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Zwischen Ekel und Faszination: Spinnenausstellung

Das große Krabbeln lässt’s kribbeln

HAMELN. „Spinne am Morgen bringt Kummer und Sorgen.“ Die wirbellosen Krabbler haben bei vielen Menschen kein gutes Image. Anders bei Renaldo Neigert aus Bielefeld.

veröffentlicht am 30.09.2018 um 14:55 Uhr

Großer Andrang bei Renaldo Neigerts Spinnen- und Insektenausstellung. Die einen schaudert’s, die anderen sind begeistert. Foto: eaw
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Ernst August Wolf Reporter
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Der zieht mit seiner Ausstellung mit Insekten, Käfern, Spinnen, Heuschrecken und einer schwarz-roten Kornnatter seit neun Jahren jedes Wochenende von einer Stadt zur anderen. In der Rattenfänger-Halle präsentierte der Spinnenfreund jetzt zusammen mit vier Mitarbeitern 120 Terrarien mit lebenden Vogelspinnen und anderen wirbellosen Tieren sowie rund 100 weitere Exponate in einer informativen Lehrschau.

„Meine erste Spinne habe ich mit 16 bekommen“, erzählt er. Als die Sammlung immer weiter wuchs, habe er das zum Beruf gemacht. Mit seinem Spezialtransporter, in dem stets 21 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 85 Prozent herrschen, reist er durch ganz Deutschland und die angrenzenden Länder.

Eine Marktlücke, denn der Andrang zur großen Krabbelschau war gewaltig. „Das fasziniert die Leute und vor allem die Kinder, die sonst mit diesen Tieren ja nie in Berührung kommen“, sagt Neigert.

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Vogelspinne hautnah: Julia (10) aus Börry traut sich. Foto: eaw

Während es die einen schaudert, sind andere rundum begeistert. So wie Ruth Helmholt und ihre Enkel. „Nö, uns kribbelt es nicht“, sagt die Rentnerin. „Wir retten die Spinnen, denn wir sind Naturfreunde“, stellt sie klar.

Auch Jonathan Schreiber ist begeistert. Am Ende kauft er sogar eine neue Spinne für seine Sammlung. „Meine erste Spinne ist jetzt zwei Jahre alt und hat 11 Zentimeter Durchmesser“, berichtet der junge Mann.

Seine Freunde hätten sich mittlerweile daran gewohnt. „Obwohl sie Abstand halten, denn der Blick einer Spinne ist schon angsteinflößend.“ Wenn die beißen, sei das wie ein Wespenstich. „Unangenehm, aber nicht tödlich“, versichert der Insektensammler.

Es käme schon mal vor, dass Frauen mit Tränen in den Augen vor ihm stünden, so Neigert. „20 Prozent der Angst sind angeboren, der Rest ist anerzogen“, erklärt der Spinnenexperte. Wer will, der darf sich sogar eine große, fette Vogelspinne auf die Hand setzen lassen. Die zehnjährige Julia aus Börry traut sich. „Fühlt sich cool an. Ganz seidig“, bestätigen auch Alexandra (18) und ihre Freundin Viktoria (19). „Vielleicht hole ich mir auch eine“, sagt Viktoria sogar. Der sechsjährige Arne aus Groß Berkel dagegen bleibt skeptisch. „Ich hab einen Fisch, aber der ist nicht echt“, sagt er zufrieden.

Und Jakob aus Dresden erzählt gleich eine Geschichte von der Spinne überm Bett. Angst hat der Fünfjährige aber nicht.

Andere Besucher suchen die in den Vitrinen gut getarnten Skorpione oder die im Blätterwerk kaum auszumachenden Stabheuschrecken. „Kannst ja mal die Hand reinstecken, dann merkst du, ob da was drin ist oder nicht“, witzelt ein Vater.

„Spinnenphobiker können bei uns den ersten Schritt zur Heilung von der Angst machen“, versichert Neigert. „Die sind echt hübsch“, meint eine Mutter, doch ihre Tochter Rene findet das ganz und gar nicht.

„Gut, dass die hinter Glas sind“, stellt sie beruhigt fest. So lässt das große Krabbeln am Ende manche doch ziemlich kribbelig zurück. Die werden heute Abend ganz sicher einen Blick unters Bett werfen und nachschauen, ob da nicht doch eine Spinne lauert. Von wegen „Spinne am Abend erfrischend und labend.“

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