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Zoff beim Schützenverein Hameln: Vergessener Extra-Beitrag soll brieflich eingefordert werden

„Das Porto dafür kannst du dir sparen!“

Hameln (CK). Nach Jahren der Agonie ist das traditionelle Hamelner Schützenfest seit einigen Jahren wieder fester Bestandteil im Terminkalender der heimischen Vereine. Und doch im kommenden Jahr möglicherweise schon wieder zum Scheitern verurteilt, jedenfalls am Stockhof. Grund: Der Schützenverein Hameln schert möglicherweise aus den Planungen der Schützengemeinschaft, zu der auch die Schützengilde, der Deutsche Schützenverein und der Post SV gehören, und macht dann „sein eigenes Ding“ – am Klüt.

veröffentlicht am 02.03.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 01:41 Uhr

Der Schützenverein Hameln mit seinem damaligen Oberschützenmeister Helmut Bernhardt – das Jubiläum im nächsten Jahr möchte
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Anlass ist vordergründig das 150-jährige Jubiläum, das der Schützenverein Hameln gemeinsam mit den anderen im Jahre 2012 feiern kann und will. Hintergrund aber sind offenbar auch die Kosten. Zusammen mit dem Kreisschützenfest, das parallel stattfindet, könne man den runden Geburtstag ja durchaus am Klüt feiern, heißt es aus den Reihen des Vereins. Hier fand früher regelmäßig das Schützenfest statt, bis es am Ende immer weniger Besucher auf das nahe des Tierheims liegende Gelände zog und die drei Vereine sich darauf verständigten, an den Stockhof umzuziehen, um die Veranstaltung nicht zuletzt aufgrund der Innenstadtnähe wieder attraktiver zu machen. Viel wichtiger aber: Das Vereinshaus am Klüt gehört dem Schützenverein Hameln, und das ist denn offenbar auch der wirkliche Grund für den angepeilten Ortswechsel. Denn so ein Fest kostet, und zwar nicht zu knapp.

„Die Stadt, die der Gemeinschaft 8000 Euro abverlangt hatte, hat uns Schützen in Hameln schon beim letzten Mal Probleme gemacht. Wir sollten angeblich dafür verantwortlich sein, dass die Grasnarbe mehr oder weniger zerstört war“, sagt etwa Helmut Bernhardt, langjähriger Obermeister des Schützenvereins Hameln. Doch das weist er im Namen der Mitglieder weit von sich: „Hier war vielmehr die Hameln Marketing und Tourismus GmbH der Verursacher. Die HMT hat nämlich auf den neu eingesäten Rasen vier Wochen eine Plane gelegt für Beachvolleyball. Und so ist kein Licht an die Gräser gekommen“, erinnert sich Bernhardt.

Ganz ohne Sponsoren geht es natürlich im Jubiläumsjahr nicht, weiß auch die noch relativ neue Oberschützenmeisterin Beatrix Baum-Jansen. Sie wollte gestern mit den anderen beteiligten Vereinen ein Gespräch über die Feierlichkeiten zum 150. Geburtstag ihres Vereins führen – Ergebnis offen. „Auf keinen Fall“, darauf legt die Oberschützenmeisterin Wert, wolle man die Gemeinschaft mit den drei anderen Schützenvereinen der Stadt aufgeben.

Wobei Bernhardt jedenfalls meint, die Stadt Hameln könne den Schützen ja entgegenkommen. „In Langenhagen etwa übernimmt die Stadt Druck- und Portokosten für die Broschüre zum dortigen Schützenfest“, sagt er. Ratsherr Rudolf Pernath (FDP) jedoch verteidigt die Zurückhaltung in Sachen finanzieller Unterstützung: „Die Stadt war und ist immer dafür, dass hier ein Schützenfest stattfindet. Ihre finanzielle Lage aber ist gerade jetzt nicht gut, sie tut im Rahmen ihrer Möglichkeit, was sie kann.“ Kontert Schützenmeister Karl Beil: „Wenn wir aber nicht am Stockhof feiern, dann hat die Stadt gar nichts.“

Der Versuch, bei den eigenen Mitgliedern Geld lockerzumachen, scheint vorerst noch nicht von Erfolg gekrönt zu sein. Zwar hatte der 130 Mitglieder starke Verein bereits 2003 beschlossen, Jahr für Jahr ab 2004 zusätzlich zum Mitgliedsbeitrag von jedem einzelnen zehn Euro zur Finanzierung dieses Festes einzuziehen, doch hat der Schatzmeister das wohl übersehen. Die Schützen-Chefin: „Wir alle haben das verpennt.“ Der daraus folgende Vorschlag, im laufenden Jahr 60 Euro pro Mitglied einzuziehen und im kommenden noch einmal 30, fand allerdings nicht ungeteilte Zustimmung. So ein Hauruck-Verfahren sei wohl angesichts der finanziellen Lage – auch bei einigen Mitgliedern – nicht die beste Lösung, der Beschluss ohnehin verjährt. Der Kompromiss: Jedes Mitglied soll brieflich gebeten werden, die 90 Euro auf der Grundlage des Beschlusses von 2003 zu überweisen. Kommentar eines Mitglieds an die Vorsitzende: „Das Porto dafür kannst du dir sparen!“



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