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Handwerk, Verkaufs- und Infostände in der Bahnhofsregion stießen beim Publikum auf reges Interesse

Das Mittelalter lockt – dem Wetter zum Trotz

Immer wieder erklang Musik in der Bahnhofstraße: Mit Trommeln, Pauken, Schellen und allerlei unterhaltsamen mittelalterlichen Instrumenten mischten sich stilvoll gekleidete Musikanten unter das Publikum und erfreuten es mit altertümlichen Melodien.

veröffentlicht am 08.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 08:41 Uhr

Die Fahrten mit der alten Postkutsche waren ständig ausgebucht.

Autor:

Karin Rohr
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Fotos: Dana

Ob Bogenschießen oder altes Handwerk – die Stände und Aktionen auf dem Mittelalter-Markt stießen beim Publikum auf Neugierde und Interesse.

Hameln. „Hatte das Rentier eine rote Nase?“, fragt die kleine Anna angstvoll, während sie schüchtern eins der weichen Felle streichelt, die Lars Penkul an seinem Stand ausgebreitet hat. „Nein, nein“, beruhigt der: „Das ist kein Fell von einem Rentier des Weihnachtsmanns und es hieß auch nicht Rudy.“ Immerhin aber kommen die Felle aus dem finnischen Teil Lapplands. Annas Sorge war also nicht ganz unberechtigt. Viel erfährt man an diesem Stand über Rentierhaltung und was man mit den Fellen alles machen kann. Nur einer von über 70 Ausstellern, die im Rahmen des Jubiläumswochenendes „Mystica Hamelon“ auf dem Mittelalter-Markt in der Bahnhofstraße mit ihren Waren lockten, Kutschfahrten, Karussellrunden, Speis’ und Trank anboten oder Einblick in alte Handwerkskunst gaben.

Fast sah es schon so aus, als wollte Petrus einen Strich durch die Rechnung machen: Es regnete zum Auftakt wie aus Kübeln, und auch am Samstagvormittag war das Wetter nicht einladend. Nachmittags aber riss der Himmel auf – und die Besucher strömten per Bahn und Bus, mit dem Pkw oder auf Schusters Rappen ins Hamelner Bahnhofsviertel. Dicht an dicht schoben sich die Menschen auch gestern über den Markt, nachdem der Nieselregen aufgehört hatte.

Das Spanferkel gab’s für Sieger.
  • Das Spanferkel gab’s für Sieger.
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Das Rattenfänger-Freilichtspiel, das in diesem Jahr früher als sonst Saison hat, wurde kurzerhand in die Bahnhofshalle verlegt. Dort drängten sich die Zuschauer, um einen Blick auf Sina-Christin Schneider zu erhaschen, die ihr Debüt als Rattenfängerin gab. Ein Magnet für Große und Kleine im Bahnhof: Die Modelleisenbahnanlage der Hamelner Eisenbahnfreunde und das Puppentheater „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“, das über 200 Kinder in den Bann zog. Aber auch das mystische Filmfest und das Kinderkino im Maxx wurden gut besucht.

Ob Korbmacher, Scherenschleifer oder Steinmetz, Seifensieder, Perlendreher oder Stuhlflechter, Holz- und Horn-Schnitzer oder Schmied – das alte Handwerk kam bei den Marktbesuchern gut an, und auch edle Tropfen und würzige Bratereien fanden ihre Liebhaber. Wie das Spanferkel, das sich stundenlang am Spieß drehte, bevor es von der Siegermannschaft im Bogenschießen, den „Schefestein Hunters“, und ihren Freunden noch am selben Abend verspeist wurde. Verfolgt von unzähligen Schaulustigen wetteiferten 50 Einzelpersonen und 15 Mannschaften mit Pfeil und Bogen, darunter auch Michael Boyers „Rattenfänger-Gilde“.

Positive Resonanz trotz widrigen Wetters

Trotz widriger Witterungsbedingungen waren die meisten Aussteller zufrieden. „Das Interesse war da, es wurde viel gefragt, aber auch gekauft“, freute sich Annie Smith, die an ihrem Stand duftende, handgeschöpfte Seifen anbot. Und Helga Kaufmann, die Käsesorten parat hielt, sprach vielen Kollegen aus dem Herzen, als sie – Regen hin, Regen her – munter feststellte: „Es hat Spaß gemacht.“

„Die Besucherfrequenz war da, das Interesse groß“, resümierte Stadtmanager Stefan Schlichte. Zwar müsse der Markt „noch stringenter“ werden, noch mehr Mittelalter und Nostalgie bieten, aber: „Insgesamt ist die Veranstaltung ein Erfolg für das Stadtmarketing“, so Schlichte, der seine Entscheidung für Bahnhofstraße, Bahnhof und Hefehof rechtfertigt: „In den benachteiligten Außenbezirken Hamelns mit ihrer schlechteren Infrastruktur muss etwas gemacht werden.“



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