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Bei schwül-warmem Wetter werden die saugenden Insekten in Hameln zur Plage / Weniger Stechmücken in diesem Jahr

Das große Krabbeln: Invasion der fliegenden Blattläuse

Hameln (kar). Sie fliegen ins Gesicht, hängen in den Haaren, lassen sich auf T-Shirts nieder, krabbeln schlichtweg überall – und nerven: fliegende Blattläuse. Passanten fühlen sich in der Hamelner Innenstadt regelrecht überfallen. Nicht nur die Bäckerstraße erlebte jetzt eine Invasion dieser schwarzen und grünen Insekten. Sie schwirren derzeit vermehrt in der Luft.

veröffentlicht am 01.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 14:41 Uhr

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Bei schwül-warmem Wetter vermehren sich die Läuse epidemieartig. „Und zurzeit gibt es deutlich zu viele Blattläuse“, bestätigt Anasthasia Wagner, Fachberaterin bei der Firma Neudorff in Emmerthal, die auf Schädlingsbekämpfung spezialisiert ist. Wagner: „Bei warmem Wetter wachsen den Läusen Flügel und sie fliegen.“ Dagegen unternehmen kann man nichts. Erst wenn sich die Plagegeister auf Pflanzen niederlassen, sind Schädlingsbekämpfungsmittel sinnvoll. Auffallend ist: Die Blattläuse tauchen zunehmend in Städten auf, fliegen in riesigen Schwärmen durch die Luft. Auch im angrenzenden Bundesland Nordrhein-Westfalen wird eine Blattlaus-Plage beobachtet.

Doch nicht nur die Blattläuse haben sich epidemieartig vermehrt. „Im ganzen Landkreis treten seit etwa 15 Jahren verstärkt lästige Insekten auf, die bei Erdarbeiten massenweise auffliegen“, sagt Stefan Habenicht vom heimischen Naturschutzbund Nabu. Wiederholt sind dem Pyrmonter solche Schwärme von Hobby-Gärtnern gemeldet worden. Erklären kann er sich das Phänomen nicht: „Vielleicht hängt es mit der Klimaveränderung zusammen.“

Auch Invasionen von Fruchtfliegen gibt es immer wieder mal. Habenicht: „Vor allem dort, wo Biomüll nicht abgedeckt in großen Mengen verrottet.“ Nicht selten seien diese Fliegen ein Hinweis auf fragwürdige hygienische Verhältnisse.

„Wir hatten bis-

her ein sehr tro- ckenes Jahr“,

sagt Thomas Brandt von der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer. Und da gebe es natürlich Arten, die von dieser Trockenheit profitieren: „Der Grashüpfer zum Beispiel.“ Die gute Nachricht bei dieser Wetterlage: „Stechmücken gibt es weniger“, meint der Diplom-Biologe und erklärt: „Die legen ihre

Eier näm-

lich ins Wasser und dort entwickeln sich die Mückenlarven. Ohne Pfützen klappt das nicht.“ Von einer Insektenplage, die Deutschland in diesem Jahr heimsucht, will Brandt nichts wissen. Das sei Unsinn. Einige Arten treten allerdings periodisch verstärkt auf wie derzeit die kleinen schwarzen Rapsglanzkäfer, die alles lieben, was Leuchtendgelb ist. „Wenn man ein Hemd in der Farbe trägt, krabbeln die sofort auf einem herum“, sagt Brandt. Dagegen hilft ein einfaches Mittel: gelbe Kleidung in den Schrank verbannen.

Grundsätzlich gilt: Insekten wie die jetzt vermehrt auftretenden Blattläuse sind wechselwarme Tiere, die von der Temperatur abhängig sind. „Je höher die ist, umso schneller ist auch das Wachstum, da kann es schon mal zu einem Schub kommen“, so Brandt.

Bei schwül-warmem Wetter wachsen Blattläusen Flügel und sie schwärmen aus. In Hameln sind schwarze und grüne dieser saugenden Insekten eine Plage.



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