oberbürgermeister Claudio Griese zu angesichts dessen, was die involvierten Abteilungen unter Stadtbaurat Hermann Aden leisten müssen. Unterstützung gibt es dafür jedoch von der eigens gegründeten Gesellschaft für sozialen Wohnungsbau und Projektentwicklung (GSW). Für Hamelner werde mit der regelmäßigen Vorstellung der Pläne das wichtige Zeichen gesetzt: „Diese Stadt entwickelt sich weiter“, wichtig deshalb, weil an vielen der ehemaligen britischen Flächen von außen noch nichts zu sehen ist, außer: „Da wächst Unkraut.“ Dass Hameln vom Land die positiven Förderbescheide erhält, bezeichnet Griese als „freudiges Ereignis“.

Mein Standpunkt
Birte Hansen
Von Birte Hansen-Höche

Wie spannend! Wann immer das Thema aufkommt, wird mir wieder klar, welch riesige und faszinierende Aufgabe – inklusive großer Verantwortung – die Stadtplaner und Mitwirkenden da gerade haben: Hamelns Gesicht für Jahrzehnte, Jahrhunderte prägen.



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