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Standortaufgabe Wilhelm-Raabe-Schule: Stadt legt zahlreiche Gegenargumente vor

Das könnte 46 Millionen kosten

Hameln. Liest man die Beschlussvorlage zum Thema Wilhelm-Raabe-Schule (WRS), die die Stadt am Freitag veröffentlichte, stößt man eigentlich nur auf Negatives. Fast klingt es so, als würde die Stadt sich von den Verkaufsplänen jetzt distanzieren. Wird die Idee der Politik nun also doch beerdigt?

veröffentlicht am 01.04.2016 um 18:45 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 14:41 Uhr

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Autor:

Svenja-A. Möller
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Hameln. „Erhebliche, negative Auswirkungen auf die Haushaltssituation“, „mit größten Bedenken“ und „mögliche Mitfinanzierung durch den Landkreis Hameln-Pyrmont zurzeit völlig offen“. Liest man die Beschlussvorlage zum Thema Wilhelm-Raabe-Schule (WRS), die die Stadt am Freitag veröffentlichte, stößt man eigentlich nur auf Negatives. Fast klingt es so, als würde die Stadt sich von den Verkaufsplänen jetzt distanzieren. Wird die Idee der Politik nun also doch beerdigt?

Ende Februar war bekannt geworden, dass die Wilhelm-Raabe-Schule ihren angestammten Platz an der Lohstraße verlassen muss. Ab dem 1. August 2017 soll das Schulgebäude nicht mehr für den allgemeinbildenden Schulbetrieb zur Verfügung stehen. Stattdessen soll der Standort an der Königstraße erweitert werden. Die Nachricht löste eine Welle des Protests aus. In einer ersten Mitteilung der Verwaltung wird nun deutlich: Ganz so einfach, wie von der Politik vielleicht gedacht, ist der Verkauf scheinbar doch nicht. Ausgaben von bis zu 46 Millionen, schulpolitisch kaum umzusetzen und mit dem derzeitigen räumlichen Angebot in Hameln nicht zu vereinen – so die ersten Erkenntnisse.

Die Mitglieder des Verwaltungsausschusses hatten die Stadt beauftragt, das Gebäude zu verkaufen. Die Stadt teilt nun mit, dass sie die Ratsvorlage „mit größten Bedenken und ausschließlich in Befolgung der gegenwärtigen Beauftragungslage der Verwaltung“ unterbreiten würde.

Am Standort Königstraße werden 340 Schüler unterrichtet. An der Lohstraße sind 360 Schüler untergebracht. „Eine Verknappung des vorhandenen Klassenraumangebots bei ersatzloser Aufgabe des Standortes Lohstraße ist nicht möglich“, heißt es im Beschlussvorschlag. Die Fachabteilung habe aus schulfachlicher Sicht „erhebliche Bedenken“ bezüglich einer vorzeitigen Aufgabe des Standortes Lohstraße geäußert. Wirklich gut kommt der Vorschlag in der zuständigen Fachabteilung also nicht an.

Würde man den Standort an der Lohstraße schließen und den an der Königstraße erweitern, müssten manche Schüler zwischenzeitlich an einem anderen Ort unterricht werden. Laut der Verwaltung ist jedoch an keiner anderen Schule genug Platz vorhanden. Daher müsse man wohl auf Container ausweichen. Auch die ungefähren Kosten werden an dieser Stelle gleich mitgeliefert. Die „Mietlösung für sechs Jahre“ würde etwa sechs Millionen Euro kosten. Der gesamte Kostenrahmen wird derzeit in einer „groben Annäherung“ auf 25 bis 46 Millionen Euro geschätzt. Zum Vergleich: Für das Schulzentrum Nord werden bisher etwa 30 Millionen geplant. Auf die Stadt könnte mit der Schließung des Standortes also eine immense Neuverschuldung zukommen. Die Verwaltung warnt: Die Summe würde nicht nur den Haushalt 2016 belasten sondern sich bis in die Planungen 2019 ziehen. Der ab 2017 gesetzlich geforderte Haushaltsausgleich – also das Decken der Aufwendungen durch die Erträge – sei nicht mehr gewährleistet. Ohnehin sei unklar, ob die Kommunalaufsicht diese weitere Millionen-Investition überhaupt billige.

Dass man sich von der Verkaufsidee verabschiedet habe, will Thomas Meyer-Hermann, Fraktionsvorsitzender der CDU so nicht bestätigen. Ausreichend Zeit, sich die Vorlage anzusehen, habe er aber noch nicht gehabt. Oberbürgermeister Claudio Griese war am Freitag für eine Aussage nicht zu erreichen.

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