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Das Maß ist voll

Man könnte argumentieren: Es fällt nicht weiter auf. Ein Kiesloch mehr oder weniger revolutioniert den Charakter der Hamelner Seenplatte wie ein Eimer Sand den Strand. Und trotzdem ist die Stadt gut beraten, ein klares Signal gegen neuen Abbau zu setzen. Weil es nach Jahrzehnten rigoroser Auskiesung darum geht, eine Grenze zu ziehen. Weil nur ein prinzipielles Nein dokumentiert, dass im Weserbergland das Maß voll ist und die Region keinen Anspruch erhebt, auf ewig Rohstoffkammer des Landes zu sein.

veröffentlicht am 05.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 17:21 Uhr

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Autor:

Frank Werner
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Zumal die von der Landesregierung präsentierten Argumente nicht gerade vor Plausibilität strotzen. Erweitert werden soll, weil der Interessenverband erweitern möchte – eine solch erschöpfende Beweisführung findet sich selbst in Vorlagen des Landwirtschaftsministeriums, das schon in früheren Verfahren nicht gerade als Kritiker der Rohstoff-Lobby aufgefallen war, eher selten. Kein Wort dazu, dass auch Ackerflächen längst zu den umkämpften, weil knappen Ressourcen gehören. Dass der Bedarf an Kies in den letzten Jahren nicht gerade üppig war. Und dass es an der Weser noch reichlich unangetastete Vorranggebiete als stille Reserven gibt. Was für die Landesregierung opulente Vorhaltepolitik ist, ist für Hameln rigorose Verhinderungspolitik, die nicht mal erlaubt, das Beste aus dem Kiesabbau zu machen: Kommt die Erweiterung, dürften die Pläne für das Wassersportgebiet auf lange Sicht in der Schublade verschwinden.

Die jetzt diskutierte Expansion wird nicht die letzte sein. Auch wenn die bewährte Salami-Taktik neuen Abbau in scheinbar verdaulichen Kleinportionen serviert – Stadt und Kreis sollten sie nicht mehr schlucken, sondern in dieser Frage kategorische Appetitlosigkeit demonstrieren.

f.werner@dewezet.de KOMMENTAR



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