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Bimst nicht so

Das sagen Hamelner Schüler zum Jugendwort 2017

HAMELN. "Eines der albernsten Dinge", "uncool und lächerlich", "ahnungslose sowie inkompetente Jury" - das Urteil über das Jugendwort 2017 "I bims" ist vernichtend. Mehrere Schüler des Hamelner Schiller-Gymnasiums haben sich im Unterricht mit der Wahl und dem Wort beschäftigt. Ihre Lehrerin hat uns die Leserbriefe von sechs Schülern zukommen lassen. In diesem Artikel sind sie komplett zu lesen.

veröffentlicht am 06.12.2017 um 06:00 Uhr

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Die Wendung „I bims“ für „Ich bin’s“ ist von einer Jury des Langenscheidt-Verlages zum „Jugendwort des Jahres 2017“ erklärt worden. Die Worte gehören zur „Vong-Sprache“, in der Internetnutzer in sozialen Netzwerken Sätze verkürzen und verballhornen. Schon vor dem Votum hatte die Deutschlehrerin Inga Bode am Hamelner Schiller-Gymnasium mit Neuntklässlern über die Vong-Sprache diskutieren wollen, jedoch: „Die Schüler kannten diese Phänomene nicht“, berichtet sie. „Umso erstaunter waren wir, als ,I bims‘ zum Jugendwort des Jahres 2017 gewählt wurde.“ Nach der Berichterstattung haben die Schüler der Klasse 9e ihre Meinung als Leserbriefe formuliert; eine Auswahl hat die Lehrerin der Dewezet übersandt.

Bimst nicht so
Ihren Artikel zum Jugendwort des Jahres 2017 vom 18. November find ich nicht so nice am been. Vong Nicigkeit her, bimst ihr Artikel nicht so schnike, weil alle anderen persons being am Leben, ihren Artikel net so gut understanden. 1 Thema wurde auch net so gut angeschnitten, und 1 anderes Wort sollte Jugendwort des Jahres 2017 werden, da other Wörter eher geused werden. Da i hier auf die Kacke kloppe, muss i sagen, dass i denke, dass sie net so ins blacke getroffen haben, da andere words mehr geused werden. Ihr Artikel ist auch echt boring am been, und i bims fast eingesleeped beim readen. Zsm.gefasst ist ihr Artikel wenig nice und net so gut am been. Tschau 1 Phillip
Philipp Spitzer, Hameln

Eine lächerliche Wahl
Ich finde, dass die Wahl zum Jugendwort immer lächerlicher wird und immer weniger ernst zu nehmen ist, indem in den letzten Jahren immer ein Wort gewählt wurde, was von Jugendlichen weder genutzt wird und sogar bei den meisten nicht einmal in dem Wortschatz vorhanden ist. Die Wörter werden immer kurioser und immer unbekannter, was, wie ich finde, eine ziemliche Frechheit ist und dazu auch noch eine riesen Zeitverschwendung. Außerdem wird das Jugendwort des Jahres von Erwachsenen gewählt, wo ich mich frage, warum es dann Jugendwort heißt. Meiner Meinung nach ist das Ganze ziemlich sinnfrei, da Erwachsene oft gar nicht wissen, wie wir Jugendlichen untereinander kommunizieren, was man an den zuvor gewählten Wörtern sehen kann. Ich finde, wenn es schon eine so absurde Wahl gibt, sollte es auch eine Jury geben, die zu dem Motto der Wahl passt. Mein Vorschlag wäre, dass für die Wahl 2018 eine Jury nur aus Jugendlichen besteht. 

Amelie Arras, Hameln


Überwiegend Erwachsene
Meiner Meinung nach ist es reine Zeitverschwendung und eines der albernsten Dinge, von denen ich je gehört habe. Das diesjährige Jugendwort kannte ich gar nicht. Erst dann, als wir im Unterricht darüber gesprochen haben, habe ich es das erste Mal gehört. Dabei sollte das „Jugendwort“ doch ein Wort sein, das im Wortschatz eines Jugendlichen vorhanden ist. Noch bescheuerter finde ich es allerdings, dass die Jury, die das Jugendwort aussucht, zum größten Teil aus Erwachsenen besteht. Unter diesen Voraussetzungen erklärt es sich doch von selbst, warum bei dieser Wahl nichts Vernünftiges bei rauskommt. Abschließend kann ich sagen, dass ich dafür bin, dass die Wahl des Jugendwortes endgültig abgeschafft wird und Beteiligte ihre Zeit durchaus sinnvoller nutzen sollten.
Jessika Widera, Hameln

Ahnungslos und inkompetent
Nachdem ich mir Ihren Artikel zum Jugendwort des Jahres 2017 durchgelesen hatte, war meine erste Reaktion, dass ich den Kopf geschüttelt und mich darüber gewundert habe, warum man einem solchem unüberprüften Blödsinn überhaupt Beachtung schenkt und sich die Zeit nimmt, einen Artikel zu diesem Thema zu veröffentlichen. Man muss sagen, dass das Jugendwort des Jahres nie, wirklich nie, die tatsächliche Meinung Jugendlicher vertritt, da das Jugendwort von einer bunt zusammengesetzten Jury gewählt wird, in der auch Erwachsene über das Jugendwort mitbestimmen, was dann die Bedeutung des Wortes als Jugendwort anzweifeln lässt. Zusätzlich ist es jedes Jahr so, dass viele Jugendliche beteuern, dass sie das Jugendwort entweder nie benutzen oder es sogar nicht mal kennen, dabei sollte man eigentlich meinen, dass ein Jugendwort im Wortschatz der Jugendlichen fester Bestandteil und im alltäglichen Sprachgebrauch zu finden sein sollte. Zusammengefasst steht das „Jugendwort des Jahres“ also nur für einen Ausdruck, der von einer ahnungslosen sowie inkompetenten Jury aus einem Haufen hin und wieder mal verwendeter Wörter, die im Wortschatz Jugendlicher zu finden sind, gewählt wird, weil diese meinen, man könne dadurch den sprachlichen Wandel Jugendlicher besser verdeutlichen. Selbst Schuld, wenn man das wirklich glaubt.
Katrin Scherer, Hameln

Keine Vong-Sprache entdeckt
Ich habe Ihren Artikel über „,I bims – das Jugendwort 2017´“ durchgelesen und gleichzeitig bemerkt, dass ich einer etwas anderen Meinung bezüglich einiger Aspekte bin. Denn allgemein wird gesagt, dass auch Älteren das neue Jugendwort erklärt werden soll und die Vong-Sprache weiterhin bestehen bleibt, außerdem, welche Wörter zur Auswahl für den Wettbewerb des Jugendwortes des Jahres stand. Bezüglich der Vong-Sprache ist dies meiner Meinung nach nicht richtig, denn ich persönlich habe sogar noch nie im Netz die Vong-Sprache in Satzkonstruktionen entdecken können, obwohl ich viel auf Social-Network-Seiten abhänge, wie Twitter oder Instagram oder auch Whats App, wo man diese Sprache einigermaßen gut verwenden kann. Der einzige Grund, weshalb ich die Vong-Sprache kenne, ist, dass wir sie im Unterricht behandelten. Das Erklären des Jungendwortes an Ältere ist auch ziemlich hinfällig, denn beispielsweise wussten meine Eltern direkt, was das neueste Jugendwort bedeutet und wie der Gebrauch des Wortes ist. Dass Wörter wie „geht fit“ oder „schatzlos“ nicht zum Jugendwort des Jahres gewählt wurden, finde ich sehr gut, da sie nur langweilig sind. Was mich leider etwas irritiert hat, ist, dass der Titel des Textes „I bims – das Jugendwort 2017“ genannt wurde, denn es sind eigentlich zwei Wörter, weshalb ich den Titel eher „Jugendwörter 2017“ genannt oder eine andere Lösung gewählt hätte, die dieses Kriterium erfüllt.
Jason Neumann, Hameln

Gebrauch eher uncool
Ich bin der Meinung, dass das Jugendwort letztes und dieses Jahr falsch gewählt wurde. Wörter wie „I bims“ oder „fly sein“ sind nicht im Sprachgebrauch von Jugendlichen, im Gegenteil, es wir eher als uncool und lächerlich angesehen, wenn jemand so ein Wort benutzt. Andere Wörter wie „Diggah“ oder „Bruh“ (beides ein anderer Ausdruck für Kumpel oder Bruder, was zum Beispiel an Satzanfängen benutzt wird) sind im Sprachgebrauch der Jugendlichen und nicht solche sinnfreien Wörter. Das würde die Jury auch wissen, wenn sie qualifiziert für so eine Aufgabe wären. Da sie nur einen, der selber jugendlich ist, haben, ist klar, dass kein Wort gewählt werden kann, was wirklich von Jugendlichen im Alltag gesprochen wird. Mein Vorschlag ist, dass an den weiterführenden Schulen, die Schüler befragt werden. Jede Klasse wählt ein Wort – und am Ende gewinnt das Wort mit den meisten Stimmen. So wird ein wirklich gesprochenes Wort gewählt, denn so, wie die Wörter für die Jugendwortwahlen jetzt getroffen werden, macht es keinen Sinn.
Lara Hupe, Hameln


Kritische Zeitungsleser: die Klasse 9e des Hamelner Schiller-Gymnasiums. Foto: fn

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