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Feierstunde für christlich-jüdischen Dialog

Das Judentum sollte nicht vergessen werden

Hameln (wft). Dass in Hameln wieder jüdisches Leben erblüht, lässt sich am anschaulichsten in der Bürenstraße erkennen, wo die Fertigstellung der neuen Synagoge nicht mehr lange auf sich warten lassen wird. Vor 30 Jahren, als die „Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V.“ gegründet wurde, konnte von gelebtem Judentum in Hameln dagegen noch keine Rede sein. Die Gesellschaft wurde damals von Martin Günther und sieben Gleichgesinnten ins Leben gerufen, obwohl es praktisch keine Juden in Hameln gab: Sie waren von den Nazis brutal deportiert und ermordet worden. Zu Gründungsvorsitzenden wurden damals Günther, der katholische Pfarrer Hans-Joachim Osseforth und Christa Bruns gewählt, die seither dem Vorstand des Vereins ununterbrochen angehört.

veröffentlicht am 16.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 15:41 Uhr

Sie sind derzeit die Vorsitzenden der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (v.l.n.r.): Christa Bruns, Hans-Georg
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Die solchermaßen von Christen gegründete Organisation hatte zum Ziel, die Erinnerung an das Judentum in Deutschland und Hameln wachzuhalten, wie Christa Bruns erklärt. „In den ersten Jahren traten wir vor allem durch Vortragsveranstaltungen zum Verständnis zwischen Christen und Juden an die Öffentlichkeit.“ Und gemeinsam mit den Kirchen wurde die alljährlich begangene „Woche der Brüderlichkeit“ gestaltet.

Rachel Dohme, seit Jahren Vorsitzende der liberalen jüdischen Gemeinde in Hameln, kam 1982 der Liebe wegen aus den USA nach Höfingen. Eiligst suchte sie in Hameln bei der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit nach jüdischen Mitbürgern. „Aber da war niemand“, erinnert sie sich. Wohl aber fand sie Menschen, die sich ihrer Religion geistig verbunden fühlten und mit ihrem Engagement dazu beitrugen, dass die neue Synagoge bald eingeweiht werden kann.

Zu den besonderen Verdiensten der Gesellschaft gehört, dass auf ihre Anregung hin die Stadt Überlebende des Holocausts, die einst hier gelebt hatten, nach Hameln einlud und ihnen die beiden ersten Besuche 1982 und 1984 auch finanzierte. So kamen bis ins Jahr 2005 regelmäßig ehemalige jüdische Mitbürger aus Israel, Brasilien, den Niederlanden, England, Australien, Südafrika und den USA zu Besuch. „Das waren wirklich bewegende Momente“, berichtet Christa Bruns und ist dem damaligen Oberbürgermeister Walter-Dieter Kock auch heute noch für dessen tatkräftige Unterstützung dankbar.

Ein wichtiger Bestandteil der Aktivitäten der Gesellschaft waren in all den Jahren Reisen nach Israel, aber auch in die Nachbarstaaten Jordanien, Syrien, Ägypten und in den Libanon, um die komplizierte Lage im Nahen Osten besser zu verstehen.

Am morgigen Donnerstag feiert die Gesellschaft um 18.30 Uhr im „Haus der Kirche“ am Pferdemarkt ihr 30-jähriges Bestehen. Den Festvortrag zum Thema „30 Jahre christlich-jüdischer Dialog“ hält der Pastor i. R. Wolfgang Raupach-Rudnick aus Hannover.



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